Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.Foto: JENS SCHLUETER/AFP via Getty Images

Steinmeier: „Wir werden das Virus besiegen“ – Selbstbeschränkung soll Leben retten

Epoch Times16. März 2020 Aktualisiert: 16. März 2020 8:09
Alles, was zur Verlangsamung der Coronavirus-Ausbreitung diene, müsse "ernsthaft und ohne Denkverbote geprüft und dann rasch und konsequent umgesetzt werden", sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat in der Coronavirus-Krise einen Appell an die deutsche Bevölkerung gerichtet. „Wir werden das Virus besiegen. Aber in was für einer Gesellschaft wir danach leben werden, und in was für einer Welt, das hängt davon ab, wie wir heute handeln“, sagte das Staatsoberhaupt dem Nachrichtenportal T-Online.

Steinmeier nannte drei Aufgaben für Deutschland: Die erste und wichtigste sei es, „die weitere Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit unser Gesundheitssystem die rasch steigende Last der Neuansteckungen bewältigen kann. Damit wir so viele Leben retten wie irgend möglich. Drastische und sofortige Einschnitte in unser tägliches Leben, unseren Berufsalltag sind dafür notwendig, auf alte Gewohnheiten wie Umarmungen, den Begrüßungskuss, das Händeschütteln müssen wir eine Zeitlang verzichten.“

Unsere Selbstbeschränkung heute könne morgen Leben retten, so Steinmeier. Bundes- und Landesregierungen handelten entschlossen und gezielt, um die Ausbreitung zu verlangsamen und Vorbereitungen voranzutreiben.

Alles, was diesen Zielen diene, müsse „ernsthaft und ohne Denkverbote geprüft und dann rasch und konsequent umgesetzt werden“, so Steinmeier.

Die zweite Aufgabe sei es, „unsere Wirtschaft über diesen dramatischen Einschnitt hinwegzubringen“. Die dritte, „Europa zusammenzuhalten“. Die Corona-Krise fordere uns heraus. „Wir haben es in der Hand, ob die Solidarität nach innen und außen die Oberhand gewinnt – oder der Egoismus des Jeder für sich. Die Welt wird danach eine andere sein. In welche Richtung es geht, das hängt von uns ab.“

Drastische Maßnahmen in Corona-Krise

In den vergangenen Tagen hatten sich die Ereignisse überschlagen. Nach und nach hatten alle Länder die Schließung von Kitas und Schulen für diese Woche angekündigt.

Drastische Maßnahmen ergriff auch Berlin. Mit sofortiger Wirkung verbot die Stadt am Samstag alle Veranstaltungen mit mehr als 50 Teilnehmern. Clubs, Kneipen, Sport- und Kulturstätten wurden geschlossen. Ausnahmen gibt es für Restaurants, wenn ein Abstand von 1,50 Metern zwischen den Tischen eingehalten wird. Besuche bei Angehörigen in Kliniken und Pflegeheimen wurden deutlich eingeschränkt.

Geldstrafen bis zu 3600 Euro in Österreich

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz erklärte, es gebe nur drei Gründe, das Haus zu verlassen: nicht aufschiebbare Arbeit für den Beruf, der Einkauf von Lebensmitteln sowie die Notwendigkeit, anderen Menschen zu helfen. Spaziergänge sind laut dem vom Nationalrat beschlossenen Gesetzespaket nur allein gestattet oder mit Menschen, die im selben Haushalt leben.

Veranstaltungen sind künftig komplett untersagt, Gruppen von mehr als fünf Menschen nicht gestattet. Sportplätze, Spielplätze und „andere öffentliche Plätze der Begegnung“ werden geschlossen. Bei Missachtung von Platzverboten drohen Geldstrafen von bis zu 3600 Euro. (dts/afp)

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