Verborgene Wahrheiten: Unregelmäßigkeiten in der Pfizer/BioNTech-Impfstudie

„Nein, derartige Zahlen liegen der Bundesregierung nicht vor.“ Hinter dieser scheinbar unscheinbaren Aussage verbirgt sich ein weitreichendes Rätsel zu gesundheitlichen Auswirkungen des Pfizer/BioNTech-Impfstoffs – eines, das das Vertrauen in die Forschung und Sicherheit von Impfstoffen erschüttern könnte. Ein Interview mit einem Studienteilnehmer in Argentinien deckt zudem massive Unregelmäßigkeiten und mögliche Manipulationen bei einer der wichtigsten Impfstoffstudien auf.
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Fragwürdige Praktiken in der Pfizer/BioNTech-Impfstudie.Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Von 11. August 2023

„Nein, derartige Zahlen liegen der Bundesregierung nicht vor.“ Kürzer und unscheinbarer kann die Antwort eines Ministeriums kaum ausfallen, umso erstaunlicher, weil dahinter eine wichtige Frage steckt. Gestellt hatte sie der Bundestagsabgeordnete Roger Beckamp (AfD) an das Bundesgesundheitsministerium.

Er wollte wissen, ob der Bundesregierung Zahlen aus placebokontrollierten, randomisierten und verblindeten wissenschaftlichen Studien vorliegen, „die statistisch signifikant belegen, dass mit der Substanz BNT162B (Comirnaty-Impfstoff von BioNTech/Pfizer) behandelte Probanden insgesamt unter weniger medizinisch unerwünschten Ereignissen litten als Probanden, die das Placebo (Kochsalzlösung) erhalten haben“.

Eine ernüchternde Antwort, die Staatssekretär Prof. Dr. Edgar Franke für den Bundestagsabgeordneten parat hatte. Laut Beckamp gebe es demnach keine Daten, die eine Verbesserung der Gesundheit durch „die „BioNTech/Pfizer“-Substanz“ belegen. Genau solche Daten seien jedoch Grundlage, wenn man diese Substanz empfiehlt, so Beckamp weiter. Stellt sich damit die Frage, wie valide die Zulassungsstudien für diesen Corona-Impfstoff überhaupt sind?

Zahlen gefälscht, vertuscht und Ereignisse gelöscht

Ein Interview, das seit Ende Mai auf YouTube zu sehen ist, zeigt einen erschreckenden Umgang mit offensichtlich schweren Unregelmäßigkeiten bei einer Impfstoff-Studie von Pfizer/BioNTech. Denn offenbar haben die Ärzte, die die Studie zur Verträglichkeit des Vakzins in Argentinien leiteten, Zahlen gefälscht, vertuscht und unliebsame Erkenntnisse gelöscht. Jedenfalls lassen die folgenden Schilderungen die gesamte Studie zur Wirksamkeit und zu den Nebenwirkungen des Pfizer/BioNTech-Impfstoffs in einem ganz anderen Licht erscheinen.

Diesen Verdacht nährt ein Gespräch, das die Moderatorin Ana Plasencia von der „Deutschen Welle“ in Argentinien mit dem Anwalt Augusto Germán Roux führte. Der Strafverteidiger war einer der etwa 6.000 Freiwilligen, der an einer Studie im Jahr 2020 im Militärkrankenhaus in Buenos Aires teilnahm.

Zuvor hatte schon die „Welt“ über die Erfahrungen von Roux berichtet (hinter Bezahlschranke). Insgesamt nahmen dem Artikel zufolge weltweit mehr als 45.000 Männer und Frauen an der Studie teil. Die argentinische Hauptstadt vereinte die größte Zahl an Probanden und war somit ein wichtiger Standort für die Untersuchungen.

Roux hatte die erste Testdosis mit dem mRNA-Impfstoff im August 2020 im Militärkrankenhaus erhalten, dem Pfizer-Studienzentrum in Buenos Aires. Sein Arm begann zu schmerzen, er schwoll an. Übelkeit und Schluckbeschwerden gesellten sich hinzu, der Jurist fühlte sich verkatert.

Sein Geruchssinn veränderte sich in den folgenden Tagen, sein Stuhlgang färbte sich weiß, sein Urin dunkel. Zwei Tage nach der Impfung meldete sich Roux bei den zuständigen Ärzten. Sie vermerkten im Protokoll: „Unerwünschte Wirkung des Toxizitätsgrades 1.“

Herzbeutelentzündung nach zweiter Impfung

Roux erholte sich und ließ sich nach drei Wochen eine zweite Impfdosis verabreichen. Diesmal blieb er 40 Minuten im Krankenhaus und fuhr dann mit einem guten Gefühl nach Hause. Doch schon auf dem Heimweg im Taxi begann er sich unwohl zu fühlen. Später kamen Atemnot, brennende Brustschmerzen, Übelkeit und Fieber hinzu. Sein Urin färbte sich schwarz wie Cola. Er verlor das Bewusstsein.

Drei Tage danach lag Roux im Hospital Alemán, mehrere PCR-Tests auf COVID-19 verliefen negativ. Oberärztin Gisela di Stilio notierte im Entlassungsbericht: „Unerwünschte Reaktion auf den Coronavirus-Impfstoff (hohe Wahrscheinlichkeit).“ Der Computertomograf hatte Bilder von Flüssigkeit in Roux’ Herz geliefert. Ein Perikarderguss. Roux nahm massiv ab, 14 Kilo Gewicht verlor er in den folgenden Monaten. Er hatte Probleme mit der Leber und sein Herz schlug nicht regelmäßig.

Bei einer Untersuchung stellte sich heraus, dass er an einem Gendefekt leidet, der ihn gegenüber Impfungen empfindlich reagieren lässt. Eine toxische Hepatitis bestätigte sich nicht. Die spanische Ärztin Gemma Torrell, die Roux‘ Krankendaten kennt und ihn im Frühjahr 2021 ausführlich befragte, vermerkte: Die Diagnose für die Symptome nach der zweiten Impfung laute mit hoher Wahrscheinlichkeit auf „Perikarditis“, Herzbeutelentzündung.

Das alles passt genau zu einem Krankheitsbild, das auch das Paul-Ehrlich-Institut in der Liste der „seltenen Nebenwirkungen“ bei mRNA-Impfstoffen führt.

Aus dem Impfgeschädigten wird ein Corona-Patient

Eine überraschende Wende nahm Roux‘ Fall, als der Anwalt bei Fernando Polack, Studienchef in Buenos Aires und zugleich Erstautor der weltweiten Phase-3-Zulassungsstudie, Einsicht in seine Akte erzwang. Darin fand er Erstaunliches. Seine Leidensgeschichte las sich dort ganz anders.

In den Papieren des Pharmakonzerns heißt es, Roux habe das Forschungsteam im Anschluss an die erste, als „Unerwünschte Wirkung des Toxizitätsgrades 1“ eingestufte Meldung darüber informiert, dass er mit einer beidseitigen Lungenentzündung im Krankenhaus liege.

Mit dem Impfstoff könne das nichts zu tun haben, vermutlich sei der Proband an Corona erkrankt. Dass mehrere Tests negativ ausgefallen waren, stand in dem Bericht nicht.

In seiner Akte entdeckte Roux noch andere Dinge über sich, von denen er bis dahin nichts wusste. So war da von einem „schweren Angstanfall“ die Rede, vermerkt von Studienleiter Polack. Der Anwalt leide unter Angstzuständen, die jedoch nicht durch den Impfstoff hervorgerufen worden seien.

Somit erscheint Roux nun nicht als Opfer des Impfstoffs, sondern als Corona-Patient mit psychischen Problemen. In der Zulassungsstudie von Dezember 2020 fehlt seine Krankengeschichte ebenso wie bei späteren Auswertungen.

53 Probanden scheiden vorzeitig aus Studie aus

Parallel zum Fall Roux muss es im Testzentrum Buenos Aires einen Zwischenfall gegeben haben. So wurden zum 31. August 2020 gleichzeitig 53 Probanden aus der Studie entlassen. Die Testkandidaten wurden über ihren Impfstatus aufgeklärt – ein Vorgang, den das Pfizer-Studienprotokoll ausdrücklich nur „in Notfällen“ vorsieht. Doch auch dazu fand sich in der Zulassungsstudie kein Wort.

Dafür gab es laut „Welt“ reichlich Widersprüche. „Für den Ausschluss der 53 Probanden finden sich in drei verschiedenen Dokumenten drei verschiedene Erklärungen“, klagt David Healy, Professor für Psychiatrie und Experte für Pharmakologie sowie Chef des Netzwerks „Data Based Medicine“ und Unterstützer der Geschädigten-Hilfe React-19 in den USA. „Ein Dokument vermerkt, dass alle Teilnehmer die Standarddosis zur richtigen Zeit erhalten haben, ein zweites besagt, dass es einen Fehler bei der Dosis für alle gab, und das dritte erwähnt Unregelmäßigkeiten für alle, sagt aber nicht, welche.“

So stellt sich die Frage, ob die Teilnehmer wegen ernster Nebenwirkungen ausgeschlossen wurden.

In dem Interview berichtet Roux, dass alle Versuche, Antworten auf die tatsächlichen Sachverhalte zu bekommen, ins Leere liefen. Die Reaktion des Parlaments sei „fast gleich null“ gewesen. Lediglich ein Abgeordneter hätte interveniert und Aufklärung von der Aufsichtsbehörde AMMAT und den Gesundheitsbehörden verlangt – ohne Erfolg.

Im Zuge seiner weiteren privaten Recherchen telefonierte Roux mit dem Forschungsteam, darunter auch mit dem Direktor der klinischen Forschung, Dr. Diego Wappner. Er erwähnte eine im September 2020 an einem Herzinfarkt verstorbene Person. Dabei sei nicht berücksichtigt worden, ob diese der Placebo- oder der Impfstoffgruppe angehörte. In den Berichten habe es hingegen stets geheißen, dass es keine Todesopfer gab.

Dies sei nur eine von vielen Unregelmäßigkeiten, die das Gesundheitsministerium der Stadt Buenos Aires festgestellt habe. Die Behörde habe wiederum die alleinige Aufsicht über die Ethikkommission und „enorme und katastrophale Unregelmäßigkeiten während des klinischen Forschungsprozesses aufgedeckt“.

Ethikkommission der Klinik wird für 90 Tage suspendiert

Nachdem sich Roux bei der Aufsichtsbehörde AMMAT über die Ethikkommission des Zentralen Militärkrankenhauses, in dem die Studie stattfand, beschwert hatte, wurde diese einer Prüfung unterzogen. Für den Anwalt war das der Beweis, dass die argentinischen Behörden „vollständige Kenntnis“ von „allen schwerwiegenden Unregelmäßigkeiten“ während der Studienphase gehabt haben.

Die Behörden hätten die klinischen Studien genehmigt und zertifiziert. Dafür sei die Stelle verantwortlich, die eigentlich darauf zu achten habe, dass es bei der klinischen Studie keine Verstöße gegen das Protokoll gab. Die Vorfälle und Verstöße waren laut Roux so massiv, dass die Ethikkommission der Klinik nach Abschluss des Audits im März 2021 für 90 Tage komplett suspendiert wurde.

Seiner Ansicht nach hätten diese Vorkommnisse der Staatsanwaltschaft übergeben werden müssen, um Ermittlungen einzuleiten. Das sei aber nicht geschehen. Auch hätten die Medien nicht über diesen Vorfall berichtet. Roux sieht darin einen schweren Fall von Zensur der Meinungsfreiheit, denn zum selben Zeitpunkt diskutierten und verhandelten Vertreter aller Regierungsparteien mit Pfizer/BioNTech.

Die Vorkommnisse hätten die Bevölkerung sicher beunruhigt, hätte sie davon erfahren. „Das Versäumnis, mit diesem Pharmaunternehmen ordnungsgemäß zu verhandeln oder Kaufverträge abzuschließen, könnte auf schwerwiegende Mängel während der Prüfung zurückzuführen sein“, betonte der 36-Jährige.

So wäre es seiner Ansicht nach durchaus möglich gewesen, dass die Regierung angesichts der Probleme auf einen Kauf der Impfstoffe verzichtet hätte.



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