Die Commerzbank will sich mit harten Einschnitten gegen Zinstief und Ertragsschwäche stemmen.Foto: Marius Becker/dpa

Bankwirtschaft: Commerzbank plant harte Einschnitte – auch Filialschließungen möglich

Epoch Times25. September 2019 Aktualisiert: 25. September 2019 10:16
Der Commerzbank-Vorstand plant harte Einschnitte: Unter dem Strich sollen rund 2300 weitere Vollzeitstellen gestrichen werden, außerdem könnte jede fünfte der derzeit etwa 1000 Filialen geschlossen werden. Nun wird die Zukunft des Geldhauses diskutiert.

Die Commerzbank sucht nach Rezepten gegen Zinstief und Ertragsschwäche. Vorstand und Aufsichtsrat sind am Mittwoch zusammengekommen, um den Kurs des Geldhauses für die nächsten Jahre zu erörtern.

An diesem Donnerstag soll der Aufsichtsrat entscheiden. Am Freitag will Konzernchef Martin Zielke die Ergebnisse erläutern.

Der Vorstand plant harte Einschnitte: Unter dem Strich sollen rund 2.300 weitere Vollzeitstellen gestrichen werden, außerdem könnte jede fünfte der derzeit etwa 1.000 Filialen geschlossen werden.

Um Geld für Investitionen in digitale Angebote in die Kasse zu bekommen, erwägt die Commerzbank einen Verkauf ihrer Mehrheitsbeteiligung an der polnischen „mBank“. Dagegen soll die Online-Tochter „Comdirect“ mit Sitz in Quickborn (Schleswig-Holstein) ganz übernommen werden.

Die Gewerkschaft Verdi hatte im Vorfeld vor einer Sparrunde bei den Filialmitarbeitern gewarnt:

Jeder weitere Personalabbau wäre eine Operation am offenen Herzen“, hatte Verdi-Gewerkschaftssekretär Stefan Wittmann gesagt, der auch im Commerzbank-Aufsichtsrat sitzt.

Die Commerzbank hat ihre Belegschaft in den vergangenen Jahren bereits erheblich reduziert. Die Zahl der Vollzeitkräfte sank auf 40.700 Ende Juni 2019. Bis Ende 2020 sollen es nach bisheriger Planung etwa 38.000 sein. In Köpfen gerechnet beschäftigte die Bank Ende Juni 48.644 Mitarbeiter, davon gut 34.900 im Inland.

Das Geldhaus ist unter Druck: Bei Privatkunden sowie bei Mittelstand und Firmenkunden – den beiden Hauptgeschäftsfeldern – herrscht harter Preiskampf. Die von der Branche herbeigesehnte Wende zu höheren Zinsen hat die Europäische Zentralbank (EZB) auf unbestimmte Zeit verschoben, der Strafzins für geparkte Gelder kostet die Institute Milliarden. Eine Fusion der Deutschen Bank und Commerzbank die die beiden größten deutschen privaten Bankhäuser zunächst ins Auge gefasst hatten wurde dann von beiden wieder fallen gelassen. Zur Begründung hieß es, es gäbe keinen ausreichenden Mehrwert und die Risiken wären nicht kalkulierbar. (dpa/er)



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