Manipulationsvorwürfe vor Gesetzesänderung: „Tagesschau“ zeichnet tiefrote Corona-Karte

Von 15. April 2021 Aktualisiert: 15. April 2021 18:44
Das Corona-Inzidenz-Schaubild der ARD hat sich vor der Einführung des neuen Infektionsschutzgesetzes von orange-rot hin zu dunkelrot verändert. Manipulationsvorwürfe weist der öffentlich-rechtliche Sender jedoch von sich. Der hauseigene „Faktenfinder“ erklärt die Hintergründe.

Rot, Dunkelrot, Tiefrot und kaum noch Orange sind auf der Corona-Karte der 7-Tages-Inzidenzen des ganzen Landes zu sehen, die von der „Tagesschau“ am 9. April veröffentlicht wurde und eine schlimme Lage erahnen lassen. Das Lagebild hat sich im Vergleich zur Karte vom 17. März völlig geändert, die noch ein hoffnungsvolles Bild in frühlingshaften Farben vermittelte: mehrere Orangetöne, manchmal Gelb, nur ein paar rötliche Flecken, selten dunkelrot. Je dunkler die Farbe, bis hin zum dunkelsten Rot, umso höher ist der damit dargestellte Inzidenzwert in den Landkreisen verteilt über Deutschland, erklärt die Legende.

Doch die dramatisch erscheinende Änderung der Lage beruht nur wenig auf steigende Inzidenzzahlen. Hauptsächlich verantwortlich für die geänderte Wahrnehmung sind die farblichen Zuordnungen, die die „Tagesschau“ den Werten zugeschrieben hat. Man hat einfach dunklere Farben für dieselben Inzidenzwerte genommen, die noch drei Wochen zuvor heller dargestellt worden waren.

Waren im März noch Werte bis 50 in Hellorange und bis 100 in Orange, wurden denselben Werten im April bereits Rot und Dunkelrot zugewiesen, was die Landkarte im Ganzen bedrohlicher und düsterer erscheinen lässt. Stellte man im März noch 250 als gefährlich hohen Wert in Rot dar, wurde im April dieselbe Farbe für den Inzidenzwert von 50 verwendet.

Die Änderung geschah kurz vor der Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes. Mit der Neuerfassung umgeht die Bundesregierung die Ländervertretung bei der Umsetzung der Corona-Verordnungen auf Länderebene. Der Vorstoß wurde durch die Grünen mitgetragen.

ARD-„Faktenfinder“ findet die richtigen Fakten

Auf eine Welle der Kritik und Manipulationsvorwürfe gegen die „Tagesschau“ nahm Nachrichtenredakteur Patrick Gensing in dem Artikel „Faktenfinder. Grafiken der tagesschau – Keine Manipulation bei Corona-Karten“ Stellung.

Gensing wies die Manipulationsvorwürfe zurück. Seiner Aussage nach habe es sich um eine reine Formsache gehandelt. Die „Tagesschau“ habe im Fernsehen und im Web unterschiedliche Farbskalen bei Corona-Karten verwendet. „Diese uneinheitliche Darstellung hat für Verwirrung und Kritik gesorgt“, so der Nachrichtenredakteur weiter.

„Wegen des dynamischen Infektionsgeschehens wurden die jeweils höchsten Klassen unterteilt – für die neuen Klassen wurden zusätzliche Rottöne eingeführt. Die Darstellung der bisherigen Klassen blieb aber stets gleich“, heißt es im ARD-„Faktenfinder“.

Die Chefredaktion von ARD-aktuell entschuldigte sich für „die Verwendung der unterschiedlichen Grafiken“, was zu „Missverständnissen oder Irritationen“ geführt habe.

Danke für die unglaubliche Erklärung

Der Münchner Digitalexperte Christian Henne, der als einer der ersten auf die Kartenänderung aufmerksam wurde, hält laut „Bild“ die Stellungnahme für einen Rechtfertigungsversuch:

„Danke für die Erklärung. Um ehrlich zu sein, halte ich Ihre Begründung aber für unehrlich. Sie haben die Rottöne verdunkelt. Die Karte hätte sich bei identischen Inzidenzen automatisch dunkler gefärbt. Ich denke, das wissen Sie auch.“

Zuschauer äußerten sich demnach ebenfalls kritisch zur Änderung der Grafik: „Der ERSTE Beitrag geht bis 500 und ist somit geeignet, höhere Werte darzustellen, der zweite NICHT (Skala nur bis 200). Es ist also gerade NICHT so, dass da einer gestiegenen Inzidenz Rechnung getragen wird“.

Ein anderer Internet-User kommentierte die Stellungnahme mit den Worten: „Tagesschau meldet: Tagesschau hat alles richtig gemacht.“


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