INSA-Umfrage zu EU-Wahl: Grüne halbiert, AfD verdoppelt ihren Stimmenanteil

Im Jahr 2019 segelten die Grünen auf der Welle von „Fridays for Future“ auf mehr als 20 Prozent. Einer aktuellen INSA-Umfrage zur EU-Wahl im Juni zufolge würde die Partei auf 10,5 Prozent abstürzen. Die AfD würde sich auf 22 Prozent verdoppeln.
Maximilian Krah strebt an die Spitze der AfD-Liste zur Europawahl.
Maximilian Krah steht an die Spitze der AfD-Liste zur Europawahl.Foto: Carsten Koall/dpa
Von 13. Februar 2024

Am Dienstag, 13. Februar, veröffentlichte das Portal „t-online“ das Ergebnis einer von ihm selbst in Auftrag gegebenen Umfrage von INSA zur EU-Wahl. Dieser zufolge kündigt sich bei der Wahl der deutschen Abgeordneten ein politischer Paukenschlag an. Die Parteien AfD und BSW wären zusammen stärker als die Union. Der Stimmenanteil der Grünen wäre fast halbiert. Die EU-Wahl findet in Deutschland am 9. Juni statt.

EU-Wahl 2019 stand im Zeichen von „Fridays for Future“

Im Jahr 2019 hatte ein medial gestützter Hype um die Klimabewegung „Fridays for Future“ den Grünen in Deutschland einen Erdrutschsieg beschert. Mit 20,5 Prozent erzielten sie ihr höchstes bundesweites Ergebnis aller Zeiten.

Demgegenüber blieb die AfD mit elf Prozent deutlich unter ihren Erwartungen. Offenbar hatten ihr vor allem in Westdeutschland ihre skeptische Haltung zum Klimaschutz und Enthüllungen wie die „Ibiza-Affäre“ in Österreich geschadet.

Behält INSA recht, würde die AfD im Juni nach knapp drei Jahren grüner Regierungsbeteiligung den Spieß umdrehen. Die Grünen würden demnach mit 10,5 Prozent nur noch knapp im zweistelligen Bereich bleiben. Demgegenüber würde die AfD mit Spitzenkandidat Maximilian Krah ihr Ergebnis auf 22 Prozent verdoppeln. Offenbar haben die „Correctiv“-Enthüllungen über das sogenannte Geheimplan-Treffen in Potsdam und die anhaltenden Massendemonstrationen für die EU-Wahl keine Bedeutung.

Klimaschutz und Ukraine-Unterstützung keine Gewinnerthemen bei EU-Wahl

Die 2019 von Blogger Rezo „zerstörte“ CDU/CSU wäre zwar mit 27 Prozent weiterhin stärkste Partei bei der EU-Wahl in Deutschland. Allerdings wären das um weitere knapp zwei Prozentpunkte weniger als bei der vorangegangenen Wahl. Ob EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, EVP-Spitzenkandidat Manfred Weber oder CDU-Chef Friedrich Merz die Hauptverantwortung für den begrenzten Zuspruch tragen, geht aus den Umfragedaten nicht hervor.

Mit 16 Prozent würde das Ergebnis der SPD mit Katarina Barley gegenüber 2019 (15,8 Prozent) fast unverändert bleiben. Demgegenüber könnte sich die Linkspartei mit 4,5 Prozent noch einmal aufbäumen. Während sie vor fünf Jahren auf 5,5 Prozent gekommen war, liegt sie in mehreren aktuellen Umfragen zur Bundestagswahl nur noch bei drei Prozent. In Westdeutschland würde sie sogar leicht zulegen. Offenbar hat die Linke mit der Kandidatur von Kapitänin und Klimaaktivistin Carola Rackete einen Nerv getroffen.

Die FDP mit Spitzenkandidatin Marie-Agnes Strack-Zimmermann würde INSA zufolge von 5,4 auf drei Prozent abstürzen. Auch wenn die Bundespolitik dabei eine bedeutende Rolle spielen dürfte, zeichnet sich ein weiterer Trend zur EU-Wahl ab: Neben der Klimapolitik ist auch eine noch schärfere Konfrontationspolitik gegenüber Russland kein Gewinnerthema.

Dies lässt sich auch dem Umstand entnehmen, dass das „Bündnis Sahra Wagenknecht – Vernunft und Gerechtigkeit“ (BSW) aus dem Stand auf 5,5 Prozent käme. Der in der Corona-Zeit maßnahmenkritische Arzt und versetzte Leiter des Gesundheitsamts Aichach-Friedberg, Friedrich Pürner, würde sich damit auf dem sechsten Listenplatz voraussichtlich um ein Kampfmandat bewerben.

AfD im Osten bei 32 Prozent – BSW bei neun – starke CDU-Verluste in neuen Bundesländern

Teilweise deutliche Unterschiede würden sich der INSA-Umfrage zufolge im Vergleich zwischen Ost- und Westdeutschland zeigen. Im Osten würde die CDU von 21,5 Prozent vor fünf Jahren weiter deutlich abbauen und käme nur noch auf 17 Prozent. Die AfD könnte sich von 21 auf 32 Prozent steigern und wäre mit Abstand stärkste Kraft. Das BSW würde im Osten auf Anhieb neun Prozent der Stimmen erlangen.

Die SPD käme in den neuen Bundesländern auf 12 Prozent (-0,2), die Grünen auf neun Prozent (minus 2,6), die Linkspartei auf sieben Prozent (minus 6,4) und die FDP auf zwei Prozent (minus 2,2). In Westdeutschland kämen CDU und CSU auf 29 Prozent (minus 1,5), die AfD auf 20 Prozent (plus 11,2), die SPD auf 17 Prozent (plus 0,4), die Grünen auf elf Prozent (minus 11,5), die Linkspartei auf vier Prozent (plus 0,2) und die FDP auf drei Prozent (minus 2,6). Das BSW käme in Westdeutschland auf fünf Prozent.

Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindung und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang.



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