Bestimmte Insektizide geraten immer mehr unter Verdacht, Bienen zu gefährden.Foto: Michael Reichel/dpa

EU-Kommission verbietet Einsatz des umstrittenen Insektizids Chlorpyrifos

Epoch Times6. Dezember 2019 Aktualisiert: 6. Dezember 2019 15:20
Das Insektizid Chlorpyrifos, das mögliche genotoxische sowie neurologische Auswirkungen laut dem EU-Institut Efsa hat wurde EU-weit von der Zulassungsliste gestrichen.

Die EU-Kommission hat den Einsatz des umstrittenen Insektizids Chlorpyrifos verboten. Der zuständige Ausschuss stimmte dafür, die im Januar auslaufende Zulassung des Pflanzenschutzmittels nicht zu erneuern, wie ein Sprecher der Behörde am Freitag mitteilte. Damit folgte die Kommission einer Einschätzung der EU-Agentur für Lebensmittelsicherheit (Efsa), die vor Gefahren besonders für Kinder warnt. Die Grünen begrüßten die Entscheidung – ein Verbot von Chlorpyrifos sei „längst überfällig“ gewesen.

Chlorpyrifos, das im Obstanbau und besonders bei Zitrusfrüchten zur Anwendung kommt, darf in Deutschland und in sieben anderen EU-Ländern bereits seit einigen Jahren nicht mehr verwendet werden. Auch im US-Staat Kalifornien ist es seit kurzem verboten. Besonders in Südeuropa sowie in Drittstaaten werden aber weiterhin Obstplantagen damit behandelt. Über den Import gelangen entsprechende Früchte dann auch in Deutschland in den Handel.

„Genotoxische sowie neurologische Auswirkungen“

Die Efsa hat ihre Untersuchungen zu dem Mittel noch nicht abgeschlossen. Die Kommission hatte die im italienischen Parma ansässige EU-Behörde aber mit Blick auf die auslaufende Zulassung um eine Stellungnahme zu bereits vorliegenden Ergebnissen gebeten.

Die EU-Agentur bescheinigte Chlorpyrifos daraufhin „mögliche genotoxische sowie neurologische Auswirkungen“ sowie Gefahren für die menschliche Gesundheit. Demnach könnten sich Rückstände des Giftes äußerst negativ auf die Entwicklung von Kindern auswirken.

Die mehrheitlich getroffene Entscheidung im Ausschuss muss noch formell bestätigt werden. Die EU-Mitgliedstaaten dürfen dann eine dreimonatige Übergangsphase erlauben, um in den jeweiligen Ländern alle Produkte zurückzunehmen und aus den Lagern zu entfernen, die den Wirkstoff Chlorpyrifos enthalten. Anschließend dürften keine solchen Mittel mehr auf den Markt gelangen oder in der EU angewendet werden, sagte der Sprecher.

Der Grünen-Europapolitiker Martin Häusling sprach von einem „guten Tag für die Umwelt und die europäischen Verbraucher“. Die Entscheidung komme allerdings „15 Jahre zu spät“, ein solches Mittel hätte „niemals zugelassen werden dürfen“.

Der Grünen-Politiker Harald Ebner äußerte sich ähnlich zu dem „hirnschädigenden Nervengift“. Nötig sei eine „umfassende Reform“ hin zu einem herstellerunabhängigen Zulassungsverfahren für Pestizide. Außerdem müsse sich die Bundesregierung für ein „weltweites Ende“ von Chlorpyrifos einsetzen.(afp)


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion