Aus der traditionellen Hausapotheke: Selbst gemachter Hustensirup aus Maiwipferl

Jeden Mai bietet die Natur für wenige Wochen einen natürlichen Rohstoff für selbst gemachten Hustensirup. Hier erfahren Sie, worauf Sie bei Maiwipferl – Spitzen von Kiefern, Tannen oder Fichten – achten sollten und wie die Medizin aus ihnen hergestellt wird.
Maiwipferl am Baum
Maiwipferl sind die jungen, hellgrünen Triebe von Nadelbäumen.Foto: iStock
Von 18. April 2024

Jetzt ist die perfekte Erntezeit: Die hellgrünen Spitzen von Nadelbäumen wie Fichten oder Tannen sollen von Mitte bis Ende Mai gepflückt werden. Während dieser Tage haben die jungen Triebe einen besonders hohen Gehalt an ätherischen Ölen. Ein einfaches und altbewährtes Rezept aus den gehaltvollen Maiwipferl ist selbst gemachter Hustensirup, der in keiner traditionellen Hausapotheke fehlen darf.

So enthalten die jungen Triebe verschiedener Nadelbäume wertvolle ätherische Öle, Harze, Tannine und Vitamin C. Dadurch wirken sie antiseptisch, was hilft, Bakterien und Viren im Rachen und den damit einhergehenden Husten und Schleim zu verringern.

Die Spitzen von Tannen und Fichten werden in der traditionellen heimischen Heilkunde schon lange verwendet. Es gilt jedoch, beim Sammeln der Wipferl sowie der Zubereitung des Hustensirups einige Punkte zu beachten.

Vorsicht beim Sammeln

Mitte Mai bis Ende Mai ist die beste Zeit, die jungen hellgrünen Triebe von Nadelbäumen zu sammeln. Dabei werden hauptsächlich die Wipferl von Fichten und Tannen verwendet. Auch Kiefernspitzen eignen sich für den Sirup. Wichtig ist zu beachten, dass man nur die seitlichen Triebe pflücken soll und nicht jene an der Spitze. Zudem gilt, Finger weg von Eiben, deren Triebe giftig sind.

Von Fichten können Maiwipferl gesammelt werden

Gesammelte Fichtenspitzen. Foto: iStock

Auch sollen von einem einzelnen Baum nicht zu viele Wipferl genommen werden, sondern jeweils nur wenige von mehreren Bäumen, da sonst das Wachstum des Baumes beeinträchtigt wird. Am besten ist es, die Spitzen kurz abzuwaschen, trocken zu tupfen und sie dann gleich frisch zu verwenden.

Maiwipferl-Hustensirup

Zutaten:
  • frisch gepflückte Maiwipferl (zum Beispiel 500 g)
  • brauner Zucker (doppelt so viel wie Maiwipferl, zum Beispiel 1.000 g)
Benötigte Utensilien:
  • ein großes Einmachglas
  • später Braunglasflaschen zum Abfüllen des fertigen Sirups
Zubereitung:

Zuerst den Boden des Einmachglases mit braunem Zucker einige Zentimeter hoch bedecken. Dann eine Schicht Wipferl darüber geben und wieder mit einer Schicht Zucker bedecken. Danach eine weitere Schicht Wipferl und Zucker hinzufügen und abwechselnd wiederholen. Die obersten Wipferl schließlich mit dem restlichen Zucker als letzte Schicht bedecken.

Wichtig: Das Einmachglas verschließen und nicht öffnen, bevor sich der Zucker vollständig zu Sirup verflüssigt hat.

Hustensirup aus Maiwipferl: Zubereitung im Einweckglas

Ein Einweckglas mit geschichteten Maiwipferln und braunem Zucker. Foto: iStock

Der Zucker zieht langsam die Wirkstoffe aus den Wipferln, während er sich verflüssigt. So entsteht der Hustensirup. Dabei sollte das Gefäß keinem direkten Sonnenlicht und nicht zu hohen Temperaturen ausgesetzt sein. Je nach Menge und Zuckersorte dauert es zwischen einer Woche und einem Monat, bis der Sirup fertig ist. Jeden Tag kann aber beobachtet werden, wie sich mehr und mehr Milliliter des Sirups bilden.

Wenn der Zucker vollständig gelöst und reichlich brauner Sirup entstanden ist, die Wipferl absieben, den Sirup in Braunglasflaschen abfüllen und verschließen. Sollte sich der Zucker auch nach einigen Wochen nicht vollständig gelöst haben, das geschlossene Glas im Wasserbad vorsichtig erwärmen. Nicht kochen.

Das Glas mit dem Fichtenspitzensirup erst öffnen, wenn sich der Zucker vollständig gelöst hat. Bis dahin haben sich die Maiwipferl bereits verfärbt. Zum Vergleich frische Fichtenspitzen.

Das Glas mit dem Fichtenspitzensirup erst öffnen, wenn sich der Zucker vollständig gelöst hat. Bis dahin haben sich die Maiwipferl bereits verfärbt. Zum Vergleich frische Fichtenspitzen. Foto: iStock

Der fertige Sirup sollte im Kühlschrank oder an einem trockenen, kühlen Ort aufbewahrt werden. Ab dann ist der Hustensaft bis zu einem Jahr haltbar und damit ein treuer Begleiter für die Erkältungszeit.

Der wohlschmeckende Sirup sollte angewendet werden, sobald man ein Kratzen im Hals verspürt. Dabei kann man mehrmals am Tag einen Teelöffel bis zu einem Esslöffel einnehmen und langsam schlucken. Für Kinder genügt ein Teelöffel pro Anwendung.

Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.



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