„Keine Zeit für Pillepalle“ – Weltweite Klimastreiks von Fridays for Future

Epoch Times29. November 2019 Aktualisiert: 29. November 2019 19:58
"Es ist okay wenn die Regierung darauf keinen Bock hat - aber dann soll sie es andere machen lassen. Es ist 2019 und wir haben keine Zeit mehr für Pillepalle", schrieb Luisa Neubauer von der Fridays-for-Future-Bewegung auf Twitter zum heutigen "Klimastreik"

reRund 630.000 Menschen sind nach Angaben der Organisatoren am Freitag in Deutschland bei einem neuerlichen bundesweiten „Klimastreik“ von Fridays for Future auf die Straßen gegangen.

Die hauptsächlich von Schülern und Studenten getragene Bewegung Fridays for Future hatte zu Protestaktionen in über 520 Orten aufgerufen. Damit wollten die Schüler ihre Forderungen nach einer Überarbeitung des Klimapakets der Bundesregierung und einem schnelleren Kohleausstieg unterstreichen. Die Proteste waren Teil eines globalen Klimaaktionstags in mehr als 150 Staaten.

Vorwürfe an Politik

Die Große Koalition aus Union und SPD im Bund betreibe „zerstörerische Politik“, erklärte Fridays for Future zu ihren neuerlichen Großdemonstrationen am Freitag. Dies treibe die Bewegung an, „weiter laut zu sein“.

Die führende deutsche Fridays-for-Future-Vertreterin Luisa Neubauer warf der Regierung „Stagnation“ beim Thema Klimaschutz vor. Die Regierung habe im vergangenen Jahr viele Handlungsmöglichkeiten ungenutzt verstreichen lassen, sagte sie der „Rhein-Neckar-Zeitung“ vom Freitag. „Das politische Versagen ist dramatisch.“ Auf Twitter schrieb Neubauer: „Es ist okay wenn die Regierung darauf keinen Bock hat – aber dann soll sie es andere machen lassen. Es ist 2019 und wir haben keine Zeit mehr für Pillepalle.“

Gewerkschaft, Kirchen und Künstler sind dabei

In diesem Jahr gab es bereits mehrere große derartige Aktionstage, zuletzt im September. Damals gingen laut Fridays for Future in Deutschland rund 1,4 Millionen Menschen auf die Straßen. Auch Gewerkschaften, Kirchen und viele andere Organisationen beteiligten sich daran.

Auch an diesem Freitag unterstützten Vertreter von Gewerkschaften sowie Künstler die Demonstranten. Bei einer Kundgebung am Brandenburger Tor in Berlin sprach der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), Reiner Hoffmann. „Gesunde Umwelt und gute Arbeit sind kein Widerspruch“, sagte er laut DGB. In Berlin traten unter anderem auch die Künstler der Band „Seeed“ auf.

In Frankfurt am Main kam es am Rande der Proteste laut Polizei zur Blockade von Geschäftseingängen an der Einkaufsstraße Zeil. Die örtliche Gruppe von Fridays for Future hatte das zuvor angekündigt, um ein Zeichen gegen „unmenschliche Produktionsweisen“ von Konzernen zu setzen. Diese zerstörten „unsere Lebensgrundlage“.

Schulen blockiert und beschmiert

In Köln blockierten Unbekannte kurz vor der Großdemo von Fridays for Future an mindestens 24 Schulgebäuden Eingangstüren oder Zufahrten zu Lehrerparkplätzen mit Ketten, Kabelbindern und Vorhängeschlössern. Zudem wurden in der Nacht zum Freitag zahlreiche Schulen durch zum Teil massive und großflächige Farbschmierereien verunstaltet, wie die Stadtverwaltung mitteilte.

Ansonsten verliefen die Klimaproteste nach Angaben der Polizei weitgehend störungsfrei. In Freiburg lobte die Polizei das Verhalten der zumeist jungen Demonstranten als „vorbildlich“. Dies habe sich etwa gezeigt, als die Teilnehmer Rettungsfahrzeugen auf Einsatzfahrt Platz gemacht hätten. In der Stadt in Baden-Württemberg waren demnach deutlich mehr als zehntausend Menschen unterwegs.

Fridays for Future organisiert seit 49 Wochen jeden Freitag Schulstreiks für mehr Klimaschutz in Deutschland.  Insideberichten zufolge stehen nicht alle Schüler hinter der Bewegung. Manche besuchen die Demos, um nicht zum Unterricht zu müssen oder weil sie keine andere Wahl haben.

Proteste außerhalb Deutschlands

In der australischen Millionenmetropole Sydney, die wegen der nahegelegenen Waldbrände erneut unter einer dichten Rauchwolke hing, versammelten sich hunderte Schüler und Aktivisten vor der Parteizentrale der Regierungspartei. Die Demonstranten machten den Klimawandel für die schlimmen Waldbrände verantwortlich, die seit Wochen im Südosten Australiens wüten. „Ihr verbrennt unsere Zukunft“, stand auf einem Plakat.

Die Proteste richteten sich vor allem gegen Premierminister Scott Morrison, der bestreitet, dass die Brände zu den Auswirkungen des Klimawandels in Australien gehören. „Die Untätigkeit unserer Regierung in der Klimakrise hat die Waldbrände angeheizt“, sagte dagegen die Aktivistin Shiann Broderick, die die Schulstreiks in Australien anführt.

Asien

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Auch in Asien und der Pazifikregion folgten Demonstranten dem Protestaufruf der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg. In Japans Hauptstadt Tokio zogen hunderte Demonstranten durch den betriebsamen Stadtteil Shinjuku. In der von Smog geplagten indischen Hauptstadt Neu-Delhi marschierten dutzende Schüler und Studenten vor das Umweltministerium.

Europa

Auch in Warschau, Budapest, Athen, Rom und Kopenhagen forderten insbesondere junge Menschen verstärkte Anstrengungen zum Klimaschutz. In Frankreich richteten sich mehrere Proteste auch gegen übertriebenen Konsum – der Klimastreik fiel auf den „Black Friday“, an dem Handelskonzerne mit Rabatten locken und durch den Paketversand zusätzliche Abgase erzeugt werden. In Madrid enthüllte die Umweltschutzorganisation Greenpeace ein Plakat, auf dem Konsumrausch mit der Klimakrise gleichgesetzt wurde.

Klimapaket mit Umwegen

Ausgerechnet am Tag des weltweiten Klimastreiks stoppte der Bundestag wichtige Teile des Klimapakets. Die Länderkammer verweigerte den steuerlichen Neuregelungen, zu denen die Pendlerpauschale und die Steuerermäßigung auf Bahntickets gehören, die Zustimmung. Nun muss im Vermittlungsausschuss ein Kompromiss gefunden werden, was den Zeitplan der Regierung in Gefahr bringt.

Fortschritte auf internationaler Ebene erhoffen sich Klimaschutzaktivisten von der UN-Klimakonferenz, die vom 2. bis 13. Dezember in Madrid stattfindet. Die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch forderte von der Europäischen Union, eine Vorreiterrolle in Sachen Klimapolitik zu übernehmen. Die Protestaktionen hunderttausender Menschen machten deutlich, dass „die Zeit zu handeln schon lange gekommen“ sei.

Eine Umfrage im Auftrag des Europaparlaments ergab, dass aus Sicht der Bürger der Kampf gegen den Klimawandel für die Abgeordneten die höchste Priorität haben sollte. In elf Mitgliedstaaten wurde das Thema am häufigsten genannt. EU-weit forderten demnach 32 Prozent der Befragten, den Klimaschutz ganz oben auf die Agenda zu setzen. (afp)

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Die Anhänger der Theorie des „menschengemachten Klimawandels“ behaupten, dass diese Schlussfolgerung durch wissenschaftlichen Konsens erreicht wurde oder bereits wissenschaftlich abgesichert ist – doch dem ist nicht so. Für einige Umweltschützer gelten Menschen, die diese Schlussfolgerung ablehnen, nicht nur als wissenschaftsfeindlich, sondern auch als Anti-Humanisten. Der Physiker Michael Griffin, ein ehemaliger NASA-Administrator, sagte in einem Interview mit National Public Radio (NPR) im Jahr 2007:

Ich habe keinen Zweifel daran, dass die Globalisierung – dass ein Trend zur globalen Erwärmung besteht. Ich bin mir nicht sicher, ob es berechtigt ist zu sagen, dass es ein Problem ist, mit dem wir ringen müssen. Wenn man davon ausgeht, dass es ein Problem ist, geht man davon aus, dass der Zustand des Erdklimas heute das optimale Klima ist, das beste Klima, das wir haben oder jemals hatten, und dass wir Maßnahmen ergreifen müssen, um sicherzustellen, dass es sich nicht ändert.

Vor allem glaube ich nicht, dass es in der Macht der Menschen liegt, dafür zu sorgen, dass sich das Klima nicht ändert, wie die Millionen Jahre Geschichte gezeigt haben, und zweitens möchte ich wohl fragen, welchen Menschen – wo und wann – das Privileg gewährt werden soll, zu entscheiden, dass dieses besondere Klima, das wir heute hier haben, im Moment das beste Klima für alle übrigen Menschen ist. Ich denke, das ist eine ziemlich arrogante Position, die die Leute einnehmen wollen.

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