Cancel-Culture-Revolution? Eine Flutwelle gegen die #allesdichtmachen-Künstlerkritik

Von 28. April 2021 Aktualisiert: 28. April 2021 20:50
Ein satirischer Künstlerprotest im Stil der Regierungskampagnen richtete sich gegen die Kommunikationsform der Regierung mit den Bürgern in der Pandemie. Entgegen der beabsichtigten Wirkung der Schauspieler kam es jedoch zu Reaktionen, mit denen sie nicht gerechnet hatten. Es folgte ein Shitstorm und sogar Morddrohungen.

Die Aktion #allesdichtmachen zahlreicher Schauspielerinnen und Schauspieler, die sich in einer Video-Protestaktion mit „Ironie und Satire“ kritisch zu den Regierungsmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie geäußert haben, schlug einige Wellen. Neben positiven Feedback hagelte es an Kritik und Vorwürfen und kam vereinzelt sogar zu Gewaltaufrufen und Morddrohungen.

Einige Videos der Schauspieler wurden aus dem Netz entfernt, wie es in einer Stellungnahme einiger Vertreter der Aktion heißt, nicht weil sich die Künstler von ihren Statements distanzieren, sondern weil sie den Shitstorm nicht aushalten konnten und um ihre Familien zu schützen. Manche Teilnehmer haben sich mittlerweile aus Angst vor der Aktion zurückgezogen.

In Ihrer Stellungnahme schreiben einige der Künstler: „Wir lassen uns auch nicht in eine Ecke stellen mit Rechten, Verschwörungstheoretikern und Reichsbürgern. Auch die AfD steht für alles, was wir ablehnen. Wenn man sich nicht traut, Selbstverständlichkeiten anzumahnen, weil man Applaus von der falschen Seite fürchtet, dann zeigt das allenfalls, daß der Diskurs in eine Schieflage geraten ist.“

Den Künstlern gehe es darum, darauf aufmerksam zu machen, dass Kinder und Jugendliche um einen wichtigen Teil ihres Lebens betrogen werden und darauf hinzuweisen, dass die Schere von Arm und Reich immer größer werde.

In einem Youtube-Kanal wurden alle bisher zwölf gelöschten Videos der Aktion archiviert. Mindestens zwei der gelöschten Videos wurden inzwischen erneut veröffentlicht, die von Felix Klare und Christine Sommer.

Schauspielerin erhält Morddrohung

Schauspieler Ben Becker ist über das Ausmaß der Gewaltandrohungen erschüttert: „Meine Schwester sitzt zuhause und weint. Sie bekommt sogar Morddrohungen“. Seine Schwester Meret nahm mit einem Video an der Aktion teil.

„Was ist nur aus unserem Land geworden, dass man nicht mehr kritisch hinterfragen darf?“, sagte er gegenüber der „Bild“. Er selbst befindet sich bei Dreharbeiten für einen Film des „ZDF“.

„Ich sitze hier am Set in meinem Wohnwagen, und draußen stehen Leute und rufen, wo der Becker ist. Das macht Angst. Wer weiß, was noch alles passieren wird“, so Becker weiter.

Regisseur Brüggemann verteidigt die Aktion

Regisseur Dietrich Brüggemann, der einige Videos koordinierte und einige der Schauspieler für die Aktion begeisterte, äußerte sich gegenüber „Welt“,  dass sich die Gruppe gerade „sortiere“.

Die Leute seien „schwer verwundet“ und fühlten sich „existenziell bedroht“. Man wolle auch nicht, dass irgendjemand für die ganze Gruppe spreche, macht Brüggemann deutlich.

Für die Aktion wolle er sich nicht entschuldigen. Er stehe zu der Aktion. Die Kampagnen der Regierung seien „unehrlich“, sagte Brüggemann im Interview. Die Regierungskampagnen „Besondere Helden“ oder „Wir bleiben zuhause“ erwecken seiner Ansicht nach den Eindruck, der Lockdown sei doch schön. Es sei lustig, auf dem Sofa zu sitzen und Chips zu essen.

Doch die Wahrheit sei eine ganz andere. Der Lockdown sei für ganz viele Menschen im Land eine extreme, ungeheure existenzielle Belastung und Bedrohung. „Die Leute können nicht mehr,“ sagte Brüggemann. Auch diese Kontaktbeschränkungen und man dürfe nur soundsoviele Leute treffen, seien eine Belastung. „Es geht an die Essenz unseres Menschseins“.

„Es wäre ehrlich zu sagen: ‚Es steht nicht alles in unserer Macht. Wir wissen nicht mehr weiter. Wir müssen immer weiter … Maßnahmen, Maßnahmen‘“, so der Regisseur weiter. Die Video-Aktion habe nichts anderes als diese Kampagnen persifliert, „indem sie sie quasi nachgespielt hat“.

In einem anderen Interview kommentierte Brüggemann: „Unser Land ist momentan so zwiegespalten, dass die Aktion von einem Teil der Leute überhaupt nicht verstanden werden kann.“

Maas kommentiert

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) bezeichnete die Videos der Schauspieler als „respektlos gegenüber den Familien und Freunden der über 80000 Coronatoten“. In einem Teil 2 seines Tweets riet er jedoch offiziell davon ab, die Schauspieler „in eine Ecke mit Rechtspopulisten und Verschwörungstheoretikern“ zu stellen.

Viele hätten sich in der Vergangenheit für unsere Demokratie engagiert. Es sei auch „respektlos – gegenüber der Meinungsfreiheit“ über Berufsverbote zu diskutieren, so Maas.

Duin forderte Berufsverbot

Mit seinen Äußerungen bezog sich Maas auf Äußerungen von Garrelt Duin, ein prominentes Mitglied des „WDR“-Rundfunkrats und Ex-Landesvorsitzender der SPD in Niedersachsen, der zuvor Berufsverbot für die Künstler forderte.

Der deutsche Journalist und Autor Robin Alexander („Die Getriebenen“) hatte Duins Äußerungen scharf kritisiert: „Das geht nicht. Das ist verrückt.“

Luthe kritisiert „autokratisch-totalitäres Verständnis“

Der ehemalige FDP-Politiker und Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, Marcel Luthe, nun Spitzenkandidat der Freien Wähler, mahnte, dass der Gebühren-Rundfunk kein Staatsfunk ist.

„Gesetzliche Aufgabe des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist es, vielfältig und staatsfern zu informieren“, sagte Luthe gegenüber der „Berliner Zeitung“. Statt diesen Auftrag durchzusetzen, offenbare Duin jedoch ein „autokratisch-totalitäres Verständnis“ und disqualifiziere sich damit für jede Rolle in einem Rundfunkrat.

Der CDU-Landeschef von Mecklenburg-Vorpommern, Michael Sack, äußerte sich ebenfalls kritisch zu Duins Forderungen: „Bei solchen Berufsverbots-Phantasien sträuben sich mir nicht nur als Kind der DDR alle Nackenhaare“. Mit solchen Äußerungen würde das Vertrauen der Bevölkerung verspielt. Ein Rundfunkrat sollte Garant gegen jede Art von Zensur sein.

FDP-Vize Wolfgang Kubicki forderte gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben), dass es möglich sein müsse, „die Corona-Politik der Bundesregierung zu kritisieren, ohne als ein Querdenker oder Menschenfeind abqualifiziert zu werden“.

 

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