Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, steht nach einem Interview mit der dpa vor seiner Behörde.
Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, steht nach einem Interview vor seiner Behörde.Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Saunagang „grob unsolidarisch“? Bundesnetzagentur gegen Saunen im Winter

Epoch Times27. August 2022
Klaus Müller, Chef der Bundesnetzagentur, kann sich "nicht vorstellen, dass der Gasverbrauch im Freizeitbereich während des Winters angesichts der extrem hohen Energiepreise einfach weitergeht."

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, erwartet für den Winter Einschränkungen bei Saunen und Wellness-Einrichtungen. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Gasverbrauch im Freizeitbereich während des Winters angesichts der extrem hohen Energiepreise einfach weitergeht“, sagte Müller der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstagsausgabe). „In jedem Fall wäre das in einer Gasmangellage grob unsolidarisch“, ergänzte er.

Eine Gasmangellage hätte dramatische Folgen für Arbeitsplätze, Betriebe und Produktion, betonte Müller. „Das muss jedem klar sein – Jobs und die Herstellung wichtiger Güter sollten uns in der Energiekrise wichtiger sein als persönliche Annehmlichkeiten.“ Die Dramatik sei aber noch nicht bei allen angekommen. „Es wird zwar viel über die hohen Preise diskutiert, aber manche denken offenbar, das Ganze habe nichts mit ihnen zu tun“, sagte Müller.

BUND: Verbot von Heizstrahler nötig

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) forderte in der Zeitung ein Verbot von Heizstrahlern in der Gastronomie. „Es gibt gute Gründe, Heizpilze in der Außengastronomie zu verbieten“, sagte der BUND-Energieexperte Oliver Powalla dem Blatt. Im Winter werde nicht nur Gas, sondern auch Strom knapp und sehr teuer. „Den Luxus, auch bei winterlichen Temperaturen gemütlich warm draußen zu sitzen, können wir uns derzeit nicht leisten“, sagte Powalla.

Laut „Bild“-Zeitung schalten mehrere Handelsketten wegen der steigenden Strompreise inzwischen Rolltreppen ab. Dies betreffe etwa Filialen des Elektronikhändlers Saturn und der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof. Letztere spare auch bereits bei der Beleuchtung. Der Einkaufszentren-Betreiber ECE hält dem Bericht zufolge Rolltreppen in Randzeiten morgens und abends an. Der Möbelhändler Ikea prüfe neben dem Abschalten von Rolltreppen weitere Energiesparmaßnahmen.

Bundesnetzagentur: Längere AKW-Laufzeiten vielleicht nötig

Wegen eines drohenden Strommangels in Europa könnten die deutschen AKW nach Angaben der Bundesnetzagentur länger am Netz bleiben müssen. „In den laufenden Stresstests geht es um die Frage, ob unsere Atomkraftwerke länger am Netz bleiben müssen, um im Winter Strombedarfe bei uns und in Europa zu decken“, sagte Behördenpräsident Klaus Müller der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). „Das wird gerade von den Übertragungsnetzbetreibern sehr gründlich durchgerechnet.“

Zurzeit werde in Deutschland „zu viel Gas verstromt. Vor allem, um Frankreich zu helfen, weil dort wegen der Probleme mit den dortigen Atomkraftwerken nicht genug Strom erzeugt werden kann“, erklärte Müller. Gegen eine Gasmangellage in Deutschland könnte Atomkraft „nicht helfen. Denn wir benötigen das Gas als Grundstoff in der chemischen Industrie und für die Kraft-Wärme-Kopplung, also zum Heizen. Für beides ist Atomstrom kein Ersatz.“ (afp/dts/mf)



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