Italienische Polizisten bei Kontrollen am Hauptbahnhof Mailand.Foto: Emanuele Cremaschi/Getty Images

Coronavirus-Epidemie schränkt Lebensalltag und Reiseverkehr in ganz Europa ein

Epoch Times10. März 2020 Aktualisiert: 10. März 2020 21:52
Versammlungsverbot und Reisebeschränkungen in ganz Italien: Im Kampf gegen das sich weiterhin rasant im Land ausbreitende Coronavirus hat die Regierung ihre Maßnahmen nochmals drastisch ausgeweitet. Die nun für das gesamte Land geltenden Restriktionen im öffentlichen Leben traten per Dekret zu diesem Dienstag in Kraft. "Ganz Italien wird zur geschützten Zone", sagte Ministerpräsident Giuseppe Conte. 

Die Coronavirus-Epidemie in Italien und anderen Ländern sorgt in Europa für massive Einschränkungen des Reiseverkehrs und des öffentlichen Lebens. Während Italien sich am Dienstag als erstes Land der Welt in eine Art Sperrgebiet verwandelte, untersagte Österreich jegliche Einreisen aus Italien ohne Gesundheitsattest. Auch andere Länder wie Tschechien und Spanien und Fluggesellschaften schränkten den Reiseverkehr ein und untersagten Großveranstaltungen wie Fußballspiele.

„Ganz Italien wird zur geschützten Zone“, sagte Ministerpräsident Giuseppe Conte, als er am Montagabend das Dekret für die landesweiten Restriktionen im öffentlichen Leben unterzeichnete. Mit ihrem Inkrafttreten am Dienstag wurden die zuletzt bereits für große Teile Norditaliens verhängten Reisebeschränkungen auf das ganze Land mit seinen rund 60 Millionen Einwohnern ausgedehnt. In ganz Italien müssen nun alle Reisen vermieden werden, die nicht aus beruflichen, gesundheitlichen oder sonstigen wichtigen Gründen gerechtfertigt seien.

Außerdem gilt nun landesweit ein Versammlungsverbot. Davon sind auch Sportveranstaltungen betroffen – so wurden alle Spiele der ersten Fußball-Liga Serie A abgesagt. Die bereits seit Donnerstag geltende Schließung aller Schulen und Universitäten wurde bis zum 3. April verlängert. Auch alle Wintersportanlagen sind geschlossen. Die Restriktionen lösten vielerorts Hamsterkäufe aus.

Italien ist mit fast 9200 Ansteckungsfällen und 463 Toten das am schlimmsten von der Coronavirus-Epidemie betroffene Land in Europa. „Wir haben keine Zeit zu verlieren“, mahnte Conte daher. „Wir müssen unsere Lebensgewohnheit ändern. Sie müssen sich jetzt ändern.“

Österreich verkündet Schutzbestimmungen

Auch Österreichs Kanzler Sebastian Kurz verlangte von seinen acht Millionen Landsleuten eine Änderung ihrer Gewohnheiten zur Eindämmung der Epidemie und verkündete weitreichende Schutzbestimmungen. Aus Italien darf demnach niemand mehr einreisen, der nicht mit einem ärztlichen Gesundheitsattest nachweisen kann, dass er nicht mit dem neuartigen Coronavirus infiziert ist.

Veranstaltungen in geschlossenen Räumen mit mehr als hundert Gästen sowie Freiluft-Veranstaltungen mit mehr als 500 Teilnehmern sind in Österreich ab Montag untersagt. Dann sollen auch Universitäten und andere höhere Bildungseinrichtungen ihren Lehrbetrieb aussetzen. Unternehmer rief Kurz auf, ihre Beschäftigten möglichst in Heimarbeit zu schicken.

Schulschließungen in Tschechien

Auch in Tschechien werden Veranstaltungen mit mehr als hundert Teilnehmern untersagt. Alle Grundschulen und weiterführende Schulen werden ab Mittwoch bis auf Weiteres geschlossen. „Es ist besser, proaktiv zu sein, als später oder sogar zu spät mit dem Problem umzugehen, wie es in Italien der Fall ist“, sagte Tschechiens Regierungschef Andrej Babis.

Gesundheitskontrollen an polnischen Grenzen

Auch Polen untersagte Massenveranstaltungen und weitete Gesundheitskontrollen an den Grenzen aus. Nach den Grenzen zu Deutschland und Tschechien werden nun auch die Grenzen zur Ukraine, zu Litauen und Weißrussland einbezogen. In Frankreich sind alle Veranstaltungen mit mehr als tausend Teilnehmern verboten.

In Deutschland wird derzeit hingegen noch über Verbote von Veranstaltungen mit mehr als tausend Teilnehmern diskutiert. Für mehrere Bundesliga-Spiele wurde Publikum untersagt. Hierzulande gibt es mehr als 1100 bestätigte Infektionsfälle, alle 16 Bundesländer sind mittlerweile betroffen. Damit gehört Deutschland zu den am schwersten betroffenen Staaten in Europa. Am Montag wurden die ersten zwei Todesopfer in Deutschland gemeldet.

In ganz Europa wurden bislang insgesamt 15.000 Fälle bestätigt, mehr als 500 Menschen starben europaweit an der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19.

Flugverkehr nach Italien eingeschränkt

Die spanische Regierung untersagte am Dienstag alle Flüge aus Italien für zwei Wochen. Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair streicht wegen der Corona-Krise bis zum 8. April sämtliche Italien-Flüge. Auch bei Air France-KLM fallen zahlreiche Flüge aus, British Airways sagte kurzfristig für Dienstag alle Flüge nach Italien ab.

Der Vatikan verfügte am Dienstag die Schließung von Petersplatz und Petersdom für Touristen bis zum 3. April. Papst Franziskus rief allerdings Priester auf, mit dem Coronavirus Infizierte zu besuchen. (afp)

Epoch Times Sonderdruck zum Coronavirus: unzensierte Informationen, exklusives Interview, Undercover-Recherche, Hintergründe und Fakten

Mit dem 36-seitigen Epoch Times Sonderdruck zum Coronavirus können Sie sich gründlich über das Thema Coronavirus informieren: Was passiert wirklich in China? Wie gut ist Europa auf das Coronavirus vorbereitet? Welche Folgen hat das für die Wirtschaft? Wie können Sie sich schützen – gesundheitlich und rechtlich?

Jetzt bestellen!


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion