Insektizide für den Helikoptereinsatz in MadagaskarFoto: RIJASOLO/AFP/Getty Images

Chemie-Cocktails in Obst und Gemüse: Schwarze Liste der gefährlichsten Pestizide

Epoch Times10. August 2016 Aktualisiert: 10. August 2016 12:34
In der konventionellen Landwirtschaft nimmt der Einsatz von Pestiziden kontinuierlich zu. Apfelplantagen werden etwa 22 Mal pro Saison gespritzt, häufig mit mehreren Giften gleichzeitig. Greenpeace veröffentlichte eine Liste von 209 Pestiziden, die für Mensch und Umwelt besonders schädlich sind.

In der europäischen Landwirtschaft werden weiterhin zu viele gefährliche Pestizide eingesetzt. Greenpeace veröffentlichte aktuell eine Liste von 209 Pestiziden, die Mensch und Umwelt besonders schaden. Die in der Lebensmittelproduktion zugelassenen Chemikalien können unter anderem Krebs auslösen, die Fruchtbarkeit beeinflussen oder neurotoxisch wirken.

Für „Die schwarze Liste der Pestizide“ hat ein unabhängiger Pestizidexperte im Auftrag der Umweltschutzorganisation alle in der EU zugelassenen 520 Pflanzenschutzmittel überprüft. „Mehr als ein Drittel der in Europa verwendeten Pestizide sollten verboten werden. Der Einsatz dieser Pestizide in der Produktion von Obst, Gemüse und Getreide gefährdet unsere Gesundheit und die Umwelt“, fasst Christiane Huxdorff, Landwirtschaftsexpertin von Greenpeace, die Studienergebnisse zusammen. Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, sich für ein EU-weites Verbot der gefährlichsten Pestizide einzusetzen.

In der konventionellen Landwirtschaft nimmt der Einsatz von Pestiziden kontinuierlich zu. Apfelplantagen werden etwa 22 Mal pro Saison gespritzt, häufig mit mehreren Giften gleichzeitig. Viele Stoffe haben unerwünschte Nebenwirkungen: Sie wirken beispielsweise nicht nur als Unkrautvernichter, sondern schädigen auch Wasserorganismen, nützliche Bodenlebewesen, Bienen oder Menschen. Die aktuelle Greenpeace-Studie bewertet Pestizide auf  ihre Humantoxizität (Gesundheitsgefahren), Umweltgefährlichkeit, endokrine (hormonelle) Eigenschaften und ihr Verhalten in der Umwelt. Der Öko-Landbau produziert längst ohne chemisch-synthetische Pestizide, hält allerdings  in Deutschland nur sechs Prozent des Lebensmittelmarktes.

Noch immer Chemie-Cocktails in Obst und Gemüse

In der Greenpeace-Studie schneiden 209 Wirkstoffe besonders schlecht ab: Die bienengefährdenden Neonicotinoide stehen ebenso auf der Liste wie das umstrittene Herbizid Glyphosat. Zudem listet die Studie beispielsweise auch das sehr giftige Insektizid Abamectin und die beiden chronisch toxischen Fungizide Boscalid und Cyprodinil. Sie wurden nach Angaben der Lebensmittelüberwachung Baden-Württemberg im Jahre 2015 in 26 Prozent aller Frischobst-Proben nachgewiesen.

Staatliche Lebensmittelbehörden verweisen allerdings regelmäßig auf Grenzwerte für Pestizide, die nicht überschritten würden. Mittlerweile werden die Höchstgehalte für einzelne Pflanzenschutzmittel meistens eingehalten. Der Trend geht allerdings zu Mehrfachbelastungen mit Pestizid-Cocktails in einigen Obst und Gemüsesorten. Diese gelten als toxikologisch besonders bedenklich. „Wir brauchen dringend einen Wandel in der Landwirtschaft“, sagt Huxdorff. „Die schwarze Liste von Greenpeace kann dazu beitragen, die Lebensmittelproduktion schrittweise zu verbessern.

Weitere Infos:

(Greenpeace/mh)


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

In letzter Zeit beobachten wir, wie Hacker immer wieder beliebige Nicks verwenden und üble Kommentare unter eben diesen Namen schreiben. Trolle schrecken nicht davor zurück, das Epoch Times Logo als Profilbild sich anzueignen und ebenfalls die Kommentarfunktion auf schlimmste Weise zu missbrauchen.

Aufgrund der großen Menge solcher Angriffe haben wir uns entschieden, einen eigenen Kommentarbereich zu programmieren, den wir gut kontrollieren können und dadurch für unsere Leser eine wirklich gute Kommentar-Umgebung schaffen können.

In Kürze werden wir diese Kommentarfunktion online stellen. Bis dahin bitten wir Sie noch um etwas Geduld.


Ihre Epoch Times - Redaktion