Fünfmal mehr Suizide als „an Corona“ Verstorbene unter Kindern und Jugendlichen in Großbritannien

Von 22. Juli 2021 Aktualisiert: 22. Juli 2021 19:53
In den ersten zwölf Monaten der Corona-Krise sind in Großbritannien 25 Kinder und Jugendliche „an“ und 36 „mit“ Corona gestorben. Im selben Zeitraum zählten die Forscher 124 Suizide und 268 Trauma-Tote in dieser Altersgruppe. Die Maßnahmen, so Forscher verschiedener britischer Universitäten und Institute, „könnten sich als größeres Risiko erweisen als das von SARS-CoV-2 selbst.“

61 an und mit COVID-19 verstorbene Kinder und Jugendliche sowie 396 Suizide und Trauma-Tote. Das ist die Bilanz der ersten zwölf Monate in der Corona-Krise in Großbritannien. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher verschiedener britischer Institute, Kliniken und der Universitäten Cardiff, Liverpool, Leicester, Bristol und York in einer am 7. Juli vorab veröffentlichten Studie (pdf).

Die Auswertung des Teams um Clare Smith vom Nationalen Gesundheitsdienst (NHS, staatliches Gesundheitssystem), stellte dabei zudem große Unterschiede zwischen den natürlichen Todesursachen dieser Altersgruppe und den „Corona-Toten“ fest. Experten bestätigten zudem bei lediglich 25 Kindern und Jugendlichen COVID-19 als todesursächlich. Ein Großteil von ihnen hatte eine oder mehrere Vorerkrankungen.

„Eindeutig, wahrscheinlich, möglicherweise oder unwahrscheinlich zum Tod beigetragen“

Im Zeitraum vom 1. März 2020 bis zum 28. Februar 2021 registrierten die britischen Behörden landesweit 3.105 Todesfälle von Kindern und Jugendlichen. Lediglich 61 oder 1,96 Prozent wurden zuvor positiv getestet. Um weiter zwischen „an“ und „mit“ COVID-19 Verstorbenen zu unterscheiden, führten die Forscher nach eigenen Angaben eine klinische Überprüfung aller Todesfälle durch. Letztendlich habe Corona nur in 0,8 Prozent aller Todesfälle zum Tod beigetragen.

Ausschlaggebend für die Einstufung „ursächlich an Corona verstorben“ waren dabei die Angaben auf dem Totenschein. Wurde dabei COVID-19 nicht als einziger oder Hauptgrund angegeben, fand eine zweistufige Überprüfung durch drei unabhängige Gutachter statt. Dazu wurden „klinische Aufzeichnungen aller Todesfälle mit positivem Test überprüft, um festzustellen, ob SARS-CoV-2 eindeutig, wahrscheinlich, möglicherweise oder unwahrscheinlich zum Tod beigetragen hat“.

Nur wenn aus den Unterlagen zweifelsfrei hervorging, Corona hat zum Tod beigetragen, oder wenn zwei der Gutachter unabhängig voneinander einen ursächlichen Zusammenhang vermuteten, wurde der Todesfall als „an Corona“ verstorben aufgenommen. Eine Überprüfung der Angaben und Unterlagen fand nach einem Schaubild der Forscher nicht statt.

Sterberisiko unter Kindern und Jugendlichen: 0,000208 Prozent

Insgesamt brachten Smith et al. 25 Todesfälle (41 Prozent) mit COVID-19 in Verbindung. 22 von ihnen starben an einer akuten Infektion. Drei starben an einem pädiatrischen entzündlichen Multisystem-Syndrom in zeitlichem Zusammenhang mit SARS-CoV-2 (PIMS-TS). Die anderen 36 Kinder und Jugendliche (59 Prozent) wurden demnach in zeitlichem Zusammenhang „zufällig positiv getestet“.

Bezogen auf die Gesamtzahl aller positiv getesteten Kinder und Jugendlichen binnen eines Jahres errechneten die Forscher eine Infektionssterblichkeit von 5 pro 100.000 [25 : 469.982 = 0,0053 Prozent]. Das ist etwa 30-mal geringer als die weltweite Corona-Sterblichkeit von 0,15 Prozent und etwa fünfmal geringer als das allgemeine Sterberisiko dieser Altersgruppe von 0,026 Prozent. Diese Infektionssterblichkeit heißt aber auch, dass 99,995 Prozent aller positiv getesteten Kinder und Jugendlichen gesundeten.

Bezogen auf die Gesamtzahl der Kinder und Jugendlichen in Großbritannien (12.023.568) errechneten die Forscher ein durchschnittliches Sterberisiko von 0,000208 Prozent oder etwa zwei pro eine Million. Innerhalb dieser Zahl zeigten sich wiederum Unterschiede bezüglich Ethnizität, sodass das Risiko eines Einzelnen, an COVID-19 zu sterben, noch niedriger liegen kann.

Im Allgemeinen seien Kinder und Jugendliche mit asiatischem oder afrikanischem Hintergrund etwas gefährdeter, obwohl Todesfälle „immer noch extrem selten“ waren, so die Forscher. Zwischen Jungen und Mädchen zeigten sich hingegen keine Unterschiede.

Risikofaktoren Vorerkrankung und Alter

Einen erheblichen Einfluss scheint jedoch das Alter zu haben. Der vorliegende Trend – Ältere sind tendenziell anfälliger für COVID-19 – setzt sich bei Kindern und Jugendlichen unverändert fort. Während es sich bei den 25 Corona-Toten eher um Teenager – 72 Prozent waren 10 Jahre oder älter – als um jüngere Kinder handelte, entfallen lediglich 19 Prozent der übrigen Nicht-Corona-Todesfälle auf diese Altersgruppe.

Die stärksten Unterschiede zeigen sich bei Vorerkrankungen. So hatten 76 Prozent der Todesfälle chronische, 64 Prozent hatten multiple und 60 Prozent hatten lebensbegrenzende Erkrankungen. Dem höchsten Risiko ausgesetzt waren Kinder und Jugendliche mit komplexen neurologischen Behinderungen. Allein auf diese Gruppe entfallen 13 von 25 Todesfällen (52 Prozent). Überdurchschnittlich vertreten waren außerdem Personen aus sozial schwächeren Verhältnissen.

Obwohl die Sterblichkeit bei Vorerkrankten deutlich erhöht war, sei Corona nur für „einen sehr kleinen Anteil an allen Todesfällen während des Pandemiejahres“ verantwortlich. So sterben jährlich etwa 500 Kinder und Jugendliche an komplexen neurologischen Behinderungen. Die Corona-Toten machen davon etwa 2,6 Prozent aus. Ähnlich verhalte es sich bei allen anderen Vorerkrankungen.

Asthma & Co kein Risikofaktor – (keine) Vorerkrankungen keine Garantie

Entgegen der Erwartungen fanden Forscher auch heraus, dass ein höheres Risiko für Atemwegsinfektionen, wie zum Beispiel Asthma, zystische Fibrose, Typ-1-Diabetes oder Trisomie 21, nicht zu einer höheren Corona-Sterblichkeit führte.

Ebenfalls unerwartet fanden die Forscher auch sechs Todesfälle (24 Prozent) ohne – bekannte – Vorerkrankungen. Das entspricht dem Anteil Nicht-Vorerkrankter bezüglich aller Todesfälle. Die Forscher widersprechen damit jedoch bisherigen Erkenntnissen, wonach ausschließlich Kinder und Jugendliche mit Vorerkrankungen gestorben wären.

Auch im Umkehrschluss haben Personen mit Vorerkrankungen nicht unbedingt ein höheres Sterberisiko. So lag trotz des hohen Anteils an den Corona-Toten die Sterblichkeit bei Personen mit Vorerkrankungen um bis zu 100-fach unter den Werten bezüglich aller Todesursachen. Während die Sterblichkeit für Kinder und Jugendliche mit einer neurologischen Behinderung im Allgemeinen 2.441 pro 100.000 beträgt, sinkt ihr absolutes Sterberisiko bei Corona auf 88,9 pro 100.000, so die Forscher. Bei einer lebensbegrenzenden Erkrankung sinke die Sterblichkeit sogar von 1.124 pro 100.000 für alle Todesursachen auf lediglich 11,5 pro 100.000 bezüglich COVID-19.

Folgen der Maßnahmen schlimmer als Corona

Wie die Forscher weiter schreiben, verlaufe eine Corona-Infektion bei Kindern und Jugendlichen in der Regel mild und asymptomatisch. Aus diesem Grund sei es umso wichtiger, gefährdete Gruppen – etwa aufgrund der Lebensverhältnisse oder anderer Faktoren – zu identifizieren. Diese Gruppen könnten, so die Forscher, „von einer Impfung und/oder einer vorbeugenden ‚Abschirmung‘ [Anm. d. Red.: Lockdown] in Zeiten hoher Prävalenz profitieren.“

Ein ‚Schutzschild‘, das auf falschen Annahmen über die Anfälligkeit beruht, [führt] wahrscheinlich zu erheblichen Sekundärschäden […]. Ebenso müssen die Risiken der Krankheit gegen die Risiken der Impfung abgewogen werden.“

Weiter schreiben die Forscher:

„Selbst unter Berücksichtigung des Effekts der Abschirmung […] bleibt das Risiko für schwerwiegende Folgen von SARS-CoV-2 für unter 18-Jährige weiterhin extrem gering. Dass Kinder und Jugendliche von ihren normalen Aktivitäten in der Schule und bei sozialen Veranstaltungen ausgeschlossen werden, könnte sich als größeres Risiko erweisen als das von SARS-CoV-2 selbst.“

Bezüglich der „Corona-Toten“ zeigen sich die größten Anstiege im Frühjahr und ab November 2020. Die Gesamtzahl aller Todesfälle stieg über den Zeitraum gleichmäßig an. Leicht erhöhte Werte gab es im Frühjahr (März-Mai), im Sommer (Juli/August) und im Oktober 2020 sowie im Januar 2021. Außer im Sommer fallen diese zeitlich mit Anstiegen der an und mit COVID-19 Verstorbenen und Lockdowns zusammen. Insgesamt nahmen die monatlichen neuen Todesfälle im Beobachtungszeitraum leicht ab. Ein signifikanter Zusammenhang lässt sich aus den Daten nicht ableiten.“

Fünfmal mehr Suizide als an Corona Verstorbene

Das spiegelt wider, dass nicht nur COVID-19 Risiken für Kinder und Jugendliche bergen kann, sondern auch die Maßnahmen. So geht einerseits aus den vorläufigen Ergebnissen der Impfstoffhersteller BioNTech/Pfizer hervor, das zwei Drittel aller Geimpften an „moderaten“ oder „schweren“ Nebenwirkungen litt. Völlig beschwerdefrei blieb vermutlich kein einziger Studienteilnehmer [Epoch Times berichtete].

Andererseits zeigen Daten aus Berlin, Kalifornien und Japan, dass während der Corona-Krise deutlich mehr Suizid(versuch)e auftraten. Auch in Großbritannien liegt die Zahl der Selbstmorde unter Kindern und Jugendlichen binnen der ersten zwölf Monate der Pandemie deutlich über der Zahl der Corona-Toten.

Die Forscher schreiben:

Im gleichen Zeitraum gab es 124 Todesfälle durch Selbstmord und 268 Todesfälle durch Trauma.“

Ob diese Zahl ausschließlich auf COVID-19 – oder die Maßnahmen – zurückzuführen ist, teilten die Wissenschaftler nicht mit. Unabhängig davon belegen die Zahlen, dass fünfmal mehr Kinder und Jugendliche sich das Leben nahmen, als an Corona verstarben. Unter Berücksichtigung der Todesfälle durch Trauma übersteigt die Zahl der Todesfälle, die der Corona-Toten sogar um etwa das 15-Fache.

Daten, die einen Anstieg der Suizidfälle im Pandemiejahr in Großbritannien im Allgemeinen oder im Speziellen bei Kindern und Jugendlichen belegen können, liegen derzeit nicht vor. Eine entsprechende Veröffentlichung des britischen Büros für Nationale Statistik wird im September erwartet.



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