IPCC-Klima-Modell nicht aktuell: Worst-Case-Emissionen steigen langsamer als prognostiziert

Von 6. Dezember 2020 Aktualisiert: 6. Dezember 2020 9:34
Die IPCC-Klimaszenarien sind laut Forschern der University of Colorado bereits 2020 weit vom Kurs abgekommen. Die gute Nachricht: Die Emissionen wachsen nicht annähernd so schnell, wie vom IPCC vorausgesagt. Die schlechte Nachricht: Die Emissionen steigen nicht annähernd so schnell, wie vom IPCC vorausgesagt. Das heißt, Planungs- und Politikempfehlungen basieren auf veralteten Klimaszenarien.

Im schlimmsten Fall könnten die Temperaturen laut dem Klima-Komitee der Vereinten Nationen bis 2100 um bis zu vier Grad Celsius und der Meeresspiegel global um knapp einen Meter steigen. Das hätte, so das IPCC, eine Reihe katastrophaler Folgen für Mensch und Erde. Neue Forschungsergebnisse der University of Colorado Boulder legen jedoch nahe, dass das zugrunde liegende Szenario unrealistisch ist.

In der Fachzeitschrift „Environmental Research Letters“ zeigen die Forscher, dass diese Worst-Case-Szenarien mit hohen Emissionen nicht mehr aktuell sind. Grund: Corona. Die Modelle, so die Wissenschaftler, können weder die Corona-Krise noch ihre globalen wirtschaftlichen Auswirkungen widerspiegeln. Außerdem sei zu erwarten, dass die Weltwirtschaft die Prognosen „nicht so bald einholen werden“.

Wenn wir politische Entscheidungen an Vorhersagen knüpfen, dann sollten wir die realistischsten Szenarien verwenden“, sagte Prof. Matthew Burgess, Hauptautor der Studie.

Der sechste IPCC-Klimabericht soll 2022 vorliegen.

Klima-Szenarien bereits vor der Corona-Pandemie vom Kurs abgekommen

Um zu sehen, ob die IPCC-Szenarien auf dem richtigen Weg sind, verglichen die Forscher die Vorhersagen des letzten Berichts (2014) sowie die Datengrundlage des kommenden Berichts mit realen Daten, die in den letzten Jahren gesammelt wurden. Dazu gehören das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sowie die Emissionen auf Länderebene, den Energieverbrauch und die Bevölkerungsentwicklung.

Dabei stellten die Forscher fest, dass die IPCC-Szenarien mit hohen Emissionen bereits Anfang 2020 weit vom Kurs abgekommen waren und „in den kommenden Jahrzehnten und darüber hinaus wahrscheinlich weiter von der Realität abweichen“ werden. Die Wirkung der COVID-19-Pandemie auf die Weltwirtschaft verstärke ihre Erkenntnisse nur noch, sagten sie.

Diese Szenarien mit hohen Emissionen [sind folglich] nicht als Basisszenarien für globale Klimabewertungen zu verwenden, die darauf abzielen darzustellen, wohin sich die Welt ohne zusätzliche Klimaschutzpolitik bewegt.“

Die gute Nachricht: Den Autoren zufolge wachsen die Emissionen nicht annähernd so schnell, wie es die IPCC-Bewertungen angedeutet haben und haben möglicherweise bereits ihren Höhepunkt erreicht.

Die schlechte Nachricht: Die Emissionen steigen nicht annähernd so schnell, wie die IPCC-Bewertungen gezeigt haben. Das IPCC verwendet damit in seinen Planungs- und Politikempfehlungen nicht die genauesten und aktuellsten Klimaszenarien.

Keine Klima-Überraschungen zu erwarten

Sollte das Wirtschaftswachstum wider Erwarten höher sein, befürchten einige Wissenschaftler und Klimaexperten, dass uns die Klimaveränderungen überraschen werden. „Das ist aus mehreren Gründen unwahrscheinlich“, so Burgess. Er argumentiert, dass sowohl Wirtschaftswachstum als auch Energieverbrauch derzeit für dieses Jahrhundert überprojiziert werden.

Zudem wirken große Rezessionen tendenziell stärker und länger als große Wirtschaftsbooms. Allein im Jahr 2020 sei das BIP der USA aufgrund der COVID-19-Pandemie um mehr als fünf Prozent gesunken. Selbst bei einem kräftigen Wachstum sei es laut Professor Burgess „unwahrscheinlich, dass die Welt das von der IPCC im Worst-Case-Szenario prognostizierte BIP in diesem Jahrhundert einholen wird“.

Ebenfalls unberücksichtigt ließe das IPCC die selbst vorhergesagten wirtschaftlichen Schäden des Klimawandels. Damit zum Beispiel die CO2-Emissionen auf das Worst-Case-Niveau steigen, müsste im Jahr 2100 jeder Mensch – überall auf der Welt – das aktuelle Einstiegsgehalt von Google beziehen, rechnet Burgess vor. Ein Praktikant verdient bei Google derzeit über 2.000 Euro monatlich.

Das ist nicht nur wirtschaftlich unwahrscheinlich, sondern dieses Maß an individuellem Wohlstand kann nicht zur gleichen Zeit existieren wie globale Klimakatastrophen, die die Infrastruktur beschädigen, zu Massenmigration führen und globale Ernährungsunsicherheit erzeugen.“

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Es gibt Klimaszenarien, die uns etwas darüber sagen, wie sich die Welt entwickelt. Aber was passiert, wenn diese Szenarien nicht die Welt widerspiegeln, in der wir uns befinden?

Man müsse sich dem Wetter draußen entsprechend kleiden, findet auch Burgess‘ Kollege und Professor für Umweltstudien Roger Pielke Jr. Dabei sei es zwar gut zu wissen, was man bei 20 Grad anzieht, wenn es aber trotzdem nur 10 Grad sind, „sollte man eigentlich das einplanen“.

„Es ist vernünftig, extreme Szenarien zu verwenden, um zu erkunden, wie eine Zukunft unter diesen Bedingungen aussehen könnte“, sagte Professor Pielke. Klimaforscher hätten gute Gründe, extreme Szenarien zu verwenden, denn die Zukunft ist ungewiss. „Aber die politikrelevante Forschung hat andere Erwartungen.“

Um wirtschaftliche Zusammenbrüche, technologische Entdeckungen oder andere Echtzeit-Veränderungen der Gesellschaft und des Klimas widerzuspiegeln, sollten diese politikrelevanten Szenarien häufig neu kalibriert werden. Gerade weil es schwierig ist, in die Zukunft zu sehen, müsse man die Szenarien öfter aktualisieren.

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