Limburg: Regens des Priesterseminars nach Missbrauchsvorwürfen tot aufgefunden

Im Alter von 49 Jahren wurde Christof May, der Regens des katholischen Priesterseminars Limburg, tot aufgefunden. Zuvor hatte Bischof Bätzing ihn nach Rücksprache von seinen Ämtern freigestellt. Gegen den Regens waren Vorwürfe „übergriffigen Verhaltens“ laut geworden.
Titelbild
Leere Kirchenbänke. Symbolbild.Foto: iStock
Von 10. Juni 2022

Schock und Bestürzung im Bistum Limburg der deutschen katholischen Kirche. Wie das Portal kath.ch berichtet, wurde Christof May, der Regens des diözesanen Priesterseminars, am Donnerstag (9.6.) im Alter von nur 49 Jahren tot aufgefunden. Die Nachrichtenagentur „CNA Deutsch“ hat die Information unter Berufung auf eigene interne Quellen bestätigt. Über die Umstände oder die genaue Ursache des Ablebens gibt es bis dato keine gesicherten Informationen.

Offizielle Stellungnahme des Bistums Limburg für Freitag erwartet

Einen Tag zuvor hatte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, May von allen Ämtern freigestellt. Zuvor soll er ihn zu einem persönlichen Gespräch bestellt haben, weil „Vorwürfe übergriffigen Verhaltens“ gegen den Regens an das Bistum herangetragen worden wären.

Einer Nachricht an kath.ch zufolge habe Bätzing den Schritt unternommen, um „die Vorwürfe prüfen und aufklären zu können“. Ein Bistumssprecher wollte dem Portal gegenüber am Donnerstagabend die Nachricht nicht bestätigen. Am Freitag soll es allerdings eine offizielle Stellungnahme geben.

Regens May als Bauernopfer?

Bätzing, der als treibende Kraft des außerhalb des deutschen Katholizismus vielfach umstrittenen „Synodalen Weges“ gilt, sah sich zuletzt selbst dem Vorwurf der Vertuschung sexuellen Missbrauchs ausgesetzt. In sozialen Medien argwöhnten einige Kommentatoren, Bätzing habe gegen den Regens bereits in einem frühen Stadium der Untersuchung gegen diesen gerichteter Vorwürfe Maßnahmen ergriffen, um sich selbst und seinen sogenannten Erneuerungsprozess aus der Schusslinie zu nehmen.

Der „Synodale Weg“ hatte es als eines seiner Ziele bezeichnet, im Zusammenhang mit Missbrauchsfällen einen „Prozess der Reflexion über die gemeinsame Verantwortung für die systemischen Ursachen in der Kirche“ herbeizuführen. Regelmäßig wurden traditionelle Vorstellungen der Kirche etwa zur Sexualmoral als Ursache für Missbrauch und dessen Vertuschung dargestellt.

May galt jedoch in keiner Weise als konservativ. In einer Predigt im Oktober 2020 hatte er sich für Frauen als Priester, für die Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zu den Sakramenten und für einen offenen Umgang mit Kirchenangehörigen aus der LGBTQ-Gemeinde ausgesprochen.

 



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