Absturz der ukrainischen Boeing 737 – Pilot gab kein Notfallsignal ab – Iran will Blackbox nicht auswerten

Von 8. Januar 2020 Aktualisiert: 9. Januar 2020 8:18
Die anfängliche Darstellung, ein Triebwerksschaden sei Ursache des Absturzes der ukrainischen Boeing 737 am Mittwochmorgen nahe Teheran, wird mittlerweile angezweifelt. Erst am Montag sei die erst drei Jahre alte Maschine gewartet worden. 

Nach dem Absturz der Boeing 737 der UIA Ukraine International Airlines am Mittwochmorgen (8.1.) reißen Spekulationen über die mögliche Absturzursache nicht ab. Gegen 6.18 Uhr Ortszeit war die Maschine vom Flughafen der iranischen Hauptstadt in Richtung Kyjiw abgehoben.

Dem ukrainischen Außenminister Wadim Prystaiko zufolge, den das „Time“-Magazin zitierte, befanden sich unter den Todesopfern 82 iranische Staatsbürger, 63 Kanadier, elf Ukrainer – zwei Passagiere und neun Crewmitglieder – sowie zehn schwedische Staatsangehörige, vier Afghanen, drei Deutsche und drei Briten. Für die meisten Passagiere wäre Kyjiw ein Zwischenstopp auf dem Weg zu anderen Zielen gewesen. Zum Zeitpunkt des Starts hatte die US-Flugsicherheitsbehörde FAA bereits eine Warnung und ein Flugverbot für die Region veröffentlicht.

Wie die „Welt“ berichtet, habe diese in einer Notam (Notice to Airmen) auf verstärkte Militäraktivitäten in der Region hingewiesen. Es sei zu befürchten, dass das Zivilflugzeug mit einer Militärmaschine verwechselt werden könnte. Zuvor hatte der Iran mehrere Militärstützpunkte im Irak angegriffen. Etwa drei Minuten nach dem Start stürzte die Maschine aus etwa 2,5 Kilometer Höhe ab.

Technischer Direktor: „Maschine war intakt“

Sowohl das Regime in Teheran als auch die ukrainische Botschaft waren schnell mit Versicherungen bei der Hand, dass ein Terroranschlag oder ein Raketenangriff auf die Maschine als mögliche Ursache des Absturzes ausgeschlossen werden könne. Die Ukrainer zogen diese erste Meldung später zurück. Man wolle keinen Ermittlungsergebnissen vorgreifen. Stattdessen gab man eine Reisewarnung für den Iran heraus.

Das iranische Transportministerium hatte schon unmittelbar nach Bekanntwerden der Katastrophe erklärt, ein Triebwerk der Maschine zum Flug PS752 habe schon unmittelbar nach dem Start Feuer gefangen und der Pilot habe in weiterer Folge die Kontrolle darüber verloren.

Ein technischer Defekt erscheine jedoch als ungewöhnlich, betonen Verantwortliche und Experten. So erklärte der technische Direktor der Fluggesellschaft, Olexandr Schafijew, dem Nachrichtenportal Ukrinform zufolge am Mittwoch in einer Pressekonferenz, das Flugzeug sei weder alt noch gehöre es zur weltweit mit einem Flugverbot belegten Baureihe 737 Max. Zudem sei die Maschine erst am Montag (6.1.) einer umfassenden technischen Überprüfung unterzogen worden.

Schafijew sagte demnach:

„Das Flugzeug wurde 2016 produziert. Es wurde direkt vom Boeing-Werk geliefert, war zuvor nie in Betrieb. Der letzte Check fand am 6. Januar statt, es gab keine Mängel. Das Flugzeug war intakt, es gab keine Beschwerden von Piloten weder nach der Ankunft in Teheran noch vor dem Abflug“, sagte er.

Aufnahmen zeigen mysteriöse Löcher am Tank

Auch habe der Pilot dem Fachdienst www.avherald.com zufolge kein Notfallsignal gesetzt. Die Erklärung, ein Triebwerksschaden könnte den Absturz herbeigeführt haben, stößt auch beim Luftfahrtexperten Heinrich Großbongardt auf Skepsis, der gegenüber der „Welt“ auf Anfrage erklärte: „Feuer im Triebwerk sollte bei einem modernen Flugzeug keine Ursache für einen Absturz sein.“

Es könne auch sein, dass der Besatzung in der Stresssituation nach dem Start ein folgenschwerer Fehler unterlaufen sei. Eine umfassende Untersuchung der Ursache sei anzuraten.

Auf Twitter machen einige Beiträge die Runde, die ebenfalls Anlass für Spekulationen geben. So veröffentlicht die staatliche iranische Nachrichtenagentur ISNA ein Video, das die Maschine zeigen soll, wie sie in der Luft in Flammen stand.

 


Einige Bildaufnahmen wecken Spekulationen, ob es von Projektilen stammende Löcher wären, die am Tank und im Bereich der Flügel zu beobachten gewesen wären. Der Fachdienst JACDEC sieht sich noch nicht in der Lage, diesbezüglich Erklärungen abzugeben.

 


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Die jordanische Nachrichtenseite Al-Hadath schrieb, eine verirrte iranische Rakete könnte das Flugzeug getroffen haben. Die „India Times“ zweifelt jedoch die Vertrauenswürdigkeit der Quelle an. Da der Iran und Jordanien zueinander ein gespanntes Verhältnis pflegten, sei der Belastungseifer aufseiten der jordanischen Nachrichtenagentur gegenüber Teheran generell überdurchschnittlich ausgeprägt.


US-Bürger werden für Boeing nicht ermitteln dürfen

Der kryptische Inhalt eines Tweets des iranischen Präsidenten Hassan Rouhani vom 6. Januar heizt ebenfalls Spekulationen an. Er schrieb darin, wer sich „auf die Zahl 52 beziehe, sollte sich auch an die Zahl 290 erinnern. Als Hashtag setzte er #IR655 dazu.


Die Zahl 52 bezog sich auf den Hinweis von US-Präsident Donald Trump, die USA seien bereit, im Fall eines exzessiven Vergeltungsschlages Teherans infolge der Ausschaltung des Al-Quds-Brigadengenerals Qassem Soleimani 52 hochrangige Ziele im Iran ins Visier zu nehmen. Der Hashtag bezieht sich auf den Iran-Air-Flug 655. Am 3. Juli 1988 wurde der zu diesem gehörige Airbus A300B2, der von Teheran nach Dubai fliegen sollte, vom Kampfsystem des US-Kriegsschiffs USS Vincennes irrtümlich mit einer F-14 Tomcat der iranischen Luftwaffe verwechselt. Das Flugzeug wurde abgeschossen. Damals starben 290 Zivilisten.

Gemäß den internationalen Gepflogenheiten dürfen Vertreter des Herstellers der Boeing an den Ermittlungen am Unfallort teilnehmen. Es wird sich dabei wahrscheinlich um keine US-Bürger handeln. Zudem sollen die Blackboxes der Maschine bereits gefunden worden sein. Die Sprach- und Datenaufzeichnungen, die dieser entnommen werden können, sollten eine Ermittlung der Absturzursache ermöglichen.

Allerdings soll der Iran sich einem Bericht von Reuters zufolge bislang weigern, diese an Boeing abzugeben. Der Chef der iranischen Zivilflugbehörde, Ali Abedzadeh, erklärte demnach gegenüber der halboffiziellen Nachrichtenagentur MEHR, man sei unschlüssig, welchem Land der Iran die Box zur Verfügung stellen würde, sodass die Daten analysiert werden könnten. 

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