Ein Mitarbeiter überprüft die Temperatur eines Gastes, der am 22. Januar 2020 das New Orient Landmark Hotel in Macau betritt. Die ehemalige portugiesische Kolonie meldete am 22. Januat ihren ersten Fall des neuen SARS-ähnlichen Virus.Foto: ANTHONY WALLACE/AFP über Getty Images

Coronavirus: Impfstoffe dauern an – WHO will über Gesundheitsnotstand entscheiden

Von 22. Januar 2020 Aktualisiert: 28. Januar 2020 1:40
Weltweit melden derzeit sieben Staaten, dass Menschen an den Coronaviren erkrankt sind. Impfstoffe sind in Arbeit, neue Testverfahren wurden entwickelt. Die WHO will heute entscheiden, ob der Gesundheitsnotstand ausgerufen wird.

In China wurden weitere Fälle von Coronavirus-Pneumonie diagnostiziert, die weitere Todesfälle verursachten. Der Virus hat sich inzwischen weit verbreitet. Derzeit sind der Ursprung und die Häufigkeit der Übertragung des neuen Coronavirus von Mensch zu Mensch noch ein Rätsel. Es gibt bislang weder offizielle Behandlungsstrategien, noch vorbeugende Impfstoffe.

Der neue Coronavirus trägt den wissenschaftlichen Namen „2019-nCoV“ und es gibt zunehmend Hinweise darauf, dass der Virus von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Die Zentren für Krankheitsbekämpfung und Prävention (CDC) haben am Dienstag den ersten Fall im US-Bundesstaat Washington bekannt gegeben.

Der Coronavirus wird hauptsächlich durch Tiere wie Fledermäuse und Schweine übertragen. Die chinesischen Behörden gaben zuerst an, dass Patienten während des Kontakts mit einigen auf dem Markt befindlichen Tieren infiziert wurden. Da jedoch immer mehr Patienten erklärten, noch nie auf dem betroffenen Markt gewesen zu sein, musste die Kommunistische Partei Chinas ihre Aussagen ändern und bestätigte am Montag, dass der Virus auch von Menschen zu Mensch übertragen werden kann.

Testverfahren und Impfstoffe

Sowohl aus Deutschland (Charité Berlin) als auch den USA (Zentrum für Krankheitsbekämpfung und Prävention Washington) wurde berichtet, dass sie neue Testmethoden zur Identifizierung der Viren entwickelt haben. Das National Institute of Health bestätigte am Dienstag, dass sich ein möglicher Impfstoff derzeit in einer „sehr vorläufigen Forschungsphase“ befindet, es lehnte Informationen zu den Details bisher ab.

Prof. Dr. Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie der Charité in Berlin sagte laut Reuters TV am Montag, dass man einen Test für die Erkennung der Krankheit entwickelt habe und diesen international verfügbar mache. „Es ist nicht nur ein Rezept, dass die Labore brauchen, sondern zusätzlich ein bestimmtes Molekül, das wir per Briefumschlag verschicken. In alle Welt“. Es gebe bereits 120 Anfragen weltweit.

„Ich glaube nicht, dass wir dies schnell zum Stoppen bringen“, sagte Prof. Dr. Drosten. „Wir müssen das sehr ernst nehmen im Moment. Ich befürchte, das Ganze wird uns noch lange Zeit begleiten.“

Die chinesischen Behörden wären sehr bemüht, „aber wir sehen gleichzeitig noch, dass die Meldezahlen nachschleppen.“

Die Weltgesundheitsorganisation wird heute entscheiden, ob ein Gesundheitsnotstand ausgerufen wird.

Bisher gibt es noch keine spezifische Behandlung für den neuen Virus, es gibt noch keinen offiziellen Impfstoff. Laut „CNN“ können Ärzte nur die Symptome lindern, indem sie Schmerzmittel oder Antipyretika verschreiben. Ein Raumbefeuchter oder eine heiße Dusche kann bei Halsschmerzen oder Husten helfen. Es wird empfohlen: Trinken Sie viel Wasser, ruhen Sie sich so viel wie möglich aus und sorgen Sie für Schlaf. Wenn sich Ihre Symptome schlimmer anfühlen als eine Erkältung, wenden Sie sich an Ihren Arzt.

Noch unklar: Wie häufig ist die Übertragung von Mensch zu Mensch?

Wie die „New York Times“ berichtete, sagte William Schaffner, Professor für Präventivmedizin und Infektionskrankheiten am Vanderbilt University Medical Center in Nashville: „Es gibt immer noch mehr Fragen, auf die wir keine Antworten haben, als Dinge, die wir wissen.“ Und weiter:

Was ist zum Beispiel die Quelle? Wir wissen es nicht genau. Der Ort war wahrscheinlich der Markt für lebende Tiere, aber wir kennen das jeweilige Tier nicht genau.“

Die dringlichere Frage, so sagte er, ist: „Wie häufig ist die Übertragung von Mensch zu Mensch?“ Er fügte hinzu: „Besteht die Möglichkeit, dass Menschen mit leichten Infektionen diesen Virus von Mensch zu Mensch übertragen können?“

Könnte es ein „Superverbreiter“ sein?

Ein Experte für Infektionskrankheiten ist besorgt, ob der neue Virus von „Superverbreitern“ übertragen werden könnte. „Superverbreiter“ werden Personen genannt, die sofort Dutzende von Menschen infizieren könnten und hoch ansteckende Patienten sind.

Michael Osterholm, ein internationaler Experte für Infektionskrankheiten an der Universität von Minnesota, erklärte laut „NBC News“, es sei unklar, ob alle von Chinas Krankheit betroffenen Angehörigen des Gesundheitswesens an der gleichen Stelle infiziert wurden. Falls ja, würde dies ein „Superverbreitungs-Ereignis“ auslösen.

Osterholm sagte, dass „Superverbreiter“ vor allem bei zwei bemerkenswerten Ausbrüchen von Coronaviren auftraten: den SARS- und MERS-Epidemien der vergangenen Jahre. Die SARS-Epidemie im Jahr 2003 breitete sich dadurch auf mehr als 20 Länder aus. Hunderte starben, Tausende erkrankten, offizielle Zahlen werden angezweifelt.

Die jetzige Situation erscheint allen, die sich mit den Ausbrüchen von SARS und MERS befasst haben, vertraut, so Osterholm. „Wenn Sie einen ‚Superverbreiter‘ sehen, wissen Sie, dass Sie ein Problem haben.“ Dem Bericht zufolge gab es bislang keinen Hinweis darauf, dass Washingtons erster Patient in den USA ein „Superverbreiter“ war.

Die „Washington Post“ berichtet, dass eine der Herausforderungen bei der Untersuchung und Bekämpfung des Virus darin besteht, dass Experten des öffentlichen Gesundheitswesens nicht angegeben haben, wie sich die Krankheit verbreitet hat. Laut Tom Inglesby, Direktor des Johns Hopkins University Center für Gesundheit und Sicherheit, werden die Informationen nicht nur Auswirkungen darauf haben, wie China die Krankheit eindämmt, sondern auch, wie öffentliche Gesundheitsbehörden auf der Welt Präventionsmaßnahmen planen können.

Aktuelle epidemische Situation im Ausland

Die Zahlen der chinesischen Behörden sind laut unseren Forschungen nicht vertrauenswürdig, daher hier nur die Zahlen aus dem Ausland:

Bestätigte Fälle weltweit (außer Festlandchina): 2 in Thailand, 1 in den USA, Taiwan, Macao, Japan und Südkorea.

Zu den vermuteten Fällen weltweit (außer Festlandchina) gehören: 117 in Hongkong, 7 in Singapur und 1 in Australien.

China meldet derzeit täglich neue Zahlen für Infizierte, Erkrankte und verstorbene.

Das Original erschien in der chinesischen Epoch Times (deutsche Bearbeitung und Ergänzungen von sk)
Originalartikel: 武汉肺炎传出亚洲 新病毒及传播谜团重重

Anmerkung der Redaktion: Die offiziellen Zahlen über Todesfälle und Infizierte durch den Coronavirus in China haben wir in unseren Artikeln gelöscht, da wir davon ausgehen müssen, dass die gemeldeten Zahlen der staatlichen chinesischen Behörden nicht stimmen. Wir bemühen uns, die tatsächlichen Zahlen herauszufinden.


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