Verkaufskrimi bei Paramount eskaliert mit Chefwechsel

Pläne zum Verkauf des Konzerns Paramount lösen Turbulenzen aus. Jetzt wird der Chef durch ein Managertrio ersetzt.
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Das Logo Paramount Pictures vor den Paramount Studios am 31. Januar 2024 in Los Angeles, Kalifornien. Der Medienmogul Byron Allen hat einem Sprecher der Allen Media Group zufolge ein Angebot zum Kauf von Paramount Global im Wert von 30 Milliarden Dollar einschließlich Schulden abgegeben.Foto: Mario Tama/Getty Images
Epoch Times30. April 2024

Von Paramount kamen fesselnde Blockbuster wie „Der Pate“ – jetzt sorgt der Hollywood-Konzern mit einem Verkaufs-Krimi selbst für Drama. Gestern wurde der langjährige Chef Bob Bakish inmitten von Verkaufsverhandlungen durch ein Managertrio ersetzt.

Die Turbulenzen könnten beeinflussen, was künftig an Filmen und Serien aus dem Hause Paramount zu erwarten ist. Der Medienriese, zu dem das traditionsreiche Hollywoodstudio sowie TV-Sender wie CBS, MTV und Nickelodeon gehören, hat ein Fusionsangebot der Filmproduktionsfirma Skydance vorliegen. Darüber gibt es jedoch laut Medienberichten Streit zwischen Investoren und der wichtigsten Aktionärin Shari Redstone.

Ihr Vater Sumner Redstone hatte das Medienimperium aufgebaut, das sie nach dessen Tod unter dem Paramount-Dach vereinte. Medienberichten zufolge fühlen sich einige Anteilseigner durch das Skydance-Angebot benachteiligt – was zuletzt auch für Spannungen zwischen Bakish und Shari Redstone gesorgt habe.

Aktionäre erwarten Nachbesserung

Für Zündstoff bei dem Deal sorgt die Aktienstruktur. Es gibt rund 41 Millionen Aktien mit Stimmrechten – und mehr als 600 Millionen ohne. Von den Stimmrechtsaktien liegen gut 31 Millionen bei Shari Redstone. Ihr Anteil ist also mehr als ausreichend, um die Kontrolle über den gesamten Konzern zu bekommen.

Genau davon will Medienberichten zufolge Skydance profitieren. Demnach sah der erste Plan von Skydance-Besitzer David Ellison vor, zunächst für rund zwei Milliarden Dollar Redstones Holding National Amusements zu kaufen, bei der auch ihre Paramountaktien mit Stimmrechten liegen.

Als zweiten Schritt sollte dann laut den Berichten der inzwischen unter Ellisons Kontrolle stehende Paramountkonzern Skydance erwerben, für einen Kaufpreis von fünf Milliarden Dollar in Form von Aktien. So hätte Ellison die Macht über Paramount und die beiden Firmen wären unter einem Dach – ohne viel Geld für die Aktien ohne Stimmrechte ausgeben zu müssen.

Weitere Angebote liegen auf dem Tisch

Die Besitzer der stimmrechtslosen Aktien kritisierten Medienberichten zufolge, dass das Vorhaben die Redstonefamilie bevorzuge. Übers Wochenende soll Skydance das Angebot für sie nachgebessert haben. Paramount liegt demnach auch ein 26 Milliarden Dollar schweres Angebot der Finanzfirma Apollo vor, bei dem angeblich auch der Rivale Sony ins Boot will. Bis Anfang Mai werde aber exklusiv mit Skydance verhandelt.

Skydance brachte Paramount unter anderem Geld als Co-Produzent des Kassenhits „Top Gun: Maverick“. Ellison solle den Plänen zufolge nach der Fusion die Führung bei Paramount übernehmen, hieß es. Sein Vater Larry Ellison, der milliardenschwere Gründer der Softwarefirma Oracle, wolle bei der Finanzierung des Deals helfen, berichtete der US-Sender CNBC.

Paramount+ macht bisher Verluste

Unter der Führung von Bakish landete Paramount mehrere Kinohits und machte gute Geschäfte mit Werbung rund um das American-Football-Finalspiel Super Bowl. Zugleich nahm der Konzern hohe Verluste beim Aufbau seines Streaming-Dienstes Paramount+ in Kauf. I

m vergangenen Quartal stieg die weltweite Nutzerzahl von Paramount+ auf gut 71 Millionen. Der Dienst brachte aber immer noch einen operativen Verlust von 286 Millionen Dollar ein.

Insgesamt steigerte Paramount im vergangenen Quartal den Konzernumsatz im Jahresvergleich um 5,8 Prozent auf knapp 7,7 Milliarden Dollar. Zugleich gab es unterm Strich einen Verlust von 554 Millionen Dollar nach rund 1,12 Milliarden Dollar Minus im Vorjahresquartal.

Das neue Führungstrio besteht aus CBS-Chef George Cheeks, Filmstudio-Boss Brian Robbins sowie Chris McCarthy, der die Sender Showtime und MTV führt.

Bei der üblichen Telefonkonferenz mit Analysten nach Vorlage der Quartalszahlen ließen die drei Top-Manager keine Fragen zu, sondern beschränkten sich auf kurze Stellungnahmen. Nach weniger als zehn Minuten war es vorbei – und zum Ausklang gab es die Titelmusik aus „Mission: Impossible“. (dpa/red)



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