Nach Spiegel-Rücktritt
Wechsel vollzogen: Lisa Paus ist neue Familienministerin
Erster Personalwechsel im Ampel-Kabinett: Das Familienministerium wird jetzt von Lisa Paus geleitet. Sie erhält von Bundespräsident Steinmeier die Ernennungsurkunde.

Lisa Paus (r) ist die neue Bundesfamilienministerin.
Foto: JOHN MACDOUGALL/AFP via Getty Images
Die Grünen-Politikerin Lisa Paus ist neue Bundesfamilienministerin: Die 53-jährige Bundestagsabgeordnete erhielt am Montag die Ernennungsurkunde von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.
Sie folgt damit der Grünen-Politikerin Anne Spiegel, die über ihr Verhalten als rheinland-pfälzische Umweltministerin bei der Flutkatastrophe im Ahrtal im Juli 2021 mit 134 Todesopfern gestolpert war. Sie war rund zehn Tage später zu einem vierwöchigen Familienurlaub nach Frankreich aufgebrochen. Die Grünen-Politikerin begründete dies damit, dass der Urlaub wegen großer Belastungen ihrer Familie notwendig gewesen sei.
Steinmeier wünscht Paus „eine glückliche Hand“
Steinmeier verwies darauf, dass die seit 2009 im Bundestag sitzende Paus „den guten Ruf einer versierten Finanz- und Wirtschaftspolitikerin erarbeitet“ habe. Die bisherige Vizechefin der Grünen-Fraktion habe nicht zuletzt das Konzept der Grundsicherung für Kinder mit entworfen und durchgerechnet. „Als Bundesfamilienministerin sind Sie nun gefordert, dieses große und komplexe Vorhaben der Koalition ins Werk zu setzen“, sagte der Bundespräsident.
„Wenn man Ihr vielfältiges Engagement in der Landes- und Bundespolitik auf eine Formel bringen wollte, dann könnte man sagen: Sie haben immer für eine gerechtere Gesellschaft gestritten.“ Dabei sei es um Fragen der Steuerpolitik, bezahlbaren Wohnraum oder die Belange von Alleinerziehenden gegangen.
Auch die Folgen des Krieges in der Ukraine stelle das Ressort vor neue Herausforderungen. „Es sind vor allem alte Menschen, Frauen und Kinder, die aus der Ukraine fliehen und bei uns Zuflucht suchen“. Es brauche „eine ordnende Kraft, um sicherzustellen, dass sie alle sicher untergebracht, versorgt und betreut werden können“. Steinmeier wünschte Paus „viel Erfolg, gutes Gelingen und eine glückliche Hand“.
Paus, die dem linken Flügel der Grünen angehört, war vor ihrem Einzug in den Bundestag in der Berliner Landespolitik aktiv. Ihre Nominierung für das Familienministerium kurz vor Ostern war eine Überraschung.
Vor der Ernennung von Paus hatte Spiegel ihre Entlassungsurkunde erhalten. Deren Rücktritt habe „vielen Menschen in unserem Land vor Augen geführt, dass die Verantwortung für ein hohes politisches Amt und die Verantwortung für die eigene Familie oft nur schwer und in manchen Situationen auch gar nicht miteinander zu vereinbaren sind“, sagte Steinmeier. (afp/dpa/dl)
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