Zeichnerische Rekonstruktion der neuen Salamander-Art
Zeichnerische Rekonstruktion der neuen Salamander-Art Egoria malashichevi.Foto: Pavel Skutschas

Ein Salamander namens Egoria: Paläontologen identifizieren neue Amphibienart

Von 21. Februar 2020 Aktualisiert: 21. Februar 2020 13:33
Russische Paläontologen haben eine neue Salamander-Art in einem Steinbruch in Berezovsky entdeckt. Sie wurde Egoria malashichev genannt.

Die Paläontologen fanden das Fossil eines prähistorischen Salamanders in einem Steinbruch in Berezovsky. Die Fundstelle befindet sich in der Region Krasnojarsk (Russland). Dort wurden zuvor Fossilien von Fischen, verschiedenen Reptilien und Säugetieren sowie pflanzen- und fleischfressenden Dinosauriern gefunden.

Das Forschungsmaterial sammelten die Paläontologen bereits Mitte der 2010er Jahre während einiger Feldexpeditionen. Neben den Wissenschaftlern der Universität St. Petersburg waren unter anderem auch Experten der Universität Bonn und der Staatlichen Universität Tomsk beteiligt. Die neuesten Ergebnisse veröffentlichten die Paläontologen im Fachblatt PlosOne.

Fundort vieler prähistorischer Salamander

Vier Fossilien von Wirbeltieren ermöglichten es den Wissenschaftlern, den Fund einer neuen Gattung und Art zuzuordnen. Es handelte sich dabei um drei Brustwirbel und den Atlas. Letzterer ist der erste und im Falle des Salamanders der einzige Halswirbel.

Da der Atlas ein hochspezialisierter Wirbel ist, der für Befestigungs- und Drehbewegungen des Schädels sorgt, hat er eine komplexe Struktur, wie die Wissenschaftler erklären. Er eignet sich daher am besten für die Beschreibung einer neuen Art, da er viele Informationen für die Analyse liefert. Die Amphibie gehörte nachweislich zu den geologisch ältesten Stamm-Salamandern.

Es war jedoch nicht das erste Mal, dass Forscher im Steinbruch von Berezovsky die Überreste von Salamandern fanden. Einer von ihnen war beispielsweise der Stamm-Salamander namens Urupia monstrosa. Das nach dem nahe gelegenen Fluss Uryup benannte Reptil war etwa 50-60 Zentimeter lang.

Des Weiteren entdeckten die Forscher hier einen Salamander namens Kiyatriton krasnolutskii (benannt nach dem Entdecker der Fundstelle Sergei Krasnolutskii). Im Gegensatz dazu war dieses Reptil ziemlich klein (etwa 10-15 Zentimeter) und sah eher wie moderne Winkelzahnmolche aus.

Zwischen zwei Vertretern

Der neu entdeckte Salamander war, der Größe der Wirbel nach zu urteilen, etwa 20 Zentimeter groß.

„Salamander tauchen erstmals in den Fossilienfunden im mittleren Jura auf. Darunter befinden sich Vertreter sowohl der heutigen Salamanderfamilien als auch der Primitivsten“, sagte Pavel Skutschas von der Universität St. Petersburg.

„Als sie gerade erst erschienen waren, bemühten sich die Salamander, verschiedene ökologische Nischen zu besetzen. So füllten die Stamm-Salamander die Nische großer Gewässer aus. Im Gegensatz dazu lebten andere, den heutigen Salamandern nahe stehenden, Reptilien in kleinen Gewässern. Was den neu entdeckten Salamander betrifft, so nahm er eine mittlere Position ein, obwohl er morphologisch gesehen näher am Primitiven liegt“, ergänzte der Paläontologe.

Ein Blick ins Innere

Die Wissenschaftler beschrieben nicht nur die äußeren Merkmale der Exemplare, sondern konnten auch in das Innere der Fossilien schauen. Dabei wurden sie von den Experten der Universität St. Petersburg unterstützt. Hier scannten die Forscher die Exemplare mit modernen Mikrotomografie-Scannern.

Auf der Grundlage der gewonnenen Daten erstellten die Paläontologen 3D-Rekonstruktionen der Wirbel und beschrieben ihre innere Struktur. Wie erwartet, erwies sie sich als sehr ähnlich zu denen der großen Stamm-Salamander.

Die prähistorische Amphibie erhielt den Namen Egoria malashichevi – zu Ehren von Jegor Malashichev, Professor an der Universität St. Petersburg. „Jegor Malasitschew war ein wunderbarer Mensch und ein sehr talentierter Wissenschaftler. Er unterstützte angehende Paläontologen und half ihnen in der wissenschaftlichen Forschung zu bleiben“, bemerkte Pavel Skutschas.

Vergleich mit englischen Salamander-Arten

Der nächste Schritt für die Paläontologen ist der Vergleich der Knochen der „Berezovsky“-Salamander mit den Fossilien aus Großbritannien. Der Fokus liege dabei vor allem auf dem „Kirtlington“-Salamander, welcher in einem Steinbruch bei Oxfordshire gefunden wurde.

Laut den Wissenschaftlern waren sich die sibirischen und britischen Faunen der mittel-jurassischen Zeit sehr ähnlich. Außerdem sind den Paläontologen ähnliche Amphibien bekannt, die auf dem Gebiet des heutigen England lebten. Sie können Vertreter derselben Gattungen sein. Um dies festzustellen, ist jedoch ein detaillierter Vergleich der paläontologischen Sammlungen erforderlich.

Im kommenden Frühjahr soll ein Austausch zwischen den Paläontologen aus England und St. Petersburg stattfinden. „Wir werden vielleicht feststellen, dass Urupia und Egoria früher einen sehr großen Lebensraum hatten, der sich über Europa und Asien erstreckte“, bemerkte Pavel Skutschas.

(Mit Material der Universität St. Petersburg)



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