Biogas-Anlage. Symbolbild.Foto: iStock

Wenn Klima-Maßnahmen alles noch schlimmer machen

Epoch Times28. Februar 2022
Viele Klima-Maßnahmen sind ein zweischneidiges Schwert. Wenn nicht richtig geplant wird, verursachen sie neue Probleme: Ufermauern, Biotreibstoffe und Baumwolltaschen. Dies geht aus dem neuen Bericht des Weltklimarats hervor.

Ein Ziel der internationalen Klimapolitik sei es, die Auswirkungen des Klimawandels auf Mensch und Natur zu mindern. Dabei lauert jedoch eine Gefahr: „Es gibt wachsende Nachweise von Fehlanpassungen“, schreibt der Weltklimarat in seinem neuen Bericht.

Gemeint sind Maßnahmen, die ein Problem lösen sollen, dabei aber eher schaden als helfen und im schlimmsten Fall den Klimawandel noch anheizen. In manchen Fällen lassen sich mit richtiger Planung negative Folgen vermeiden. Der Weltklimarat nennt Ufermauern oder künstliche Bewässerung, aber es gibt auch andere Beispiele:

Ufermauern und Deiche

Sie können küstennahe Wohngebiete und Felder schützen, wenn der Meeresspiegel steigt oder stärkere Stürme für Überschwemmungen sorgen. Doch könnten solche Mauern küstennahe Ökosysteme wie Korallenriffe zerstören. Außerdem könnten sie Menschen in falscher Sicherheit wiegen. „Mehr Familien ziehen in eine Gegend, die angeblich sicher zum Leben ist“, schreibt der Weltklimarat.

Bewässerung und Staudämme

Mit Bewässerung kann auch dort, wo Wassermangel herrscht, Nahrung angebaut werden. Das ist eine wichtige Anpassungsmaßnahme, aber wenn nicht gut geplant wird, kann zu viel Grundwasser und Wasser aus anderen Quellen entnommen werden, sagt Mitautorin Tabea Lissner der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Gerade hat Äthiopien seinen umstrittenen Nil-Staudamm in Betrieb genommen. Mit Wasserkraft werde Energie sauberer hergestellt als mit klimaschädlichen fossilen Brennstoffen, und Stauseen sind Wasserreservoire. Aber die Länder am unteren Lauf des Nils, Ägypten und Sudan, fürchten, weniger Nilwasser zu bekommen. Dann können Landschaften veröden und damit weniger CO2 binden als bisher und es könnte weniger Nahrung angebaut werden.

Biotreibstoffe

Als Alternative für Benzin und Diesel gelten Biotreibstoffe. Aber in Indonesien, Südamerika und anderen Regionen sind für den Anbau etwa von Palmöl und Soja riesige Flächen Regenwald gerodet worden. Damit wird Lebensraum für Tiere und Pflanzen dezimiert.

Die Wälder sind auch wichtige CO2-Speicher. Anderswo nehmen solche Plantagen Platz für Nahrungsmittelanbau ein. Allein für Diesel- und Benzinautos in Deutschland werden nach einer Studie der Deutschen Umwelthilfe weltweit auf 1,2 Millionen Hektar wertvoller Agrarfläche Pflanzen für Biokraftstoff angebaut, 500.000 Hektar davon in Deutschland.

Wenn auf den Flächen natürliche Vegetation wäre, würde das nach der Studie über 30 Jahre hinweg mehr als doppelt so viel CO2 binden wie durch den Einsatz von Biotreibstoffen eingespart werden kann.

Intensivere Landwirtschaft

Nach einer Studie der Universität München könnte die heutige Menge an Agrarprodukten durch optimierte Anbaumethoden auch auf der Hälfte der Flächen produziert werden. Es müssten dabei nicht mehr Düngemittel eingesetzt werden als die Pflanzen aufnehmen können.

Pestizide hat die Studie nicht berücksichtigt. Wenn der Rest der Flächen anders genutzt werde, könnte damit das Sechsfache der globalen jährlichen CO2-Emissionen gespeichert werden, sagt Studienautor Florian Zabel der dpa. Unabhängig von dieser Studie warnt Klimaforscherin Almut Arneth: „Es ist nicht nachhaltig, die Produktion durch den Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln zu erhöhen, weil das die Böden und Gewässer verschmutzen kann.“

Der Umstieg auf pflanzliche Produkte

Selbst das kann in einigen Bereichen problematisch sein: „Tüten aus Baumwolle oder Kartoffelstärke statt aus Plastik – das klingt plausibel, aber die Pflanzen müssen ja auch irgendwo wachsen“, sagt Arneth der dpa. „Der Mensch nutzt schon 70 Prozent der eisfreien Flächen der Welt, allein 50 Prozent für Ackerbau, Forstwirtschaft und Weiden, da gibt es bald nicht mehr viel zu nutzen.“

Andere problematische Anpassungsmaßnahmen sind wegen hohen Energiebedarfs, der wieder Treibhausgase verursacht, das Entsalzen von Meerwasser, die stärkere Verwendung von Klimaanlagen oder die Produktion von künstlichem Schnee. Bei den Olympischen Spielen in China seien dafür Unmengen Wasser benötigt worden, die sonst Bauern zur Bewässerung ihrer Felder dienen und die Trinkwasser für Peking bedeuten, sagte Hydrologieprofessorin Carmen de Jong. (dpa/red)



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