Abenteuerspielplatz Wald.Foto: Nancy McDonnell

Mutter dreier Söhne und Lehrerin aus Überzeugung: „Jungs sind die Verlierer“ im Schulsystem

Epoch Times5. Juni 2019 Aktualisiert: 5. Juni 2019 16:35
"Jungs, die sich gerne bewegen würden, die zappeln und aufspringen, aber sitzen sollen. Am liebsten würde ich dann immer sagen: "Raus! An die Luft! Und toben!!!" Aber dafür werde ich nicht bezahlt." Das sagt Heidemarie Brosche in einem Interview zum Thema Jungs und Schule.

Schon in ihrer Schulzeit hat sie sich über manche Dinge geärgert. Schon damals haben „reihenweise“ neben ihr die Kinder „eins auf den Deckel“ bekommen. Ihr hat es früher nicht gefallen, wenn Kinder kleingemacht wurden. Das sagte die bayrische Mittelschullehrerin und Autorin Heidemarie Brosche in einem Impulsvortrag am 6. März 2018 im Café Tür an Tür zum Thema: „Mein Kind ist genau richtig, wie es ist“.

In einem aktuellen Interview mit Stadtlandmama berichtet sie über die Schwierigkeiten, denen gerade Jungs im heutigen Schulalltag gegenüberstehen. Jeden Tag erlebt sie es:

Jungs, die sich gerne bewegen würden, die zappeln und aufspringen, aber sitzen sollen. Am liebsten würde ich dann immer sagen: „Raus! An die Luft! Und toben!!!“ Aber dafür werde ich nicht bezahlt.“

Der Bewegungsdrang bei Jungs sei nun einmal größer als bei Mädchen, auch wenn es unter den Mädchen ebenfalls „bewegungsfreudige“ Exemplare gebe. Längst sei die große Entdeckerfreude eingedämmt und die Jungen leben „ihre Abenteuerlust viele Stunden im Sitzen an der Konsole aus“.

„Wilde Jungs“ scheinen eine Belastung zu sein.

Es fehlen eben die Lebensräume, wo man das Wilde, Laute ausleben kann, ohne anderen auf die Nerven zu gehen oder Gefahren heraufzubeschwören. Wohnungen sind oft klein und hellhörig, da verstehe ich, dass viele Eltern von lebhaften Kindern erleichtert aufseufzen, wenn endlich Ruhe einkehrt – via Handy, Konsole, TV. Und nach einem Tag voller Arbeit wollen Eltern halt auch gerne mal ihre Ruhe haben“, sagt Brosche.

Wichtig sei, dass ein Junge das Gefühl vermittelt bekomme, dass er richtig sei, wie er ist – auch wenn er mal tobt und laut ist.

Als Lehrerin legt Brosche großen Wert, dass die Schüler die Situation richtig einordnen können und keinen Fehler in ihrer Person per se sehen. Sie sagt:

Es ist ein Unterschied, ob ich als Lehrkraft sage: „Du bist ZU laut. Du bist ZU lebhaft.“ oder ob ich sage: „Du bist laut und lebhaft. Das ist toll! Aber hier in der Klasse brauchen wir zum Arbeiten und Lernen Ruhe. Bitte bemühe dich, so gut es geht. Ich bemühe mich dafür, immer wieder Gelegenheiten zu schaffen, wo du dich bewegen und auch mal laut sein kannst.“

Und diese Gelegenheiten bieten sich vor allem in der Natur. Denn selbst ein Fußballplatz bietet zwar Bewegung, sei aber „kein Ersatz für die Abenteuer, die Jungs früher in der Natur erleben konnten.“

Insoweit sieht die Mittelschullehrerin die Jungen als „Verlierer in der Schule“. Denn in der Schule wird beispielsweise Wert auf Feinmotorik (Schönschrift und Malen) gelegt. Das liegt eher den Mädchen. Dinge wie „Steine klopfen“ und „Holz hacken“ wären hingegen Tätigkeiten, die den grobmotorisch veranlagten Jungen liegen würden. Doch, wo gibt es so etwas in Schulen? Wenn man den ohnehin schon unmotivierten Jungen keinen Anreiz bieten würde, den Schulstoff zu lernen, dann würden sie das werden, was man „schulisch faul nennt“.

Die Lehrerin und Mutter von drei Söhnen betont, dass jedes Kind richtig ist, wie es ist. Kinder dürften laut sein, sie dürften wild sein. Sie dürften auch albern sein. Ihre Tipps und Weisheiten gibt die Mutter und Lehrerin in ihren Büchern weiter.

Bereits 2017 ist das Buch von Heidemarie Brosche mit dem Titel „Mein Kind ist genau richtig, wie es ist“ erschienen.
ISBN: 978-3466346745

(sua)


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