FDP: „ARD und ZDF verletzen Rundfunkstaatsvertrag“ – Baerbock und Habeck am häufigsten in Polit-Talkshows

Epoch Times28. Juni 2019 Aktualisiert: 28. Juni 2019 13:48
Der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Michael Theurer, wirft ARD und ZDF vor, den Rundfunkstaatsvertrag zu verletzen, der eine objektive und ausgewogene Berichterstattung verlangt. AfD-Chef Jörg Meuthen sieht darin "Methode".

Die beiden Grünen-Vorsitzenden, Annalena Baerbock und Robert Habeck, sind die begehrtesten Gäste in den politischen Talkshows von ARD und ZDF. Das ergab eine Auswertung des Nachrichtenmagazins Focus. Demnach seien Baerbock und Habeck im ersten Halbjahr 2019 jeweils fünf Mal zu Gast in einer Sendung gewesen. Die Auswertung beziehe sich auf die Fernsehsendungen „Anne Will“ (ARD), „Hart aber fair“ (ARD), „Maischberger“ (ARD) und „Maybrit Illner“ (ZDF).

Hinter den beiden Grünen-Vorsitzenden landeten mit Armin Laschet (CDU), Norbert Röttgen (CDU), Manfred Weber (CSU), Hubertus Heil (SPD), Kevin Kühnert (SPD) und Katrin Göring-Eckardt (Grüne) sechs Politiker mit jeweils vier Auftritten.

Bei der Frage, von welcher Partei am meisten Politiker geladen wurden, liege die CDU vorne, berichtet das Nachrichtenmagazin weiter. Insgesamt seien seit Jahresbeginn 40 Mal CDU-Politiker in die Talkshows von ARD und ZDF geladen worden. Dahinter folgten SPD (33 Auftritte), die Grünen (21), FDP (18), Linke (11) und AfD (8). Den letzten Platz belege die CSU mit sieben Auftritten.

FDP: „ARD und ZDF verletzen Rundfunkstaatsvertrag“

Aus der Politik kommt Kritik an der Gästeauswahl von ARD und ZDF, weil die Grünen als kleinste Oppositionspartei im Bundestag insgesamt die drittmeisten Auftritte haben. „Wir erleben es immer wieder, dass die FDP in öffentlich-rechtlichen Angeboten keinen angemessenen Raum bekommt – insbesondere verglichen mit der kleinsten Oppositionspartei im Bundestag, den Grünen“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Michael Theurer, dem Nachrichtenmagazin Focus.

Er warf ARD und ZDF vor, den Rundfunkstaatsvertrag zu verletzen, der eine objektive und ausgewogene Berichterstattung verlangt. „Die öffentlich-rechtlichen Sender müssen sich dringend wieder stärker an ihrem Auftrag orientieren“, so der FDP-Politiker weiter.

Meuthen: „Das hat Methode“

Der AfD-Chef Jörg Meuthen erklärte: „Man spricht in den Talkshows gern und oft über uns, aber nur sehr selten mit uns – das hat Methode.“ Mit demokratischem Diskurs habe das wenig zu tun.

Die Sender wiesen die Kritik zurück. „Die Auswahl der Gäste in unseren Talk-Formaten erfolgt themenbezogen und nach journalistischen Kriterien“, sagte ein ARD-Sprecher dem Nachrichtenmagazin Focus. Ein ZDF-Sprecher hob hervor, dass sich die Gästeauswahl bei „Maybrit Illner“ nach dem Thema richte, das erst in der Sendewoche endgültig festgelegt wird. (dts)



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