„Cancel Culture“ – Abschaffungskultur: Ein linkes Phänomen verändert die Gesellschaft

Von 25. Januar 2021 Aktualisiert: 4. März 2021 18:28

Dieser Artikel ist der Text zum Video: „Abschaffungskultur: Ein linkes Phänomen verändert die Gesellschaft vom Youtube-Kanal „zentralPlus“.

„Freiheit ist das Recht, anderen zu sagen, was sie nicht hören wollen“. Dieses Zitat stammt von dem weltberühmten Schriftsteller George Orwell. Wir beginnen die heutige Sendung mit diesem Zitat, weil wir heute über das Thema „Cancel Culture“ sprechen werden.

Im deutschen Sprachgebrauch gibt es verschiedene Übersetzungen von „Cancel Culture“. Auf Wikipedia wird der Begriff mit „Absage- oder Löschkultur“ übersetzt. In den russischen Mainstream-Medien wird der Begriff als „Abschaffungskultur“ beziehungsweise „Liquidierungskultur“ bezeichnet. Warum der Begriff in Russland als „Liqudierungskultur“ übersetzt wird, wurde in einem Kommentar im russischen Staatsfernsehen erläutert.

In Russland, das jahrzehntelang unter einer kommunistischen Diktatur gelitten hat, scheint dieser Kommentar im russischen Staatsfernsehen auf eine vergleichsweise distanzierte Betrachtungsweise auf marxistische Ideologien hinzudeuten – und es ist interessant, wie man von Russland aus auf die Entwicklung in den USA blickt.

In dem Kommentar, der von Thomas Röper aus dem Russischen übersetzt und auch im Internet veröffentlicht wurde, heißt es: „Die Bilder von all dem, was das ganze Jahr über gelaufen ist, die Straßenpogrome von Biden-Anhängern und die gewaltsame Erstürmung des Kapitols durch Trumpisten, von denen Trump selbst sich distanziert hat, die Truppen in Washington und das Chaos im Netz reichen nicht aus, um die Tiefe der Transformation zu verstehen, die die Vereinigten Staaten von Amerika durchmachen.“

„Cancel Culture“ als „Liquidierungskultur“ übersetzen

Das wichtigste dabei sei das kulturelle Phänomen – also die „Cancel Culture“.

Der russische Kommentator sagt, den Begriff „Cancel Culture“ als „Liquidierungskultur“ zu übersetzen sei am korrektesten, da der Begriff „Liquidierungskultur“ erst zu vermitteln vermag, was wirklich hinter diesem Phänomen stecke.

In Amerika werde nämlich vieles einfach „liquidiert“. Wie beispielsweise die Geschlechter. Denn die Worte „er“ und „sie“ sollen nun vom Parlament abgeschafft werden. Dies sieht das neue Regelpaket des US-Repräsentantenhauses vor, in dem die Demokraten die Mehrheit haben.

Die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, und der Vorsitzende des Regelkomitees, James McGovern, gaben Anfang Januar bekannt, dass das neue Regelpaket Änderungen enthält, die „alle Geschlechtsidentitäten anerkennen, indem sie Pronomen und familiäre Beziehungen in den Hausregeln ändern, um geschlechtsneutral zu sein.“

In einer separaten Ankündigung von McGovern hieß es, dass das Regelpaket der Demokraten „Verweise auf das Geschlecht nötigenfalls entfernt“. Das geschehe, um sicherzustellen, dass „wir alle Mitglieder, Delegierten, ansässigen Ausschussmitglieder und ihre Familien einschließen – einschließlich derer, die sich als ‚divers‘ identifizieren“.

Das Regelpaket sieht vor, dass Kongressabgeordnete Worte wie „Vater, Mutter, Sohn, Tochter, Bruder und Schwester, Onkel und Tante, Neffe und Nichte, Ehemann, Ehefrau, Schwiegervater, Schwiegertochter, (…) Enkel, und Enkelin etc.“ nicht mehr aussprechen dürfen.

Diese Begriffe würden künftig durch „Elternteil und Kind, Geschwister, Geschwister des Elternteils, Kind des Geschwisters, Ehepartner, Schwiegereltern, Schwiegerkind, Schwiegergeschwister und Enkelkind usw.“ ersetzt.

Zu diesen Entwicklungen sagte der Kommentator im russischen Fernsehen: „Das ist ein Schritt zur Liquidierung der Familie, denn die Vielfalt der Emotionen in ihr und die familiäre Wärme selbst sind das Ergebnis der gemeinsamen Anstrengungen von Vätern, Müttern, Töchtern und Söhnen, Großmüttern und Großvätern. Und mit der Liquidierung dieser für alle verständlichen Rollen in der Familie wird alles viel flacher.“

Es sei geradezu seltsam, dass so etwas nun in Amerika geschehe. Denn, so der Kommentator weiter, sei es die USA, die immer stolz darauf gewesen ist, dass der Mensch ein Individuum, also eine Persönlichkeit, ist. Und nun werde genau dieses Land gesetzgeberisch so flach, was schließlich zur Auslöschung der Selbstidentifikation führen wird – und das sogar in der Familie.

Der Kommentator sagte weiter, dass die „Cancel Culture“ Amerika in Richtung der Repression, hin zu einem totalitären Staat, führt. Es sei die Zerstörung des alten Amerikas und die Schaffung eines neuen und auch mächtigen Amerikas.

Dann verwies er auf George Orwell, der schon 1949 vor einer Welt, in der wir heute leben, warnte. Orwell schrieb damals sein weltberühmtes Buch 1984.

In dem Roman ging es um einen totalitären Überwachungsstaat, in dem das Motto „Krieg ist Frieden, Freiheit ist Sklaverei und Unwissenheit ist Macht“ propagiert wurde. Orwell schrieb: „Die Diktatur wird nicht errichtet, um die Revolution zu schützen; die Revolution wird durchgeführt, um die Diktatur zu errichten.“

Der russische Kommentator sagte, dass die internationale Gemeinschaft die Handlung des Romans von Orwell stets mit den Zuständen in der UdSSR verglichen hätte, aber heute geschehe genau das Gleiche in den Vereinigten Staaten von Amerika.

Trump steuerte dagegen

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump war sich bewusst, in welche Schieflage sich die amerikanische Gesellschaft entwickelt. Deshalb erließ er im September 2020 die „Exekutiv-Verordnung zur Bekämpfung von Rassen- und Geschlechtsstereotypen“.

Diese Verordnung hat zum Ziel, die Verbreitung antiamerikanischer und spalterischer Ideologien einzudämmen. Darin verurteilte Trump unter anderem auch die: „aggressiven Gender- oder Feminismus-Konzepte, die kultur-marxistischen Vorstellungen entspringen“.

Unterdessen würdigte Trump die Fortschritte einer „farbenblinden Gesellschaft“ wie sie Martin Luther King vorschwebte und warnte vor Personen, die „eine andere Vision von Amerika“ hätten – und zwar eine, die eher an Hierarchien auf Basis kollektiver sozialer und politischer Identitäten glaube als an die inhärente und gleiche Würde jeder Person als Individuum.

Im Verordnungstext heißt es: „Diese Ideologie wurzelt in der gefährlichen und falschen Vorstellung, dass Amerika ein unveränderbares rassistisches und sexistisches Land wäre; dass manche Menschen einzig aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten Rasse oder einem bestimmten Geschlecht Unterdrücker wären; und dass rassische und sexuelle Identitäten wichtiger wären als unser gemeinsamer Status als Menschen und Amerikaner.“

Donald Trump kannte die Gefahr und versuchte gegenzusteuern. Doch seine Bemühungen könnten nun zunichte gemacht werden. Denn ein Amerika mit den Demokraten an der Spitze der Macht, wird sich nicht gegen die „Cancle Culture“ – oder wie es in Russland heißt „Liqudierungskultur“ – stellen, ganz im Gegenteil.

Aber nicht nur in Amerika ist die „Cancel Culture“ auf dem Vormarsch, sondern auch in Deutschland. Die „Welt am Sonntag“ übersetzte das Konzept der „Cancel Culture“ mit „Künstler und Schriftsteller, die nicht zum politischen Zeitgeist passen“ – und deshalb mit unangenehmen Konsequenzen rechnen müssen. Und zwar mit „Absagen, aussortieren, stummstellen“.

Feuilletonchef Andreas Rosenfelder erinnern die „Korrekturkämpfe des Jahres 2020“ an die Inquisition der Kirche, die im 16. Jahrhundert einen Index der verbotenen Bücher anlegte.

Gecancelt wurde in Deutschland beispielsweise Monika Maron. Der S.-Fischer-Verlag hat sich 2019 von der Schriftstellerin nach vierzig Jahren getrennt. Die Verlegerin warf der 78-Jährigen die Nähe zu der Dresdner Buchhändlerin Susanne Dagen vor. Dagen wiederum wurde eine Nähe zu dem rechten Verleger Götz Kubitschek vorgeworfen.

Nach der Vertragskündigung wurde die Schriftstellerin schließlich doch noch vom Verlag Hoffmann und Campe unter Vertrag genommen. Zudem schrieb die „Welt“, dass Maron von fast allen Feuilletons verteidigt wurde.

Dass irgendjemand oder irgendetwas vor der „Cancel Culture“ verteidigt wird, kommt derzeit eher selten vor.

Die „Liquidierungskultur“ macht vor nichts halt. Auch nicht vor Straßenbezeichnungen. Beispielsweise soll die Mohrenstraße im Berliner Bezirk Mitte auf Antrag von SPD und Grünen in Anton-Wilhelm-Amo-Straße umbenannt werden. Das beschloss die Bezirksverordnetenversammlung im August 2020 mehrheitlich.

Begründet wurde dies damit, dass der Name Mohrenstraße „diskriminierend“ sei und dem Ansehen Berlins schade. Die Berliner Verkehrsbetriebe hatten zuvor bereits angekündigt, den U-Bahnhof Mohrenstraße künftig in Glinkastraße umzubenennen.

Da „Mohr“ ein veraltetes Wort für Menschen mit dunkler Hautfarbe ist, wird der Straßenname als rassistisch kritisiert. Sogar die Mohren-Apotheke soll umbenannt werden, sowie das Eskimo-Eis und das Zigeunerschnitzel oder die Zigeunersauce.

Kultur-Leninismus = „Cancel Culture“

Es gibt derweil nicht wenige Stimmen, die meinen, dass der Klassenkampf der Kommunisten als „Cancel Culture“ seine Auferstehung feiert. Und genau so empfindet auch John Sandeman, die „Cancel Culture“-Bewegung. Sandeman ist Chefredakteur der christlichen australischen Zeitung „Eternity-News“.

Als überzeugter Christ hatte es Sandeman in der Medienindustrie schwer. In einem Beitrag mit dem Titel: Mediawatch: „Cancel Culture“ ist … „Kultur-Leninismus„, schreibt Sandeman: „Der stellvertretende Redakteur des ‚Sydney Morning Herald‘ sagte zu mir: ‚Wenn Sie schon ein Christ sein müssen, können Sie dann nicht wenigstens ein Christ der Uniting Church sein?'“

Die australische „Uniting Church“ ist äußerst liberal und hat nicht mehr viel mit dem ursprünglichen Christentum zu tun.

Für Sandeman war dies ein denkwürdiger Moment, den, wie er sagt, viele Christen erleben, nämlich: „Wenn sich ein Kollege fragt, wie um alles in der Welt wir in die Kultur unseres Arbeitsplatzes passen.“ Das Christsein bedeute, wirklich hart daran zu arbeiten, um zu beweisen, dass man in den Job eines Medienschaffenden gehöre.

Sandeman selbst wurde nie gekündigt. Aber er berichtet von einer „progressiven Zeitung“ die sehr wohl Leute feuere oder schikaniere, weil sie nicht in die „Firmenkultur“ passten. So ist es bei der „New York Times“ geschehen.

Bari Weiss, eine sehr bekannte Redakteurin der „New York Times“ und Herausgeberin, erregte diesbezüglich großes Aufsehen. Sie wurde nicht entlassen, sondern hat der Zeitung den Rücken gekehrt. In ihrer Rücktrittserklärung schrieb sie: „Es sollte kein Akt der Tapferkeit sein, als jemand aus der Bürgerlichen Mitte bei einer amerikanischen Zeitung zur Arbeit zu erscheinen.“

Weiss beschreibt die „Cancel Culture“ innerhalb der Zeitung so, dass sich Mitarbeiter über sie in internen Kanälen lustig gemacht hätten. Ihre Arbeit sei grundlos herabgewürdigt worden.

Weiss schreibt: „Einige Mitarbeiter bestanden darauf, dass ich ausgemerzt werden muss. Wieder andere Mitarbeiter der ‚New York Times‘ verleumden mich öffentlich auf Twitter als Lügnerin und Fanatikerin, ohne zu befürchten, dass ihre Beleidigungen Konsequenzen haben würden. Was sie auch nie hatten.“

Sandmann schreibt, dass die „Cancel Culture“ darin bestehe, Menschen aus ihren Jobs in den Medien und in der Wissenschaft zu jagen, weil sie nicht dem – im Falle der „New York Times“ – progressiven Zeitgeist entsprechen würden.

Deshalb, so findet Chefredakteur Sandeman, könne man den Begriff „Cancel Culture“ auch mit „Kultur-Leninismus“ übersetzen.

Sandmann meint: „Unabhängig davon, ob Sie den Begriff Kultur-Marxismus für eine gute Bezeichnung für die aktuellen Kampagnen wie Black Lives Matter halten oder nicht, scheint die ‚Cancel Culture‘ beunruhigend leninistisch zu sein.“

Weiter schreibt er: „Lenin war der starke Mann der Russischen Revolution. Seine Version des Marxismus betont einen Ein-Parteien-Staat, mit der faszinierenden Doktrin des demokratischen Zentralismus.“

Demokratischer Zentralismus bedeutete damals, dass die Redefreiheit nur so lange galt, bis die kommunistische Partei eine Entscheidung getroffen hatte – danach musste jedes Partei-Mitglied diese Entscheidung unterstützen.

In der Praxis führte dies, so Sandmann, zu einer Kultur der Denunziation und des Roten Terrors, der Repression durch die Tscheka, der gefürchteten Geheimpolizei.

Die sowjetische Tageszeitung Iswestija verkündete im September 1918: „Jeder, der es wagt, das geringste Gerücht gegen das Sowjetregime zu verbreiten, wird sofort verhaftet und in ein Konzentrationslager geschickt.“

Sandeman schreibt: „Der Wunsch, dissidente Stimmen zu unterdrücken, ist ein unangenehmer Aspekt des Leninismus, der von der ‚Cancel Culture‘ übernommen wurde. Die Sowjets dachten, ihre Revolution könne nur gelingen, wenn andere Parteien und andere Stimmen zum Schweigen gebracht würden.“ Und genau dasselbe geschehe heute weltweit.

Professoren gründen Netzwerk für freie Debatte an Universitäten

Auch die Universitäten sind von der „Cancel Culture“ betroffen und zwar massiv.

Professoren an Universitäten in Deutschland gründen nun sogar ein Netzwerk, das Forscher unterstützen soll, die aufgrund ihrer Thesen unter Druck geraten. Die Wissenschaftler beklagen mangelnde Meinungsfreiheit an Universitäten, sie werde nicht von außen bedroht, sondern von innen, aus den Universitäten selbst heraus.

Es hapere nicht selten an der wichtigsten Voraussetzung für Wissenschaft, nämlich der Möglichkeit zur freien Debatte. Das Gründerteam der Wissenschaftlervereinigung sagte: „Es ist ein Klima vorauseilenden Gehorsams entstanden“. Wer nicht „den Mainstream reproduziert“, gerate immer häufiger „existenzbedrohend unter Druck“.

Zahlreiche Wissenschaftler sprechen von einer „Kultur des ängstlichen Rückzugs“. Sie beklagen „feindliches Klima“, „politischen Druck“, „Einschüchterung“. Studien würden nicht geschrieben, Projekte nicht beantragt, Stellen nicht besetzt, Vorträge nicht gehalten, Gespräche nicht geführt.

Dass etwas nicht geschieht lässt sich schwer beweisen, –das würde es den Betroffenen erschweren, Gehör zu finden. Oft genüge bereits der Verdacht, sich mit Thesen und Arbeiten nicht der Kollegenmehrheit anzuschließen, um unter Druck zu geraten, sagte Rechtsphilosoph Reinhard Merkel von der Universität Hamburg. Abweichler würden häufig als Bedrohung wahrgenommen, nicht als Bereicherung.

Die Ethnologin Susanne Schröter von der Universität Frankfurt am Main sagte: „Das Risiko veranlasst Wissenschaftler zur Selbstzensur und zum Rückzug aus öffentlichen Debatten.“

Der Deutsche Hochschulverband DHV mahnt vor „Einschränkungen der Meinungsfreiheit an Universitäten“. Die Toleranz gegenüber anderen Meinungen würde kleiner, erklärte DHV-Präsident Bernhard Kempen.

An deutschen Hochschulen verbreitete sich eine „Entwicklung, niemandem eine Ansicht zuzumuten, die als unangemessen empfunden werden könnte“, heißt es in der „Resolution zur Verteidigung der freien Debattenkultur an Universitäten“, die der Hochschulverband vergangenes Jahr verabschiedet hat.

In den vergangenen Jahren häuften sich Fälle, in denen Wissenschaftler daran gehindert wurden, sich wie geplant zu äußern. Fast alle betreffen Fälle, in denen ein Diskurs, der als rechts bezeichnet wird, verhindert werden sollte, wobei das bereits mit Äußerungen geschehen kann, die nicht explizit linke Positionen verteidigen.

Es handele sich um ein historisch begründetes Phänomen an deutschen Hochschulen, sagte der Wissenschaftshistoriker Rudolf Stichweh von der Universität Bonn. Deutschland habe eine wegen der NS-Vergangenheit nachvollziehbare Neigung, rechtsintellektuelle Positionen an Universitäten wenig salonfähig werden zu lassen.

Die wissenschaftliche Kultur neige deshalb stärker zum liberalen und linken Rand des politischen Spektrums –im Gegensatz etwa zu Frankreichs Universitäten, wo Rechtsintellektuelle wie Linksintellektuelle Platz fänden.

In Deutschland aber seien Rechtsintellektuelle wenig mit den Universitäten verknüpft. Stichweh sagte weiter: „Konservative oder gar rechtsintellektuelle Positionen sind an den deutschen Universitäten kaum vertreten“.

Heino verweigert „Cancel Culture“

Unterdessen betonte Heino, das Urgestein der deutschen Schlagermusik, dass er sich der „Cancel Culture“ nicht beugen werde. Seit Ewigkeiten singe er Heimatlieder und wolle die traditionelle deutsche Volksmusik bewahren.

Der inzwischen 81-Jährige machte deutlich, dass er sich nicht von den Sprachbeschränkungen der politischen Korrektheit einschränken lassen werde und sagt: „Ich werde auch weiterhin Lieder wie ‚Lustig ist das Zigeunerleben‘ singen. Wie sollte das Lied, das vermutlich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden ist und die Lebensgewohnheiten der Zigeuner romantisiert, auch sonst heißen?“

Dies fragt sich der alte Barde, der in den 1970ern viele Freunde unter Sinti und Roma hatte, so der politisch korrekte Fachbegriff. „Wir haben tolle Feste gefeiert“, erinnerte er sich. Niemand habe sich an dem Begriff „Zigeuner“ gestört, wenn er seine Zigeunerlieder gesungen habe, ganz im Gegenteil, so Heino.

Gewiss, man könnte den Begriff vermeiden und nicht mehr vom Zigeunerleben singen, meint Heino und fragt: „Soll ich jetzt singen ‚Lustig ist das Paprikaleben ungarischer Art‘?“

Vielleicht wolle man auch den berühmten „Zigeunerbaron“ von Johann Strauss umbenennen?

Soll die Operette dann „Der Sinti und Roma Baron“ heißen, fragt Heino. Das alles mache für ihn keinen Sinn, und er werde auch weiterhin Zigeunerschnitzel im Restaurant bestellen – wenn es die dann überhaupt noch gibt.

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.

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