Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton neben Nordkoreas Führer Kim Jong Il in Pjöngjang. (AP Photo/Korean Central News Agency via Korea News Service, File)

Wie Chinas KP Nordkorea benutzt

Von 8. August 2009 Aktualisiert: 8. August 2009 10:02
Geiseln in Nordkorea bescheren dem chinesischen Regime einen Tag guter Nachrichten - Amtseinführung im Iran nicht mehr im Mittelpunkt des Interesses

Am Donnerstagmorgen wachten die Amerikaner auf und sahen, wie der frühere Präsident Bill Clinton aus dem stalinistischen Nordkorea mit zwei ehemaligen Geiseln im Schlepptau zurückkam. Bilder einer glücklichen Wiedervereinigung gingen durch eine dankbare Nation, als die redegewandten Kommentatoren sich überschlugen, die Geschicklichkeit Clintons darzustellen, die er bei der Befreiung der Reporterinnen bewiesen hatte und sie spekulierten auch darüber, welche Rolle die Obama Regierung bei all diesem gespielt habe.

Auf der anderen Seite der Welt, in Teheran, wurde Mahmoud Ahmadinedschad (in dieser Gegend auch Verrücktes Sprachrohr Mahmoud genannt) offiziell in seine zweite Amtszeit als Präsident eingeführt – trotz der Tausenden von Demonstranten auf der Straße und der Menge boykottierender Abgeordneter, die immer noch wütend über den Wahlbetrug vor zwei Monaten sind, der seine „Wiederwahl“ zur Folge hatte.

Man sollte annehmen, dass diese beiden Dinge nichts miteinander zu tun haben.

Da bin ich nicht so sicher.

Als erstes müssen wir daran denken, dass Kim Jong Il wie ‚Andy Stone‘ aus ‚Casino‘ ist – „dem Aussehen nach …ein mächtiger Mann… aber auch Andy Stone nahm Befehle entgegen.“ Kim Jong mag vieles sein (einschließlich an der Schwelle des Todes stehend) aber er bleibt der koreanische Vizekönig der Kommunistischen Partei Chinas – um so mehr, da er jetzt verzweifelt versucht, seinen Sohn als Nachfolger durchzusetzen. Falls die KPCh wünschte, dass die beiden Journalistinnen nach Amerika zurückkehren und der Iran aus den Schlagzeilen verschwinden sollte, dann hat sie genau das bekommen, was sie wollte.

Es stellt sich die Frage: Warum ausgerechnet jetzt? Was unterscheidet den August vom Juli? Oder warum das Ganze nicht im April? Hier kommt die Farce der iranischen Amtseinführung ins Spiel.

Die KPCh hat die Angewohnheit, ihre koreanische Kolonie zu benutzen, wenn sie ein unangenehmes Thema vermeiden will. Das beste Beispiel dafür spielte sich vor zwei Monaten ab, als Kim und seine Spießgesellen knapp zwei Wochen vor dem zwanzigsten Jahrestag des Massakers auf dem Platz des Himmlischen Friedens einen Atomtest durchführten. Diese Nachricht beherrschte die Schlagzeilen und nützte so der KPCh.

Die KPCh benutzt Nordkorea, um das Thema zu wechseln – genau dafür sorgte Kim, als er knapp zwei Wochen vor dem Jahrestag des Massakers seinen Atomtest durchführte.

Aber wie nützlich der Iran tatsächlich sein konnte wurde in Peking erst am Tag des Aufstands der Iraner klar. Er kam für das Regime in Teheran genauso überraschend wie für Peking. Normalerweise hätte die KPCh einer Diktatur, die ihrem eigenen frustrierten Volk ausgesetzt war, keine Beachtung geschenkt – ausgenommen dafür zu sorgen, dass auch allen klar wäre, dass sie zu dieser Diktatur steht.

Die Reaktionen wurden schon empfindlicher, als das iranische Volk, das um die lange Allianz Pekings mit den Mullahs wusste, auch den Slogan „Tod für China“ auf den Straßen rief. Plötzlich war die KPCh selbst zur Zielscheibe der Demonstranten geworden und alle Probleme, die aus dem Iran kamen, konnten zu Problemen der freien Welt (deren Antikommunisten das Regime auch weiter nervös machten) und Chinas selbst werden.

So wurde der 5. August, der Tag, an dem Irans Präsident für eine weitere Amtsperiode in sein Amt eingeführt wurde, zu einem wichtigen Datum für die Kader in Peking – wichtig genug, um sich zu vergewissern, dass die restliche Welt den fortgesetzten Kämpfen zwischen dem persischen Volk und der Diktatur in Teheran keine Beachtung mehr schenkte. Kann man dann wirklich noch überrascht sein, wenn sich Nordkorea plötzlich auf Bill Clinton konzentriert und seine Reise dazu benutzt, um genau zu dem Zeitpunkt, als sich die Ereignisse im Iran wieder zuspitzen, die gefangenen Journalistinnen frei zu lassen?

Wie es sich gezeigt hat, hat niemand Teheran weiter Beachtung geschenkt, selbst als dem Pressesekretär des Weißen Hauses der Versprecher passierte und er das Verrückte Sprachrohr des Iran als „gewählten“ Führer bezeichnete. Alle Augen waren auf Nordkorea gerichtet, auf Bill Clinton und auf die beiden Geiseln. Spekulationen über Kim Jong Ils Motive schwirrten durch die Luft, Kritiker lobten Bill Clinton in den Himmel (obwohl sich einige jetzt fragen, was man im Gegenzug dafür bekommen hat) und Berichte über die „starke Beteiligung“ der Regierung Obama (jetzt, wo alles gut gegangen ist) wurden zuerst geflüstert und dann ausgestrahlt.

Kurz gesagt, die Notlage der Geiseln beherrschte die Nachrichten – der andauernde Widerhall des iranischen Aufstands dagegen nicht. Die KPCh brachte nicht nur ihre Kolonie Nordkorea in der Presse noch vorteilhafter heraus, sondern es gelang ihr auch, die Presse von ihrem iranischen Verbündeten fern zu halten. Was es auch immer für ein Tag für Clinton, für die Reporter, für den Präsidenten und für die Medien gewesen ist, für die KPCh war es gewiss ein ausgezeichneter Tag.

D.C. McGuire ist Mitbegründer der China e-Lobby und der Autor von: Dragon in the Dark /Der Drache im Dunklen: Wie und warum das kommunistische China unsere Feinde im Kampf gegen den Terror unterstützt.

 



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