Gerade Ausländer seien interessiert sich für 3.000 bis 5.000 Euro durch Fahrschul-Theorieprüfungen schleusen zu lassen.Foto: iStock

Familien-Clans schleusen Ausländer durch Fahrschul-Theorieprüfung

Epoch Times19. September 2018 Aktualisiert: 19. September 2018 21:23
Familien-Clans in Deutschland schleusen anscheinend seit Jahren hauptsächlich ausländische Fahrschüler gegen Bezahlung durch die Theorieprüfung. RTL-Moderator Burkhard Kress stellte für das Magazin „Extra“ nun das Ergebnis seiner einjährigen Recherche vor.

Familien-Clans haben sich zusätzlich zu den bestehenden „Geschäftszweigen“ wie Autohandel, Drogenhandel, Waffenhandel, Immobilienhandel, Prostitution, Spielcasinos, Papierfälschung, Raubüberfälle, Medikamentenhandel, Schutzgelderpressung u. a. noch eine zusätzliche Einnahmequelle erschlossen – Menschen durch Fahrschulprüfungen zu schleusen.

Das will nun RTL-Moderator Burkhard Kress für das Magazin „Extra“ in einer einjährigen Recherche herausgefunden haben. Mindestens sechs Familien-Clans sollen in Deutschland diese Form von illegaler Schleusung anbieten. In der Sendung wurde auch von einem Aussteiger berichtet. Dieser soll in seiner aktiven Zeit rund zehn Prüflinge pro Tag durch die theoretische Prüfung geschleust haben. Dadurch ergab sich für den Mann ein Monatsgehalt von rund 80.000 Euro, berichtet „Der Westen“.

Für den Betrug nutzen sie ausgeklügelte Spionagetechnik

Konkret läuft dies so ab: Mit einer Spionagekamera wird bei der Theorieprüfung der Computer-Bildschirm mit den Aufgabenstellungen gefilmt. Die Aufnahmen werden an eine Verbindungsperson übertragen. Dieser löst die Aufgaben und gibt die Lösungen per Smartphone an das Mini-Mikrofon im Ohr des Prüflings weiter.

Gerade Ausländer seien interessiert daran diesen betrügerischen Dienst für 3.000 bis 5.000 Euro, die sie dafür an die „Helfer“ bezahlen müssen, zu nutzen, hätte der RTL-Reporter herausgefunden. Das läge daran, dass sie häufig die deutsche Sprache bei den Aufgabenstellungen in der Theorieprüfung nicht verstehen würden. Gleichzeitig bekämen sie aber viele Fahrerjobs angeboten. Daher benötigen sie den Führerschein.

Auch der Sehtest und die Erste-Hilfe-Ausbildung würden gefälscht, heißt es in dem Bericht. Wie allerdings die praktische Führerscheinprüfung dann bestanden wird, wird in dem RTL-Bericht nicht erwähnt.

TÜV-Sprecher: „Das ist ein echtes Thema, dass uns in der letzten Zeit auch echt beschäftigt“

In der Reportage kommt Arne Böhne vom TÜV-Rheinland zu Wort. Er macht deutlich, dass der TÜV über diese Form von Betrug bescheid weiß. „Wir haben jetzt seit fünf, sechs Jahren intensiver damit zu tun. Vorher war das noch nicht so, weil eben die technische Ausrüstung noch nicht für jedermann so einfach zu bekommen war“, so Böhne.

In diesem Zusammenhang sei es in den letzten Monaten immer wieder zu bedrohlichen Situationen für die TÜV-Prüfer gekommen. Zum Beispiel dann, wenn eine Prüfung kurzfristig abgebrochen wurde, weil der Prüfer einen Betrug vermutete. „Dann haben unsere Mitarbeiter in den letzten Monaten, seit anderthalb, zwei Jahren etwa, gehäuft mit bedrohlichen Situationen zu tun. Das ist ein echtes Thema, das uns in der letzten Zeit auch echt beschäftigt“, so Böhne weiter. Juristisch ist das Thema heikel: Zwar seien solche Täuschungsmanöver verboten, jedoch nicht strafbar. Prüflinge, die des Betrugs überführt werden bekämen nur eine mehrwöchige Sperre. Anschließend kann die Prüfung erneut wiederholt werden. (er)



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