WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus bei einer Pressekonferenz in Genf.Foto: FABRICE COFFRINI/AFP via Getty Images

Warum erklärt die WHO die Ausbreitung des Coronavirus nicht zu einer Pandemie?

Von 26. Februar 2020 Aktualisiert: 13. März 2020 11:38
"Hat dieses Virus das Potenzial zu einer Pandemie? Auf jeden Fall. Sind wir schon da? Nach unserer Einschätzung noch nicht," sagt WHO-Chef Tedros. Doch wie weit verlässt sich die WHO auf die offiziellen Zahlen der chinesischen Regierung und was bedeutet das für die Sicherheit innerhalb und außerhalb Chinas? Unsere Kollegin der chinesischen Epoch Times hat die Situation analysiert.

Dr. Bruce Aylward von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hielt mit seinen chinesischen Kollegen am Montag (24.2) in Peking eine Pressekonferenz ab. Mit der Konferenz wurde eine 9-tägige Forscherreise der WHO-Delegation abgeschlossen, die Aylward leitete. Die Mission des WHO-Teams war es, das neuartige Coronavirus in China zu untersuchen. Epoch-Times-Redakteurin Zhou Xiaohui analysierte die Pressekonferenz und fand vier Punkte, die im Vergleich mit den offiziellen chinesischen Berichten Auffälligkeiten aufwiesen.

1. Herkunft des Virus und der Übertragungsweg: Fledermäuse oder Labor?

Forscher des Wuhan-Instituts für Virologie fanden heraus, dass das Genom des Virus, das bei Patienten gefunden wurde, zu 96 Prozent identisch mit dem eines existierenden Fledermaus-Coronavirus ist. So hieß es in einer Studie, die in der Zeitschrift Nature veröffentlicht wurde.

Das Redaktionsnetzwerk Deutschland schrieb dazu am 13. Februar: „Unklar ist bislang noch, ob die Pangoline die eigentlichen Wirte des Coronavirus sind, oder ob sie nur als Überträger dienen. Chinesische Forscher gehen nach wie vor davon aus, dass die Erreger in Fledermäusen leben, von denen die Schuppentiere ihrerseits angesteckt werden. Das könne entweder bei der Fleischverarbeitung auf den Wildtiermärkten geschehen oder bereits, wenn lebende Schuppentiere mit den Insekten auch den verseuchten Kot von Fledermäusen aufnehmen.“

Die WHO äußert sich sehr verhalten über den Ursprung der Krankheit und legt nicht fest, ob die Fledermaus oder das Pangolin als Träger infrage kommt. Laut den Unterlagen von chinesischer Seite könnte die Fledermaus oder das Pangolin als Ursprung der Krankheit gelten. Die Wissenschaftler sind jedoch noch dabei zu erforschen, ob diese Tierarten überhaupt als Träger oder Wirt fungieren können. Die Forscher konzentrierten sich zunächst auf diese beiden Tierarten.

Es gibt aber auch Vermutungen, dass das Virus aus einem Labor stammen könnte und als Biowaffe benutzt worden sei. Was die chinesische Epoch Times bislang herausfinden konnte ist, dass jetzt immer mehr Informationen ans Licht kommen, die darauf hindeuten, dass es sich hier um ein von Menschenhand geschaffenes Virus handelt. Es scheint immer wahrscheinlicher, dass es mit dem P4-Forschungslabor in Wuhan – direkt am Epizentrum des Virus – zusammenhängt.

Epoch-Times-Redakteurin Zhou Xiaohui vermutet, dass die chinesische Regierung die Ermittlungen in diese Richtung behindert.

2. Übertragungsweg: Durch winzige Tröpfchen, sogenannte Aerosole

Auf der offiziellen WHO-Webseite heißt es: „Menschen können sich mit Covid-19 von anderen Personen anstecken, die das Virus haben. Die Krankheit kann sich von Mensch zu Mensch durch kleine Tröpfchen aus der Nase oder dem Mund ausbreiten, die beim Husten oder Ausatmen einer infizierten Person verbreitet werden. Personen können sich auch mit Covid-19 anstecken, wenn sie Tröpfchen von einem Infizierten einatmen, der aushustet oder Tröpfchen ausatmet.“

Bei den chinesischen Berichten werden die Tröpfchen allerdings nicht als Hauptübertragungsweg betrachtet. Die Behörden in China interpretieren den WHO-Bericht anders und geben Entwarnung bezüglich dieses Übertragungswegs.

Laut Zhou Xiaohui von der chinesischen Epoch Times würde die chinesische Regierung den WHO-Bericht anders interpretieren, um die Produktion im Land wieder anzukurbeln. Der wirtschaftliche Schaden, durch den Ausfall der Produktion könnte für China enorm sein. Die Leugnung der Tatsachen diene dazu, dass in China keine Panik ausbreche und die Menschen nach und nach wieder ihrer Arbeit nachkommen, betont Zhou.

Ihrer Meinung nach gehe es darum: „Dass die Menschen wieder arbeiten gehen. Die Verbreitung und die Menschenleben werden nicht berücksichtigt“, schreibt sie in einem Kommentar.

3. Offizielle Zahlen der Infizierten und Todesfälle

Der Arzt Bruce Aylward sagte zum Schluss der Pressekonferenz am Montag in Peking, dass „der Anstieg der Ausbreitung des Virus in den letzten zwei Wochen um 80 Prozent gesunken ist“.

Zhou Xiaohui stellt in ihrem Bericht die Frage, woher die WHO-Delegation diese Zahlen bekommen habe. „Haben sie wirklich vor Ort mit chinesischen Ärzten ausgetauscht? Haben sie alles selbst überprüft?“, fragt die Journalistin. Fraglich sei auch, wie weit sich die WHO-Delegation überhaupt ein Bild von der Situation in China machen hätte können. Denn wie Dr. Aylward selbst bei der Konferenz in Genf sagte:

In jedem der Krankenhäuser, die wir besucht haben, waren wir nur in den sauberen Abteilungen [des Krankenhauses]. Wir gingen nirgendwo in die Nähe [Infizierter]. Es gibt einen verschmutzten Bereich und auch eine Grauzone. Wir sind nicht in die Nähe dieser Bereiche gegangen“.

Auch WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus bestätigte den Rückgang der Anzahl der Neuinfizierten in China in seiner Rede am Montag (24.2): „Sie [die WHO-Delegation] stellte fest, dass die Epidemie zwischen dem 23. Januar und dem 2. Februar ihren Höhepunkt und ihr Maximum erreicht hat und seitdem stetig zurückgeht.“

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4. WHO betrachtet China als Vorbild bei der Eindämmung der Ausbreitung

Dr. Bruce Aylward, WHO-Experte und Leiter der Delegation, lobte China bei der Pressekonferenz in Peking: „Angesichts einer bisher unbekannten Krankheit, hat China eine der ältesten Strategien zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten entwickelt, und wahrscheinlich die ehrgeizigsten – ich würde sagen die agilsten und aggressivsten – Bemühungen zur Eindämmung von Krankheiten in der Geschichte unternommen.“

Der Arzt zeigte Grafiken und Statistiken über die aktuellen Zahlen der Infizierten in China und deutete auf eine Kurve hin: „Wenn man sich also den Unterschied zwischen der Kurve, wie sie vielleicht gewesen sein mag und dem wie sie tatsächlich war, anschaut, dann repräsentiert das wahrscheinlich Hunderttausende von Chinesen, die von dieser enormen Anstrengung profitiert haben.“

Dazu schreibt die Epoch-Times-Redakteurin Zhou Xiaohui in ihrem Kommentar: „Aylward sieht China als Vorbild für andere Länder. Er geht sogar so weit zu sagen, wenn andere Länder Einreisen einschränken, würde das die Reaktionsfähigkeit der Welt negativ beeinflussen.“

Da die globale Gemeinschaft einfach noch nicht bereit ist, in der Denkweise oder benötigtem Material, die eingesetzten Maßnahmen umzusetzen, sind die einzigen erfolgreichen Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19, die wir bisher kennen, hier in China“, sagte Aylward auf der Pressekonferenz in Peking.

WHO-Chef Tedros stellte in seiner Rede am Dienstag (25.2) dar: „Hat dieses Virus das Potenzial zu einer Pandemie? Auf jeden Fall. Sind wir schon da? Nach unserer Einschätzung noch nicht.“

Das Wort Pandemie passt nicht zu den Tatsachen, aber es kann durchaus Angst auslösen. Eine leichtfertige Verwendung des Wortes Pandemie hat keinen greifbaren Nutzen, aber sie birgt ein erhebliches Risiko in Bezug auf die Verstärkung von unnötiger und ungerechtfertigter Angst und Stigmatisierung sowie die Lähmung von Systemen“, fügte er hinzu.

Dr. Mike Ryan, Leiter des Notfallprogramms der WHO, sagte: „Es ist viel einfacher zu sagen, dass eine Pandemie in einer Grippesituation auftreten wird. Was wir bei Covid-19 noch nicht verstehen, ist die tatsächliche Übertragungsdynamik.“ Danach nannte Ryan die offiziellen Zahlen der chinesischen Regierung, die behaupten, dass die Zahl der Corona-Fälle in China zurückgeht.

Fazit

Zhou Xiaohui kommentiert in ihrem Bericht: „Die Aussagen der WHO sind widersprüchlich. Die WHO möchte später keine Verantwortung tragen, daher versucht sie die Zahlen und die Tatsachen zu relativieren.“ Laut Zhou sind die Aussagen der WHO dadurch nicht hundertprozentig glaubwürdig. „Eins ist klar: Wenn man der Aussage des WHO-Berichts in Peking glaubt, gerät man direkt in die Falle der Kommunistischen Partei Chinas – und dafür muss man selbst einen hohen Preis bezahlen.“