Beziehungen zum IS: Islam-Expertin klagt über Imame als „Seelsorger“ in Schweizer Gefängnissen

Imame die als "Seelsorger" in einem Zürcher Gefängnis arbeiten unterhielten Beziehungen zu Salafisten und zur türkischen Regierung, beklagt die Islam-Expertin Saïda Keller-Messahli. Sie sollten gründlicher überprüft werden, fordert sie. Noch besser wäre es, wenn sie durch Sozialarbeiter oder Psychologen ersetzt werden würden, so die Islam-Expertin.
Symbolbild.Foto: FABRICE COFFRINI/AFP/Getty Images
Epoch Times26. Juli 2017

Die Imame in Schweizer Gefängnissen sollten besser überprüft werden, fordert die Islam-Experin Saïda Keller-Messahli. Besonders die Imame im Zürcher Gefängnis Pöschwies hätten Beziehungen zu Salafisten und zur türkischen Regierung, so Keller-Messahli laut dem „Tagesanzeiger“.

Die „Vereinigung der islamischen Organisationen in Zürich“ (Vioz) beschäftige Imame in allen Zürcher Gefängnissen, die als Seelsorger für muslimische Insassen fundieren, so die Zeitung.

Die Vioz versuche den Gefängnisaufenthalt der Muslime zu erleichtern und ihnen zu helfen, „nicht in das Spinnennetz des Radikalismus und Terrorismus zu geraten“, meinte der Vorstandsmitglied der Vioz, Sakib Halilovic. Er ist außerdem Seelsorger in Pöschwies. Radikalismus und Terrorismus seien die „zwei Übel, welche wie die Pest die erhabenen moralischen und zivilisatorischen Schönheiten des Islam vernichten“, so Halilovic.

Beziehungen zu Salafisten und dem IS

Doch Halilovics Kollegen seien fragwürdige Imame, meint die Islam-Expertin Keller-Messahli. So habe der dienstälteste Imam, Nebi Rexhepi, an der saudischen Universität Medina studiert. Er organisiere häufig Seminare mit salafistischen Predigern aus Mazedonien und dem Kosovo. Außerdem unterhalte er Beziehungen zu Imamen, die Terroristen der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) unterstützten, berichtete der „Tagesanzeiger“.

Erdogans „Spitzel-Imam“

Auch der Türke Bilal Yildiz arbeitet in Pöschwies als Imam. Er gehört zur „Türkisch-Islamischen Stiftung für die Schweiztürkischen“ (Tiss), einer Unterorganisation der türkischen Religionsbehörde Diyanet. Yildiz ist Imam der Diyanet-Moschee in Zürich, in der auch Engin Yilmaz arbeitete. Dieser ist in März als Erdogans „Spitzel-Imam“ aufgeflogen: Er hatte im Auftrag Ankaras einen Bericht über die Gülen-Bewegung in der Schweiz verfasst.

Fragwürdige Imame? – Kantonspolizei hält sie für unbedenklich

Auch andere umstrittene Imame seien als Seelsorger im Zürcher Gefängnis Pöschwies aktiv, beklagt Keller-Messahli. Deswegen sollten die Geistlichen durch Sozialarbeiter oder Psychologen ersetzt werden, so die Islam-Expertin.

Die Kantonspolizei habe alle Imame in Pöschwies überprüft und sie als unbedenklich eingestuft, versicherte die Sprecherin des Amtes für Justizvollzug, Jessica Maise.

Einfluss islamischer Gruppierungen eindämmen: Uni Bern bildet muslimische Gefängnisseelsorger aus

Seit 1987 dürfen Imame in der Schweiz als Seelsorger in Strafanstalten arbeiten. Seit Jahren gibt es eine Debatte über ihre Ausbildung und Zertifizierung.

Die meisten Imame seien keine ausgebildeten Seelsorger, beklagt Isabelle Noth. Sie ist Professorin für Seelsorge, Religionspsychologie und Religionspädagogik an der Universität Bern.

Deswegen bilde die Universität Bern seit Anfang des Jahres neben christlichen auch muslimische Gefängnisseelsorger aus. Damit soll der Einfluss der Salafisten, Islamisten und anderer Gruppierungen in der Schweiz eingedämmt werden. Außerdem werde auch der Gefahr entgegengewirkt, dass Imame Andersgläubige bekehren.

(as)

Mehr dazu:

Ermittlungsverfahren gegen 20 mutmaßliche türkische Spione – Hunderte Imame predigen in Deutschlands Moscheen

Erdogans Stasi in Deutschland: Imame spionierten Türken und Deutsche aus – Ditib in der Kritik

Integrationsbeauftragte Özoguz: Ditib-Imame in Deutschland ausbilden

Schweiz: Moschee-Razzia nach Mordaufruf durch Imam



Epoch TV
Epoch Vital
Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Dies umfasst ebenso abschweifende Kommentare, die keinen konkreten Bezug zum jeweiligen Artikel haben. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.


Ihre Epoch Times - Redaktion