Laut Medienberichten wollte Monsanto die Kritiker "erziehen", besonders hartnäckige Gegner sogar "überwachen".Foto: dpa

Monsanto-Lobbyismus: Ex-Umweltministerin Hendricks soll umerzogen werden

Epoch Times5. August 2019 Aktualisiert: 5. August 2019 10:26
US-Saatgutkonzern Monsanto erstellten Listen mit Kritikern ist laut "Süddeutscher Zeitung" die ehemalige Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) aufgeführt. Sie wird demnach als möglicherweise noch beeinflussbar eingestuft.

Auf den vom US-Saatgutkonzern Monsanto erstellten Listen mit Kritikern ist laut „Süddeutscher Zeitung“ die ehemalige Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) aufgeführt. Hendricks sei in ihrer Position zu dem Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat von Monsanto  „potentially moveable“, also möglicherweise noch zu bewegen, zitierte die Zeitung am Montag aus einem Auszug aus der sogenannten Stakeholder-Liste von Monsanto. Hendricks‘ Fall ist der erste in Deutschland, der publik wird.

Anfang Mai war in Frankreich bekannt geworden, dass die PR-Agentur Fleishman Hillard im Auftrag Monsantos geheime Listen mit Kritikern führte. Laut Medienberichten wollte Monsanto die Kritiker „erziehen“, besonders hartnäckige Gegner sogar „überwachen“. Der Mutterkonzern von Monsanto, Bayer, entschuldigte sich.

Nach Angaben von Bayer hatte Fleishman Hillard in sieben europäischen Ländern Listen mit Kritikern zusammengestellt, darunter auch in Deutschland. Dazu kamen Kritiker „im Umfeld der EU-Institutionen“. Eine von Bayer beauftragte Kanzlei schrieb nach Angaben des Konzerns alle auf den Listen Aufgeführten an. In Deutschland wurde aber bislang nicht bekannt, wer auf den Listen stand.

Die „Süddeutsche“ zitierte nun aus dem Dossier über Hendricks, „gewünschtes Ziel des Engagements“ sei es, die Ministerin dazu zu bringen, „zu einer neutralen Haltung zu wechseln“. Als mögliche „Transporteure der Botschaft“ definiert das tabellarische Dossier demnach „andere SPD-Mitglieder, so hochrangig wie möglich“, sowie „andere Bürokraten“.

„Dass Dossiers mit solchen Handlungsanweisungen angefertigt wurden, ist befremdlich“, sagte Hendricks der „Süddeutschen“. „Beruhigend, dass es keiner versucht hat.“

ilo/bk/sua



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