Charakteristische „Pyrit-Würfel“ in Quarzkristallen.Foto: iStock

Pyrit wertvoller als gedacht: Forscher finden echtes Gold in Katzengold

Von 11. Juli 2021 Aktualisiert: 11. Juli 2021 18:15
Forscher der Curtin University haben nachgewiesen, dass geringe Mengen Gold in Pyrit eingeschlossen sein können. Dies macht das auch als „Katzengold“ oder „Narrengold“ bezeichnete Mineral wertvoller, als sein Name vermuten lässt.

Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der Curtin Universität (Australien) in Zusammenarbeit mit der Universität Westaustralien und der Chinesischen Universität für Geowissenschaften. In ihrer Studie nahmen die Forscher eine eingehende Analyse vor, um die mineralogische Lage des eingeschlossenen Goldes im Pyrit besser zu verstehen.

Dieses neue Wissen könnte letztendlich zu einer neuen Rohstoffquelle und umweltfreundlicheren Methode der Goldgewinnung führen.

Der leitende Forscher Dr. Denis Fougerouse von der Curtin Universität sagte in einer Pressemitteilung, dass diese neue Art von „unsichtbarem“ Gold bisher unerkannt war. Zudem könne es nur mit einem speziellen Instrument – einer sogenannten Atomsonde – beobachtet werden.

„Die Entdeckungsrate neuer Goldvorkommen ist weltweit rückläufig.“ Außerdem nehme die Qualität des Erzes ab. „Gleichzeitig steigt jedoch der Wert des Edelmetalls“ stetig, so Dr. Fougerouse weiter.

„Bisher konnten Goldschürfer das Edelmetall in Pyrit entweder als Nanopartikel oder als Pyrit-Goldlegierung finden. Was wir entdeckt haben, ist aber, dass Gold auch in extrem kleinen Kristalldefekten verborgen sein kann. Dies stellt eine neue Art von ‚unsichtbarem‘ Gold dar“, erklärte der Geologe.

Je deformierter der Pyrit, desto mehr Gold im Inneren

Weiterhin erklärte Dr. Fougerouse, welche Bedingungen für maximales Goldvorkommen vorherrschen sollten. „Je stärker der Kristall deformiert ist, desto mehr Gold ist in den Defekten eingeschlossen. Das Gold liegt in Nanometer großen Defekten, in sogenannten Versetzungen vor. Diese sind hunderttausendmal kleiner als die Breite eines menschlichen Haares.“

Außerdem untersuchten die Wissenschaftler Gewinnungsmethoden und mögliche Wege, um das eingeschlossene Gold mit weniger negativen Auswirkungen auf die Umwelt herauszufiltern.

„Normalerweise wird Gold mit Hilfe von Druckoxidationstechniken extrahiert, aber dieser Prozess ist sehr energieaufwändig. Wir wollten nach einer umweltfreundlicheren Art der Extraktion suchen“, so Dr. Fougerouse.

„Wir untersuchten einen Extraktionsprozess, der selektive Auslaugung genannt wird. Dabei wird eine Flüssigkeit verwendet, um das Gold selektiv aus dem Pyrit herauszulösen. So kann das Gold ‚ausgewaschen‘ werden, ohne den gesamten Pyrit zu beschädigen“, erklären die Forscher.

Ob diese Methode den klassischen Goldschürfern Konkurrenz bieten kann, bleibt angesichts der geringen Mengen abzuwarten. Andererseits gibt es weltweit deutlich mehr Pyrit als bekannte Goldlagerstätten.



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