Baden-Württemberg: Schulleiter verordnet klimagerechtes Mensa-Essen – Lehrer flüchten in Imbissbuden

Von 2. April 2019 Aktualisiert: 2. April 2019 18:48
Das „Main-Echo“ hat einen Artikel von seiner Online-Plattform entfernt, der sich mit einem Experiment an einer Gemeinschaftsschule in Külsheim befasste. Deren Rektor verordnete der Schulkantine eigenmächtig fleischloses Essen. Die Zahl der Essensteilnehmer ging drastisch zurück.

Warum der dazugehörige Beitrag vom 22. März mittlerweile offenbar wieder sang- und klanglos aus dem „Main-Echo“ verschwunden ist – der Link zum ursprünglichen Artikel geht ins Leere, auch der von Google ist tot -, ist ungeklärt. Die Epoch Times hat bei der Schule nachgefragt, ob es eine Intervention dahingehend gegeben habe, dass der Bezug habende Artikel aus Onlinebestand und Archiv der Zeitung genommen werde, und bis dato keine Antwort erhalten.

Das Blog „Achse des Guten“ hat jedoch eine Begebenheit an der „Pater Alois Grimm“-Gemeinschaftsschule im baden-württembergischen Külsheim für die Nachwelt erhalten, die möglicherweise einen sehr aussagekräftigen Vorgeschmack auf eine denkbare ökologische Republik in Deutschland geben könnte.

„Kommunikation im Vorfeld vielleicht nicht optimal“

Um angesichts der deutschlandweiten Märsche unter dem Motto „Fridays for Future“ die „Zeichen der Zeit [zu] sehen“ und auch danach zu handeln, hat Schulleiter Udo Müller kurzerhand sämtliche Fleischgerichte aus der Schulkantine verbannt. Stattdessen, so gab die „Achse“ den mittlerweile online nicht mehr verfügbaren Main-Echo-Artikel wieder, standen vegane Gerichte aller Art zur Verfügung – sogar durchaus exquisit klingende wie „Mungobohnenkeimlinge, Reis verfeinert mit Thai-Basilikum und Zitronengras, Tomaten-Currysauce mit Datteln“.

Immerhin, so die Argumentation der Leitung, produziere die Fleischwirtschaft „genauso viel Kohlendioxid wie die Mobilität mit Verbrennungsmotoren“. Zwar wird Müller, was die Vorbereitung der Maßnahme anbelangt, dahingehend zitiert, dass „die Kommunikation im Vorfeld und die Einbindung der Elternschaft vielleicht nicht optimal“ gewesen sei und er sich da „momentan noch im Prozess befände“.

Dies deutet darauf hin, dass das Vorgehen ziemlich unabgestimmt erfolgt sein könnte. Auch die Epoch Times harrt noch einer Antwort auf die Frage, inwieweit Eltern und Schüler im Vorfeld in die Entscheidungsfindung eingebunden worden wären. Jedoch schien die Beteiligung der Schüler an den „Klimaschutz“-Märschen durchaus nahezulegen, dass eine weitreichende Maßnahme, die das gleiche Ziel verfolgt, auch auf entsprechenden Rückhalt der Betroffenen zählen würde.

Und grüß‘ mich nicht unter dem Drehspieß

Dem war aber nicht ganz so, schildert die „Achse“. Seit es grundsätzlich nur noch Kartoffelgratin & Co. statt Fleischgerichten dort gäbe, habe sich die Zahl der zum Essen Angemeldeten in der Mensa geradewegs halbiert. Nicht nur die Schüler hätten Reißaus genommen, selbst Lehrer hätten ihre Mittagspausen so unbemerkt wie möglich in nahe gelegene Döner- oder ähnliche Imbissbuden verlegt.

Beobachtungen dieser Art – Lehrer, die dazu bestimmt sind, ein Vorbild an ökologischer Lebensweise abzugeben, und deshalb heimlich in der Nachbarstadt die Wurstbuden unsicher machen – kannte man bislang aus anderen Zusammenhängen.

Martina Kayser und Paul-Albert Wagemann wussten in ihrem kritischen Buch über das Waldorfschulwesen aus dem Jahr 1996 ähnliches von dortigen Lehrern zu berichten. Seit dieser Zeit ist die diesbezügliche Gemeinschaftszucht an solchen Schulen weniger rigide geworden – Külsheim hingegen geht den entgegengesetzten Weg. Ob die Maßnahme immer noch in Kraft ist, hat uns die Schule trotz Nachfrage ebenfalls noch nicht mitgeteilt.

Dafür, solange es einen nicht selbst trifft

Der Bürgermeister der Stadt, obwohl ebenfalls nicht im Vorfeld in Kenntnis gesetzt, bescheinigte dem Schulleiter, dass dieser „ein Signal setze wollte“, was ihm „gelungen“ sei. Unter den Schüler seien ebenfalls positive Reaktionen zu verzeichnen – solange die Maßnahme nicht die Befragten selbst betreffe.

„Achse“-Autor Thilo Schneider hat indessen seine ganz eigene Theorie zu dem Vorgehen:

Und wenn ich mir das so durchlese, habe ich den leisen Verdacht, dass ich den Oberschulbannleiter vielleicht doch rehabilitieren muss: Er demonstriert seinen Schülern die praktischen Auswirkungen einer sozialistischen Diktatur mit ökologischem Antlitz. Dafür wiederum sei ihm dann gedankt!“

Auch auf der Homepage der PAGS findet sich kein Hinweis auf die Klimarevolution in der Schulkantine. Lediglich davon, dass der Spielenachmittag der Schule vom 22. Februar unter dem Motto „Spielend für Toleranz – gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit“ stand.

Mit der Teilnahme an dieser Initiative „für eine offene, bunte und menschenfreundliche Gesellschaft“ konnte man vielleicht auch nicht so viel falsch machen. Die damit verbundenen Anforderungen an die persönliche Verzichtsbereitschaft waren möglicherweise auch nicht ganz so weitreichend wie jene im Zusammenhang mit der klimagerechten Verpflegung in der Schulmensa.

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