Das IT-Zeitalter verdrängt immer mehr traditionelle Berufsbilder. Handwerker sind Mangelware.Foto: Uli Deck/dpa

Deutschland im Computerwahn: Digitalisierung verdrängt Millionen Arbeitsplätze

Epoch Times24. August 2019 Aktualisiert: 24. August 2019 12:44
Nachwuchs ist Mangelware. Immer mehr Handwerkerbetriebe verschwinden von der Bildfläche. Die IT-Branche hingegen boomt.

„Was haben Uhrmacher, Models und Immobilienmaklerinnen gemeinsam? Ihre Berufe könnte es in 20 Jahren nicht mehr geben“, so heißt es in einem Artikel der Bundeszentrale für politische Bildung vom 29. April 2016. Drei Jahre später zeichnet sich folgendes Bild:

Klempner, Sanitärinstallateure, Heizungs- und Klimatechniker sind die begehrtesten Berufe in Deutschland – zumindest aus Arbeitgebersicht. In keiner anderen Branche dauert es so lange, freie Stellen zu besetzen, wie aus einer neuen Analyse der Bundesagentur für Arbeit zu Fachkräfteengpässen hervorgeht. Im Schnitt haben 46 Arbeitslose die Wahl unter 100 freien Stellen.

Gerade im handwerklichen Bereich werde händeringend Kräfte gesucht. Etwa 30 Prozent der traditionellen Berufe von Bäcker und Metzger sind in den letzten zehn Jahren in Deutschland verschwunden, meldet der Zentralverband des Deutschen Handwerks. Im vergangenen Jahr blieben 906 Lehrstellen im Bäckerhandwerk und 894 bei den Fleischereien unbesetzt.

IT-Berufe gefragt wie nie zuvor

Hingegen zeigt sich nun, „dass die Nachfrage nach IT-Fachkräften derzeit außerordentlich hoch ist. Im vierten Quartal 2018 gab es rund 260.000 sofort zu besetzende Stellen im MINT-Bereich [MINT: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik]“, so Alexander Kubis vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung gegenüber Epoch Times. Zudem seien auch bei vielen anderen Tätigkeiten mittlerweile auch IT-Kenntnisse erforderlich.

Und auch eine von der FDP-Bundestagsfraktion in Auftrag gegebene eine Umfrage beim Forsa-Institut ergab laut „Focus“, dass 83 Prozent der Befragten nicht ausreichend auf das digitale Zeitalter und die damit verbundenen Folgen vorbereitet ist. Viel zu lang sei die Digitalisierung erst ignoriert worden, dann hätte man mehr davon gefordert. Nun seien wir schließlich an einem Punkt, an dem auch die Konsequenzen der Digitalisierung spürbar sind.

Die Angst, dass die Digitalisierung Millionen Arbeitsplätze vernichte, sei groß. Das beträfe laut „Focus“ nicht nur Handwerker, sondern auch akademische Berufe – Bänker, Versicherer und Kaufmänner.

Der Philosoph Richard David Precht warnte laut „Produktion“, dass durch die Digitalisierung Millionen Arbeitsplätze verschwinden würden. Künftig würden sich Roboter selbst programmieren und dann würden auch Millionen von Arbeitsplätzen in den derzeit heiß begehrten IT-Branche entfallen. Gleiches gelte für Bürokaufleute – ein Beruf, in dem rund 7,2 Millionen Menschen in Deutschland arbeiten. (sua)



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