Südafrika beginnt mit Landenteignungen weißer Farmer

Epoch Times21. August 2018 Aktualisiert: 22. August 2018 17:03
In Südafrika haben nach Gesetzesänderung Anfang des Jahres zur geplanten Landreform durch Staatspräsident Cyril Ramaphosa erste Enteignungen weißer Farmer begonnen. Investoren befürchten eine schwere Rezession wie in Simbabwe im letzten Jahrzehnt.

In Südafrika haben erste Landenteignungen weißer Farmer in einer Testphase begonnen. „City Press“, eine lokale Zeitung berichtet von zwei Jagd-Farmen in Makhado in der nördlichen Provinz Limpopo, deren Farmland enteignet werden soll.

Die Regierung behaupte zwar, sie werde „Akkerland Boerdery“, die gemeinsame Firma der Landeigner Johan Steenkamp and Arnold Cloete auszahlen, tatsächlich wurden den beiden Farmbesitzern jedoch nur 20 Millionen Rand ($1,87 Mio) statt der geforderten 200 Millionen Rand ($18,7 Mio) als Entschädigung geboten, berichtet „news.com.au“. Nun sollen sie kurzerhand enteignet werden.

Bereits Anfang des Jahres hätten die Farmbesitzer eine Nachricht erhalten, in der eine Besichtigung des Grundstücks am 5. April dieses Jahres angekündigt wurde zur Überprüfung des Vermögenswertes sowie anschließender Schlüsselübergabe. Um die Zwangsvollstreckung zu verhindern, habe „Akkerland Boerdery“ umgehend versucht eine einstige Verfügung bei Gericht zu erwirken. Dies wurde allerdings vom Ministerium für Landwirtschaft abgelehnt, heißt es im Bericht weiter.

Laut „City Press“ sei die Ministerin für Landwirtschaft und Landwirtschaftsreform, Maite Nkoana-Mashabane dabei schnell weitere Anordnungen zu erlassen, um den Prozess voranzutreiben. Laut Paragraph 42E der südafrikanischen Verfassung im Hinblick auf die Rückgabe der Landrechte, seien Enteignungen ohne Kompensationen in Ordnung, wenn Verhandlungen zum Erliegen kämen, schreibt „news.com“ weiter.

Für Annelize Crosby, Sprecherin von AgriSA, dem südafrikanischen Landwirtschaftsverband, sei der Fall besonders, da „Akkerland Boerdery“ nicht gewährt wurde, seine Schadenersatzansprüche bei Gericht geltend zu machen, wie es das Gesetz vorsieht.

„City Press“ berichtet auch von einer Liste mit 139 Farmen, die im Rahmen dieser sogenannten Testphase enteignet werden sollen. Farmer beklagten, ihr Land sei wertlos geworden, weil keiner mehr Interesse habe, Land zu kaufen, das enteignet werden soll.

Investoren beobachten laut „Tagesspiegel“ die Landreform mit Sorge. Die südafrikanische Währung sei nach Bekanntgabe der ANC-Entscheidung weiße Farmer enteignen zu wollen, gefallen.

In Simbabwe haben die entschädigungslosen Enteignungen weißer Farmer im großen Stil im vergangenen Jahrzehnt eine schwere Rezession ausgelöst. Auch in Südafrika, der am meisten entwickelten Volkswirtschaft Afrikas, spielt die Landwirtschaft eine große Rolle. (nh)

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