Niedrige Steuern und hohe Moral – die wohlhabende Ära des Kaisers Kangxi

Kaiser Kangxi wurde im Jahr 1654 geboren und war Kaiser in der Qing-Dynastie in China. Zeit seines Lebens richtete er sich nach traditionellen und konfuzianischen Werten und schuf schließlich ein glorreiches Zeitalter, in dem „die Welt in Frieden und die Menschen in Wohlstand und Zufriedenheit leben“.
Kaiser Kangxi in jungen Jahren
Der chinesische Kaiser Kangxi in jungen Jahren.Foto: Gemeinfrei
Von 31. Januar 2024

Aus den 61 Jahren Regentschaft des Kaisers Kangxi, die als „Wohlhabende Ära des Kangxi“ bezeichnet wird, gibt es viele Beispiele für sein tugendhaftes Handeln, welche seit Generationen in China überliefert werden.

Kaiser Kangxi folgte während seiner Regentschaft streng der Überzeugung, dass „das Volk der Kern, gefolgt von der Nation sei. Der Herrscher jedoch ist der letzte in allen Dingen.“

Ein gütiger Kaiser

Er wandte sich gegen die Politik der Beschlagnahmung von Land und senkte die Steuern für das Volk. „Niemals wird es eine Kopfsteuer für Menschen geben, die in unserer blühenden Gesellschaft geboren werden“, soll Kangxi verkündet haben. Durch seine Vorarbeit und seinen Sohn, der ihm auf den Thron nachfolgte, wurden schließlich erstmals in China die Kopfsteuern pro Bürger aufgehoben.

Auch in direktem Kontakt mit seinen Bürgern zeigte er sich verständnisvoll und nachsichtig. Einmal, während einer Inspektion jenseits der Großen Mauer, blockierte ihm ein Mann den Weg. Normalerweise würden Personen, die dem Kaiser den Weg blockierten, angeklagt. Der Kaiser wollte aber selbst herausfinden, was los war.

Es stellte sich heraus, dass der Mann ein Arbeiter namens Wang Sihai war, der mittellos auf der Suche nach Arbeit war und geschwächt auf der Straße gelegen hatte. Als Kangxi davon erfuhr, ließ er ihn mit heißem Brei versorgen und gab ihm Geld für seine Reise und seine Familie.

Ein altes chinesisches Sprichwort, nach dem Kangxi handelte, besagt:

Weigere dich nicht aus Güte zu handeln, nur weil es eine kleine Tat ist; begehe nichts Böses, auch wenn die Tat unerheblich ist.“(Auf Chinesisch: 勿以善小而不為, 勿以惡小而為之)

Nur Freundlichkeit vergelten, niemals Rache üben

Einmal beauftragte Kaiser Kangxi den General Shi Lang mit der Eroberung von dessen ehemaligem Heimatort. Viele der Beamten am Hof zweifelten jedoch an der Treue des neuen Generals Shi Lang und wollten den Kaiser davon abhalten, ihm sein Vertrauen zu schenken. Kaiser Kangxi hörte jedoch nicht auf die Gerüchte. Schließlich zeigte sich, dass der dort herrschende Prinz Zheng 73 Mitglieder der Familie von Shi Lang hinrichten ließ, weil sie sich Kaiser Kangxi anschließen wollten.

Kaiser Kangxi sagte dem General, bevor er aufbrach, dass er sich keine Sorgen mache, dass dieser nicht siegreich sein würde, er jedoch eine andere Sorge habe:

„Einige von Prinz Zhengs Männern haben euch schon geholfen, während andere euch Schaden zugefügt haben, und die Dinge können sehr kompliziert werden, da es nie ein Ende der Rache gibt. Wenn es Leute gibt, die bereit sind, sich zu ergeben, habe ich acht Worte für euch, die ihr euch merken solltet: Vergelte nur ihre Freundlichkeit, aber übe niemals Rache!“

Shi Lang war tief bewegt von dem Vertrauen und den Worten des Kaisers und behandelte alle Gefangenen gnädig. Als die kapitulierenden Truppen von Prinz Zheng dieses Verhalten sahen, unterwarfen sie sich bereitwillig dem Qing-Hof von Kaiser Kangxi.

Milde gegenüber dem Volk, Härte bei Korruption

Es wird überliefert, dass Kaiser Kangxi während seiner Herrschaft viel Milde walten ließ und selten schwere Strafen verhängte. Während seiner Regentschaft habe es weniger als 40 Todesurteile für Verbrechen gegeben, was für die damalige Zeit sehr wenig war.

Jedoch griff der Kaiser bei Korruption in den Reihen seiner Beamten hart durch und duldete sie nicht an seinem Hof. In einem Fall soll es sich um lediglich einen Tael Silber gehandelt haben. – Die Menge entspricht ungefähr 36 bis 37 Gramm im heutigen Wert von 15 Euro. Das war auch in der wohlhabenden Qing-Dynastie kein großer Betrag. Die Überlieferung besagt:

Der Beamte Ye Fang’ai aus der Stadt Kunshan war ein erfolgreicher Kandidat bei den kaiserlichen Prüfungen und galt als gut ausgebildeter Gelehrter. Bei einer Steuerprüfung wurde jedoch festgestellt, dass er einen Tael Silber schuldete. Der Beamte war der Meinung, dass ein Tael Silber keine große Sache sei und bat den Kaiser in einem persönlichen Schreiben, ihm das Vergehen zu erlassen.

Kaiser Kangxi sah dies jedoch nicht als Kleinigkeit und entzog Ye seinen Rang sowie seine Gelehrtenehre. Er veranlasste, dass Ye nach dem geltenden Gesetz bestraft werde. Auch ist bekannt, dass mehrere der Todesurteile während Kangxis Herrschaft tatsächlich gegen Beamte wegen Korruption und Steuerhinterziehung ausgesprochen wurden.

Rebellion gegen Betrüger

Ein anderes Beispiel war Ka Yongshi, ein Regierungsbeamter in Sichuan. Als dieser Mann die nationale Steuer eintrieb, nahm er heimlich zwölf zusätzliche Silberstücke pro 200 Tael. Nachdem er dem Gouverneur Nengtai durch diese korrupte Praxis mehr als 20.000 Tael Silber gegeben hatte, behielt er den Rest der Summe für sich. Nengtai wurde später wegen Korruption zum Tode verurteilt und Ka Yongshi, den das gleiche Schicksal ereilt hätte, starb an einer Krankheit, bevor er verurteilt werden konnte.

Ein weiterer Beamter, Zhao Fengzhao von Taiyuan, Shanxi, wurde ebenfalls hingerichtet, weil er die Bevölkerung unerlaubt übermäßig besteuert und so fast 200.000 Tael Silber veruntreut hatte.

Im Jahr 1697 führte die Korruption zweier Beamter in einer Provinz sogar zur Rebellion. Der Gouverneur von Shanxi, Wen Bao, und der Kommissar für die Provinzverwaltung, Gan Du, arbeiteten zusammen und waren sehr korrupt. Sie nahmen Bestechungsgelder an und verdrehten das Gesetz, um die Bevölkerung auszubeuten, was viele sogar zur Flucht in die Berge zwang. Als sich die Lage immer mehr zuspitzte, versammelte sich das Volk der Provinz und rebellierte.

Als Kangxi davon erfuhr, wies er an, sich mit den Rebellen zu versöhnen und sie freundlich zu behandeln, sollten sie sich nicht ergeben wollen. Zudem veranlasste er, dass die korrupten Beamten sofort hingerichtet wurden. Die Begründung: „Wie können wir die Menschen von unserer Integrität überzeugen, wenn ein solch korrupter Beamter verschont wird?“

Das Volk zur Moral und Tugend inspirieren

Kaiser Kangxi legte während seiner Regentschaft viel Wert darauf, dass er und seine Beamten eine gute Vorbildwirkung ausübten, um so auch das Volk zu inspirieren.

Einmal sagte er zu seinen Höflingen:

Ich glaube, dass es seit der Antike bei der Herrschaft von Königen und Kaisern über das Volk wichtig ist, die Menschen mit Moral und Tugend zu inspirieren, damit sie gut werden und nichts Schlechtes tun wollen. Das ist viel besser, als durch Bestrafung zu regieren und dem Volk das Gefühl zu geben, dass sie Angst vor dem Gesetz haben müssen, sodass sie nur darauf bedacht sind, der Strafe zu entgehen.“

Ein weiterer Leitsatz, der von Kaiser Kangxi überliefert ist, lautet:

Ein Kaiser sollte die Dinge klarstellen und es seinen Beamten leicht machen, sie umzusetzen; er sollte dem Volk gegenüber großherzig und großzügig sein.“

Zudem sagte er: „Die Kaiser Yao und Shun regierten das Land zu ihrer Zeit nach den Wünschen ihres Volkes und motivierten es wie ein sanfter Wind zu segensreichen Zielen. Die Stabilität und der Wohlstand ihrer Gesellschaften sind der Beweis für den Erfolg dieser Politik. Ich habe den Wohlstand in alten Zeiten beneidet und habe hart daran gearbeitet, die moralische Erziehung unseres Volkes zu fördern, um sein moralisches Gewissen zu stärken, damit wir gemeinsam einen rechtschaffenen Weg gehen können.“

Der Erfolg seiner Regentschaft spiegelte sich in einer Zeit mit langen friedlichen Perioden und großem Wohlstand wider, der noch heute überliefert und bewundert wird.

Dieser Artikel erschien im Original auf nspirement.de unter dem Titel: „Niedrige Steuern und hohe Moral – die wohlhabende Ära des Kaisers Kangxi“. (redaktionelle Bearbeitung ts)



Epoch TV
Epoch Vital
Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Dies umfasst ebenso abschweifende Kommentare, die keinen konkreten Bezug zum jeweiligen Artikel haben. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.


Ihre Epoch Times - Redaktion