Streit um Sarrazin-Buch „Feindliche Übernahme“: Random House gesteht Falschaussage – Autor fordert 800.000 Euro Schadenersatz

Epoch Times31. Juli 2018 Aktualisiert: 31. Juli 2018 17:47
In der juristischen Auseinandersetzung zwischen dem Bestsellerautor Thilo Sarrazin und dem Random House Verlag, der sich weigerte Sarrazins neues Islam-Buch zu veröffentlichen, räumte der Chefjurist des Verlages einen Fehler ein.

Der Random House Verlag musste im Rechtsstreit mit Bestsellerautor Thilo Sarrazin einen Fehler eingestehen. Der Verlag der zum Bertelsmann-Konzern gehört, weigerte sich trotz bestehendem Autorenvertrag Sarrazins neues Islam-Buch: „Feindliche Übernahme: Wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht“ zu veröffentlichen, berichtet die „F.A.Z.“.

Chefjurist vom Random House Verlag, Rainer Dresen, hatte öffentlich behauptet, Sarrazin habe es abgelehnt, vor Veröffentlichung des Buchs durch einen wissenschaftlichen Gutachter klären zu lassen, ob seine Interpretation des Korans tragbar sei. Sarrazin konnte jedoch eine E-Mail vorlegen, aus der hervorging, dass er ausdrücklich eine mit ihm abgestimmte Begutachtung akzeptiert hatte.

Dresen musste daraufhin die Falschaussage eingestehen. Seine Aussage sei „in der Tat nicht vollständig und damit nicht korrekt“, schrieb der Jurist in einer E-Mail, die der F.A.Z. vorliegt.

Mitte Juli kam es bereits zwischen Thilo Sarrazin und dem Random House Verlag zu einer mündlichen Verhandlung vor dem Landgericht München.

Islam-Buch erscheint Ende August bei einem neuen Verlag

Der Bestsellerautor verlangt nun mehr als 800.000 Euro Schadensersatz vom Verlag. Dresen gab an, Sarrazin könne den bereits bezahlten Vorschuss von 100.000 Euro behalten, doch mehr wolle der Verlag nicht zahlen, berichtet die F.A.Z.

Allein als Ausgleich für den Gewinnverlust beansprucht Sarrazin eine halbe Million Euro vom Random House Verlag. Erscheinen wird das Buch nun Ende August beim Münchner FinanzBuch Verlag.

Mit dem Bestseller „Deutschland schafft sich ab“ löste der frühere SPD-Finanzsenator und Bundesbanker Sarrazin im August 2010 eine hitzige mehrere Monate andauernde Debatte aus.

Das viel kritisierte Buch wurde mit mehr als 1,5 Millionen verkauften Exemplaren eines der größten Sachbuch-Bestseller in Deutschland und brachte Sarrazin als auch dem DVA-Verlag (Teil von Random House) vermutlich mehrere Millionen Euro Gewinn ein. Nach dem Bestseller arbeiteten Autor und Verlag weiter zusammen und es erschienen noch drei weitere Bücher von Sarrazin bei DVA – jetzt gehen anscheinend beide getrennte Wege. (er)

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