Ukraine-Soldaten in Murnau erstochen: Generalstaatsanwaltschaft München übernimmt

Die Ermittlungen zum Fall der beiden ermordeten ukrainischen Soldaten in Murnau dauern an. Das Tatmotiv ist unklar. Womöglich stecken politische Motive dahinter, meint die Generalstaatsanwaltschaft München. Sie hat den Fall nun übernommen.
Ein Absperrband mit der Aufschrift «Polizeiabsperrung» vor einem Polizeiwagen (Symbolbild).
Die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus bei der Generalstaatsanwaltschaft München hat die Ermittlungen wegen zweier Messermorde in Murnau übernommen. Symbolbild.Foto: David Inderlied/dpa
Von 30. April 2024

Die Generalstaatsanwaltschaft München hat den Fall der beiden getöteten Ukrainer in der bayerischen Kleinstadt Murnau am Vormittag des 29. April 2024 übernommen. Das hat das Polizeipräsidium Oberbayern Süd bekannt gegeben. Inzwischen könne eine „politische Motivation“ beim Täter nicht mehr ausgeschlossen werden.

Es werde allerdings weiter „in alle Richtungen ermittelt“. Das Tatmotiv sei noch immer unklar. Nun befasse sich also die Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET) bei der Generalstaatsanwaltschaft mit den Ermittlungen. Bislang hätten sich die Kriminalpolizei Garmisch-Partenkirchen und die Staatsanwaltschaft München II gemeinsam um den Fall gekümmert.

Tödliche Messerattacke am Samstagnachmittag

Am Samstagnachmittag, 27. April 2024, waren zwei Männer aus der Ukraine in unmittelbarer Nähe eines Tengelmann-Einkaufszentrums im oberbayerischen Murnau am Staffelsee gefunden worden. Die beiden Armee-Angehörigen waren Opfer einer Messerattacke geworden. Dass ihre Stichverletzungen ursächlich für den Tod waren, habe sich nach den Obduktionen der Leichen im Institut für Rechtsmedizin in München bestätigt, erklärte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd. Der 36-jährige Soldat sei bereits am Tatort seinen Verletzungen erlegen, der 23-Jährige trotz Reanimationsversuchen erst wenig später im Krankenhaus.

Wie die Polizei weiter mitteilte, hätten sich die beiden Ukrainer seit der zweiten Jahreshälfte 2023 in der Region aufgehalten. Nach Angaben der „Frankfurter Rundschau“ (FR) wohnten sie anlässlich ihrer „medizinischen Rehabilitation“ im Landkreis Garmisch-Partenkirchen.

Polizeibekannter Russe unter dringendem Tatverdacht

Der Tatverdacht auf zweifachen Mord war nach Angaben der Polizei schnell auf einen 57-jährigen russischen Staatsbürger mit Wohnsitz in Murnau gefallen. Nach Angaben der „Bild“ hatte er eine Blutspur hinterlassen, die bis zu seiner Wohnung unweit des Tatortes geführt hatte. Nach Informationen der Polizei erließ die Ermittlungsrichterin auf Antrag der Staatsanwaltschaft München II am Sonntag Haftbefehl wegen Mordverdachts. Seitdem befinde er sich in Untersuchungshaft in einer Justizvollzugsanstalt.

Der mutmaßliche Täter und die beiden Opfer sollen sich schon vor der Tat gekannt haben. Der Beschuldigte befindet sich nach Polizeiangaben seit Sonntag in Untersuchungshaft. Er sei schon vorher „polizeibekannt“ gewesen, berichtet die FR. Laut Polizei lebt er bereits seit „Anfang der 90er-Jahre“ in Deutschland.

Entsetzen vor Ort

Am Montagabend, 29. April, war der örtliche Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP) nach Angaben der FR davon ausgegangen, dass „wohl sehr viel Alkohol eine Rolle gespielt“ haben könnte. Er gehe wie der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) derzeit nicht davon aus, dass der Ukraine-Krieg etwas mit der Tat zu tun haben könnte. Es handele sich wohl um einen „bedauerlichen Einzelfall“. Dessen ungeachtet seien die ukrainische und die deutsche Gemeinschaft vor Ort „geschockt“.

Nach Angaben der „Bild“ legten Anwohner inzwischen Blumen, Fotos, die ukrainische Nationalflagge, Kerzen und Transparente zum Gedenken an die beiden getöteten Männer am Tatort nieder. Wie der „Münchner Merkur“ berichtet, ordnete Murnaus Bürgermeister Beuting Trauerflor am Rathaus an. Es werde auch einen Gedenkgottesdienst geben.

Der Fall sorgte überregional und auch international für Aufsehen. Dmytro Kuleba, der Außenminister der Ukraine, dankte den deutschen Behörden für die schnelle Festnahme des Tatverdächtigen.



Epoch TV
Epoch Vital
Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Dies umfasst ebenso abschweifende Kommentare, die keinen konkreten Bezug zum jeweiligen Artikel haben. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.


Ihre Epoch Times - Redaktion