Krawall in Calais: Migranten und No-Border-Aktivisten kämpften stundenlang mit Polizei

Von 2. Oktober 2016 Aktualisiert: 2. Oktober 2016 11:11
Ihre Demonstration war eigentlich verboten worden: Gestern wollten Migranten und linke Aktivisten einen Protestmarsch ins Stadtzentrum von Calais durchführen. Die Polizei stoppte sie mit Tränengas und Wasserwerfern. Es kam zu dreistündigen Krawallen mit mehreren Verletzten.

Ihre Demonstration war eigentlich verboten worden: Gestern wollten Migranten und linke Aktivisten einen Protestmarsch in die Innenstadt von Calais durchführen und wurden von der Polizei mit Tränengas und Wasserwerfern auseinandergetrieben. Es kam zu dreistündigen Krawallen mit mehreren Verletzten.

Vor dem als „Dschungel von Calais“ bekannten Flüchtlingslager protestierten gestern Migranten und Aktivisten. Zunächst friedlich. Doch dann flogen Steine, die französische Polizei setzte Tränengas ein. Präsident Hollande will das Lager bis Jahresende schließen, weshalb es zu der Solidaritätskundgebung kam.

Fünf Polizisten und ein Journalist haben leichte Verletzungen erlitten, sagte Frankreichs Innenministerium danach in einer Erklärung. Die Polizeigewerkschaft sagte, zehn Beamte seien verletzt worden. Einer von ihnen musste ins Krankenhaus. Demonstranten hätten außerdem sieben Polizeifahrzeuge beschädigt. Der verletzte Journalist war ein AFP-Fotograf, der von einem Steinwurf getroffen wurde. Die Krawalle dauerten drei Stunden lang. „N-tv“ berichtete.

Angaben über die Teilnehmer differieren – laut „Tagesschau.de“ versammelten sich etwa 50 Demonstranten und 200 Migranten zu der Demonstration, die im Vorfeld bereits wegen der „angespannten Lage“ verboten worden war, so Behördensprecher Vincent Berton laut „ABCnews“. Er bestätigte, dass die Demonstranten Steine auf die Polizei warfen.

Aktivisten aus UK und Frankreich

Laut AFP waren unter den 200 Demonstranten viele Briten, vor allem No-Border-Aktivisten, und Migranten. Zuvor habe die Polizei 40 Kilometer vor Calais vier Busse aus Paris gestoppt mit etwa 200 Menschen an Bord, die sich mit den Flüchtlingen solidarisieren wollten. Sie mussten wieder umkehren.

Auch Philippe Poutoux, Präsidentschaftskandidat der kleinen „Neuen Antikapitalistischen Partei“ war anwesend um „genau das Gegenteil“ von dem zu fordern, was Präsident Hollande anstrebe: Poutoux plädierte für die Notversorgung der Migranten und für „einfache und natürliche Solidarität mit den Leidenden, die Opfer von Massakern und Kriegen wurden.“ ABCnews berichtete.

Am Montag hatte der französische Präsident Hollande die vollständige Räumung des „Dschungels“ von Calais bis Jahresende angekündigt. Laut AFP rief er die britische Regierung auf, Verantwortung für die 7000 bis 10.000 Campbewohner zu übernehmen, die umgesiedelt werden sollen. Eine Verteilung der Migranten in Frankreich wird erwogen.

Wenige Tage vor Hollandes Besuch hatte in Calais der Bau einer von Großbritannien finanzierten Mauer begonnen. Die 2,7 Millionen Euro teure Sperranlage soll Migranten vom Hafen fernhalten.

Die Lage in Calais ist extrem angespannt und wird von Sicherheitskräften und LKW-Fahrern bereits als bürgerkriegsartig beschrieben, weil Migranten immer wieder mit Gewalt versuchen, auf LKWs nach Großbritannien zu gelangen.

Autounfälle als neue Taktik

Anfang September berichtete die britische „Daily Mail“ über die neue Taktik der Migranten, schwere Verkehrsunfälle zu verursachen. Ein Reporterteam der „Mail“, wurde durch eine Migranten-Attacke bei einem gefährlichen Crash verletzt. Ein Baumstamm war gegen ihre Windschutzscheibe geschleudert worden, bei Ausweichmanöver wurde der Wagen von einem auffahrenden LKW zerdrückt.

Ausführliche Reportage unter:

Migranten-Krieg gegen Autofahrer – jede Nacht gefährliche Crashs am Eurotunnel

Calais – Linksextremisten schulen Migranten in Guerilla-Taktiken

Dschungel von Calais außer Kontrolle: Terrorbekämpfung „nicht mehr möglich“

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