Berlin zahlt Corona-Einsatzprämie an Landesklinikpersonal – Ver.di und Arbeitgeberverband einigten sich auf Sonderprämie

Von 8. April 2020 Aktualisiert: 8. April 2020 13:46
Die Mitarbeiter der landeseigenen Klinik-Unternehmen Berlins erhalten für ihr Engagement während der Corona-Pandemie eine Einsatzprämie. Dies gab das Land Berlin in einer Pressemitteilung bekannt.

Entsprechend einer Initiative des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Michael Müller (SPD), zahlt das Land Berlin für drei Monate eine Einsatzprämie von 450 Euro an das Klinikpersonal der zwei landeseigenen Unternehmen Vivantes und Charité. Damit soll das Engagement der Beschäftigten, die während der Corona-Pandemie besonders gefordert sind, finanziell gewürdigt werden.

Drei Monate lang erhalten insbesondere Beschäftigte in patientenversorgenden Bereichen je [Monat] 150 Euro als ‚Corona-Einsatzprämie'“, heißt es dazu in einer Pressemitteilung.

Müller begründet die Zahlung mit den Worten:

Mit dieser unbürokratischen Bonuszahlung von 150 Euro möchten wir unsere Wertschätzung und unseren Dank auch finanziell ausdrücken – gegenüber den Pflegekräften und all denjenigen, die bei Vivantes und in der Charité jeden Tag einen unermüdlichen und unverzichtbaren Dienst leisten, oft weit über ihre Belastungsgrenze hinaus.“

Dieser direkte Zuschuss über drei Monate sei ein erster Schritt, die vielen Mitarbeiter der Kliniken während der Corona-Krise in Berlin zu unterstützen, heißt es in der Mitteilung weiter.

7.000 Charité-Beschäftigte erhalten Corona-Einsatzprämie

Auch Prof. Dr. Heyo K. Kroemer, Vorstandsvorsitzender der Charité zeigt sich beeindruckt von dem Einsatz seines Personals:

Das unermüdliche Engagement beeindruckt uns tief und ist auch nicht selbstverständlich. Daher möchten wir rund 7.000 Charité-Beschäftigten in den krankenversorgenden Bereichen beginnend mit April eine freiwillige, dreimonatige Einsatzprämie von 150 Euro auszahlen, unsere Kolleginnen und Kollegen der CFM (Charité Facility Management) sind ausdrücklich miteingeschlossen.“

Dr. Andrea Grebe, Vorsitzende der Vivantes Geschäftsführung schließt sich dem Lob an: „Der persönliche Einsatz unserer Beschäftigten in dieser außergewöhnlichen Situation ist überwältigend. Die Bewältigung der Corona-Pandemie ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Wie gut dies gelingt, erleben wir täglich in unseren Kliniken und Senioreneinrichtungen. Für dieses außerordentliche Engagement möchten wir uns nicht nur mit Worten, sondern auch mit einer finanziellen Anerkennung bedanken.“

Zusammen versorgen Vivantes und Charité gut die Hälfte aller Krankenhauspatienten in der Hauptstadt. Beide Unternehmen gehören dem Land Berlin. Bei Vivantes arbeiten mehr als 17.000 Beschäftigte, davon rund 7.000 im Pflegedienst. Die Charité hat über 18.000 Beschäftigte, davon mehr als 4.500 Pflegekräfte.

Bundesweit soll Klinikpersonal Sonderprämie von 1.500 Euro erhalten

Das Klinikum Mittelbaden setzte zum 1. April als erstes Krankenhaus in Baden-Württemberg die ver.di Forderung nach einer monatlichen Prämie um. Mittelbaden zahlt 500 Euro an Beschäftigte, die in der kritischen medizinischen Infrastruktur bei der Covid-19 Versorgung tätig sind.

In dem kommunalen Krankenhaus mit Standorten in Rastatt, Baden-Baden und Bühl, in den sechs Pflegeheimen, und auch in den Servicetochtergesellschaften, erhalten Beschäftigte in den nächsten drei Monaten jeweils 500 Euro pro Monat zusätzlich. Nach den Plänen des Bundesfinanzministeriums können diese steuerfrei ausgezahlt werden.

Am Wochenende haben sich zudem ver.di und die Bundesvereinigung der Arbeitgeber in der Pflegebranche (BVAP) auf die Eckpunkte eines Tarifvertrages für eine Sonderprämie geeinigt. Diese gilt aufgrund der besonderen Belastung der Beschäftigten in der stationären Langzeitpflege und der ambulanten Pflege in der Corona-Krise.

Beschäftigte in Vollzeit erhalten demnach mit dem Juli-Gehalt eine Sonderprämie von 1.500 Euro, Teilzeitbeschäftigte eine Prämie entsprechend ihrer tatsächlich geleisteten Stunden. Die Prämie soll an Pflegefachkräfte, Pflegehilfskräfte und Pflegeleitungen gezahlt werden.

Ver.di will Prämie für Nicht-Tarifmitglieder

Auch Alltagsbegleiterinnen und -begleiter, Betreuungskräfte und Assistenzkräfte sind einbezogen. Hierbei haben sich die Tarifvertragsparteien am Geltungsbereich des Pflegemindestlohnes orientiert. Auszubildende in der Pflege sollen eine Prämie von 900 Euro erhalten.

„Wir wollen, dass die Pflegekräfte in der Altenpflege eine Prämie bekommen, unabhängig davon, ob sie einen Tarifvertrag haben oder nicht. Deshalb werden wir beantragen, dass der Tarifvertrag für allgemeinverbindlich erklärt wird und alle Arbeitgeber diese Prämie zahlen müssen – auch die kommerziellen Anbieter, die faire Löhne für die verantwortungsvolle Arbeit in der Pflege verweigern“, sagte Sylvia Bühler, Mitglied im ver.di-Bundesvorstand, nach der Einigung.

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