Resümee für 2021: ein Jahr der Extreme, darunter der heißeste Sommer in Europa, Hitzewellen im Mittelmeerraum, Überschwemmungen und Windflauten in Westeuropa.
In Europa dominiert derzeit die Sommersonne.Foto: Martin Gerten/dpa

Teile Europas leiden unter Hitzewelle

Epoch Times16. Juni 2022 Aktualisiert: 16. Juni 2022 16:19
Behörden berichten, dass es in den Regionen Piemont und in der Lambardei nach Wochen ausbleibenden Regens extreme Trockenheit herrscht. Der Pegelstand des Flusses Po sei so niedrig wie zuletzt vor 70 Jahren.

Wegen einer historischen Dürre ist Norditalien zu drastischen Maßnahmen gezwungen. 125 Gemeinden in den Regionen Piemont und Lombardei wurden zuletzt bereits aufgefordert, nachts die Trinkwasserversorgung an die Haushalte einzustellen oder zu drosseln.

Der Verband der Wasser- und Energieversorger Utilitalia schlug mit dem Appell Alarm angesichts der extremen Trockenheit gerade in den Gebieten, durch die der Po fließt, der längste Fluss Italiens.

Niedrigster Pegelstand seit 70 Jahren

Die für den Fluss Po zuständige Behörde berichtete von der schlimmsten Dürre und dem niedrigsten Pegelstand seit 70 Jahren. Vielerorts ist von dem normalerweise mächtigen Strom nur noch ein Rinnsal übrig. „In manchen Gebieten hat es seit 110 Tagen nicht mehr geregnet“, sagte Meuccio Berselli der Nachrichtenagentur Ansa. Dutzende Gemeinden hätten bereits Tanklaster zur Wasserbeförderung im Einsatz, weil die Wasserspeicher leer seien.

Am Freitag – just dem Welttag zur Bekämpfung von Wüstenbildung und Dürre – ist ein Krisentreffen in Rom mit Landwirtschaftsminister Stefano Patuanelli geplant. Attilio Fontana, Präsident der Region Lombardei, kündigte am Donnerstag an, den Notstand auszurufen. Die Lage sei „dramatisch“, und das nicht nur in der Lombardei, sondern auch im Piemont, der Emilia-Romagna und dem Veneto.

Warnung vor Hitze auch in Frankreich

Mit der Hitzewelle in Frankreich müssen die Menschen sich örtlich auf Temperaturen bis zu 42 Grad einstellen. Das teilte der Wetterdienst Météo France am Donnerstag in seiner aktualisierten Vorhersage mit. Die höchsten Temperaturen werden demnach am Samstag erwartet, am heißesten soll es im Südwesten werden.

Nahezu flächendeckend können aber Werte von bis zu 40 Grad erreicht werden. Premierministerin Élisabeth Borne mahnte die Bevölkerung zur Vorsicht. In zwölf Départements sei die Warnstufe Rot ausgerufen worden. Die Menschen sollten genügend trinken, sich im Kühlen aufhalten und nach ihren Nachbarn schauen.

Spanien: Großalarm durch Waldbrände

Die Behörden Kataloniens im Nordosten Spaniens haben wegen drei gleichzeitig wütender Waldbrände einen Großalarm für alle Feuerwehren ausgerufen. Bisher seien insgesamt etwa 1.100 Hektar Wald- und Buschland vernichtet worden, teilte die Feuerwehr am Donnerstag mit.

Neben den Berufsfeuerwehren seien auch Hubschrauber, Drohnen und Einheiten der Sonderabteilung des Militärs für Notfälle im Einsatz. Die Flammen in den Gebieten, in denen es zu wenig geregnet hat, werden durch eine Hitzewelle und teilweise heftige Winde noch angefacht.

Am meisten Sorgen bereitet nach Angaben der Feuerwehr der Brand in Artesa de Segre in der Provinz Lleida rund 130 Kilometer nordwestlich von Barcelona. Seit Ausbruch des Feuers am Vortag seien dort mehr als 500 Hektar Wald vernichtet worden. Sollten die Flammen an der Südflanke nicht gestoppt werden können, drohe sich der Brand in das Tal von Segre auszubreiten und bis zu 20.000 Hektar Wald zu erfassen. Die Behörden riefen alle Bauern der Region auf, mit ihren Traktoren und Pflügen dabei zu helfen, Brandschneisen anzulegen.

Die anderen, etwas kleineren Brände wurden aus Corbera d’Ebre (Tarragona) und aus Castellar de la Ribera (Lleida) gemeldet. Dort seien jeweils etwa 300 Hektar ein Raub der Flammen geworden.

Spanien leidet derzeit unter einer ungewöhnlich frühen und langen Hitzewelle. Seit dem Wochenende werden in vielen Landesteilen Temperaturen von 35 bis weit über 40 Grad gemessen. Seit Jahresbeginn seien schon mehr als 19.000 Hektar Wald- und Buschland verbrannt, berichtete der staatliche TV-Sender RTVE am Mittwoch unter Berufung auf Daten des europäischen Erdbeobachtungssystems Copernicus.

Deutschland: Höhepunkt am Samstag

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet für das Wochenende die erste Hitzewelle des Jahres. Der Höhepunkt wird voraussichtlich am Samstag mit Temperaturen bis zu 38 Grad erreicht, wie der DWD am Donnerstag in Offenbach mitteilte.

Die Hitze breite sich voraussichtlich am Freitag von Südwesten aus. Im äußersten Norden werde davon jedoch nichts zu spüren sein.

„In der Nacht zum Freitag kann man mit Tiefstwerten zwischen 14 und 7 Grad noch gut durchlüften“, sagte der DWD-Meteorologe Marco Manitta. Am Freitag sei dann meist mit Sonne und Temperaturen von 22 bis 28 Grad zu rechnen. In der Mitte und im Süden Deutschlands werden demnach verbreitet Werte von 26 bis 30 Grad, im Südwesten bis zu 33 Grad erreicht. In der Nacht zum Samstag fallen die Temperaturen nur noch auf 18 Grad im Westen und 10 Grad an der unteren Donau.

Gewitter mit Starkregen möglich

Am Samstag rechnen die Meteorologen verbreitet mit Höchstwerten zwischen 30 und 35 Grad, im Südwesten sogar mit Temperaturen bis zu 38 Grad. Am späten Nachmittag sind von Nordrhein-Westfalen bis nach Mecklenburg-Vorpommern vereinzelte starke Gewitter mit Starkregen, Großhagel und schweren Sturmböen möglich. Der äußerste Norden bleibe von der Hitze verschont. Nördlich der Linie Emde-Hamburg-Rostock liegen die Höchstwerte demnach lediglich zwischen 17 und 23 Grad. Zudem wird dort schauerartiger Regen erwartet.

In der Nacht zum Sonntag erwartet der DWD zwischen Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern Schauer, vereinzelt sind Gewitter möglich. Die Tiefstwerte liegen in der Mitte und im Süden bei milden 22 bis 15 Grad, im Norden bei 14 bis neun Grad. Am Sonntag werden im Süden und in Ostsachsen Höchstwerte bis 37 Grad erreicht, ansonsten liegen die Maximaltemperaturen zwischen 26 und 34 Grad. In der Südhälfte rechnet der DWD mit einzelnen kräftigen, teils unwetterartigen Gewittern. Im Norden und Nordwesten bleibt es bei Temperaturen von maximal 19 bis 24 Grad milder. (dpa/mf)



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