Lagebild zur Clankriminalität in NRW: Zahl der arabischen Clans höher als erwartet

Epoch Times28. März 2019 Aktualisiert: 28. März 2019 13:06
Das erste Lagebild zur Clankriminalität in NRW zeigt, dass allein 300 Clanmitglieder für rund ein Drittel der Straftaten verantwortlich sind. 20 Prozent aller Tatverdächtigen Clanmitglieder sind dabei überraschenderweise Frauen.

Laut dem aktuellen polizeilichen Lagebild zu den Clanstrukturen breiten sich kriminelle arabische Clans in Nordrhein-Westfalen offenbar immer weiter aus.

„Wir haben etwa 100 Clans in Nordrhein-Westfalen (NRW). Wir zählen für das Lagebild nur Familiennamen, auch wenn sie in verschiedenen Städten vorkommen. Für uns ist ein Name ein Clan.“, so Thomas Jungbluth, leitender Kriminaldirektor beim Landeskriminalamt zur „RP-Online“.

November 2018 ging die Polizei noch von rund 50 Clans in NRW aus. Seit rund einem Jahr arbeiten die Sicherheitsbehörden am ersten Lagebild über kriminelle Clans in NRW. Künftig soll das Lagebild regelmäßig aktualisiert werden.

Bundesweites Lagebild zur Clan-Kriminalität in Arbeit

Auch ein bundesweites Lagebild über Clans sei in Arbeit. Das Landeskriminalamt sei mit dem Bundeskriminalamt in der Sache in Kontakt und man überlegt, wie es erstellt werden könnte, berichtet Jungbluth.

Laut dem NRW-Lagebild haben Clanmitglieder in den letzten drei Jahren 14.225 Straftaten begangen. Dabei zählten die Ermittler 6.449 tatverdächtige Personen, von denen 20 Prozent der Tatverdächtigen für den Kriminaldirektor überraschenderweise Frauen sind.

Auffallend ist auch, dass allein 300 von ihnen für rund ein Drittel der Straftaten verantwortlich sind. Die Dunkelziffer an Taten und Täter soll jedoch deutlich höher sein, äußert Jungblut der RP-Online gegenüber.

In Sachen Clankriminalität liegt in NRW das Ruhrgebiet klar vorn. Führend bei der Zahl an kriminellen Clanmitgliedern ist die Stadt Essen, dann folgt Duisburg, Bochum, Recklinghausen und Dortmund. Aber auch der Raum Mettmann ist stark betroffen, so das LKA Gelsenkirchen.

Streng muslimischer Glaube spielt bei Clans keine Rolle

Nach Angaben des LKA-Gelsenkirchen unterhält der Berliner Abou-Chaker-Clan Kontakte nach Nordrhein-Westfalen. Allerdings spiele er dort eher eine untergeordnete Rolle.

Auch Verbindungen von Clans zum IS wurden geprüft. Fundiertes wäre dabei allerdings nicht gefunden worden, so Jungbluth gegenüber der „RP“. Einzelne Mitglieder würden möglicherweise Kontakte zum IS unterhalten, aber in der Regel spiele der streng muslimische Glaube bei Clans keine Rolle.

Gewaltdelikte geschehen oftmals im Streit zwischen rivalisierenden Clans. Sie seien sich untereinander nicht grün und würden ihre Konflikte nach ihren eigenen Regeln, nach ihrem Wert- und Ehrverständnis austragen, so Jungbluth. „Da entstehe eine Paralleljustiz, die wir nicht akzeptieren können, so der Kriminaldirektor. (er)

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