Ständig laufen Fußgänger E-Scooter-Slalom um achtlos abgestellte Geräte. Der Berliner Verein FUSS will die Situation auf den Gehwegen nicht länger hinnehmen.Foto: iStock

„Der Gipfel der Verwilderung“ – Berliner Verein organisiert Demo gegen E-Scooter-Chaos

Epoch Times27. August 2019
„Unsere Wege verkommen zu Rumpelräumen und Rennpisten. Falschparker stehen schamlos auf Gehwegen und an Straßenecken." So beurteilt der Berliner Verein FUSS die Situation auf den Gehwegen.

„Nie seit der ersten Nachkriegszeit waren Berlins Gehwege so unbrauchbar wie heute.“ So schätzt der Verein FUSS laut „Welt“ die Situation auf Berlins Gehwegen ein. Denn dort parken vor allem E-Scooter kreuz und quer.

Eine Absichtserklärung könnte nun Abhilfe schaffen. Der Deutsche Städtetag und der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat mit den vier großen Betreibern von Leih-Elektrorollern eine Einigung erzielt.

Doch so konkret und verbindlich sind die Regeln in der Absichtserklärung nicht. Zwar dürften E-Roller „nicht ungeordnet“ auf Gehwegen, in Fußgängerzonen, auf öffentlichen Plätzen oder vor Denkmälern und ähnlichem aufgestellt werden, aber daran hält sich nicht jeder. Auch eine extra eingerichtete App, die die ordnungsgemäße Abstellung der Roller bestätigt, ändert nicht viel an der chaotischen Situation.

Stattdessen könne Lob und Strafe die E-Scooter-Nutzer erziehen. In einer unverbindlichen Idee heißt es in der Erklärungsabsicht, dass Nutzer belohnt werden könnten, sobald der Roller in einem bevorzugten Gebiet abgestellt würde. Dann könnte sich auch der Mietpreis mindern. Bei mehrfachen Abstellverstößen hingegen könnten Nutzer gesperrt werden.

Der Verein FUSS habe trotz allem noch die Hoffnung, dass in diesem Sommer mit den E-Rollern der „Gipfel der Verwilderung“ erreicht sei. Damit dies gelingt, sind jetzt alle Fußgänger gefragt.

Demonstration „Rad ab!“ am 28. August

„Unsere Wege verkommen zu Rumpelräumen und Rennpisten. Falschparker stehen schamlos auf Gehwegen und an Straßenecken“, heißt es auf der Website des Berliner Vereins FUSS.

Viele Fußgänger würden sich behindert oder bedroht fühlen. Dabei wären alle auf Sicherheit und Raum beim Gehen angewiesen. Der Verein FUSS verleiht seinen Forderungen nach Ordnung auf Gehwegen und Straßen Stimme. Am 28. August 2019 findet eine Demonstration statt: „An diesem Tag holen wir uns unsere Wege zurück.“

Mit einem „Demonstrationsspaziergang für Fußgängerrechte“ starten die Teilnehmer morgen um 16.00 Uhr in der Nähe des Alexanderplatzes zwischen Kaufhof und Karl-Liebknecht-Straße. Rund um den Alex setzt sich der Verein sodann seine Forderungen ein:

  • Gehwege nur zum Gehen
  • Strafen für Schwarzparken und –fahren
  • Leihfahrzeuge weg vom Gehweg
  • An Ampeln länger Grün!

Die Demonstration ist übrigens auch für Senioren geeignet. Die Strecken sind ebenso wie die Reden kurzgehalten,  große Straßen werden vermieden.

Ausdrücklich bittet der Verein darum, bunte Schwimmnudeln mitzubringen. Sie sollen als symbolischen Gehweg-Zaun dienen. (sua)

 



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