Das Solar-Kraftwerk von Negev wird auch "Auge des Sauron" genannt. Aus gutem Grunde...Foto: iStock

„Auge des Sauron“ versorgt unzählige Menschen Israels mit Strom

Epoch Times23. September 2019 Aktualisiert: 23. September 2019 10:03
40 Kilometer südlich von Be’er Scheva in Israel steht ein Turm, welcher als Kraftwerk zur Stromerzeugung dient. Dieses Gebäude wird mit Augenzwinkern auch "Auge des Sauron" genannt. Das Entscheidende ist nicht der Turm, sondern die Bauwerke zu seinen Füßen.

Neben der klassischen Art der solaren Stromerzeugung durch Photovoltaik gibt es seit vielen Jahren die Bestrebung über solarthermische Kraftwerke Strom zu beziehen. In Israel wurde kürzlich ein solches Kraftwerk eröffnet und dieses hat einen klingenden Spitznamen: Auge des Sauron. Diese Kraftwerkstechnik hat einen großen Vorteil: Es liefert auch dann Strom, wenn die Sonne nicht scheint.

In Spanien gab es bereits erste Vorreiter in Sachen Solarthermie. Manzanares und das Projekt Gemasolar sind die ersten Beispiele gewesen. Diese wurden jedoch nicht gänzlich umgesetzt oder wiesen technische Mängel auf. In Israel hingegen hat man jetzt ein ausgeklügeltes System entwickelt.

Ashalim Power Station oder das „Auge des Sauron“

Der Turm im Negev ist 240 Meter hoch und ist umgeben von über 50.000 Computergesteuerten Heliostaten. Auf einer Fläche von 3,15 Quadratkilometer wird Sonnenlicht auf die Spitze des Turmes gelenkt.

Das Kraftwerk 1 der Ashalim Power Station wird in Anlehnung an den Film „Herr der Ringe“ passenderweise als „Auge des Sauron“ bezeichnet.

Dieses Kraftwerk ist für eine elektrische Leistung von 121 Megawatt ausgelegt und kann bis zu 18 Stunden am Tag Strom produzieren. Im Normalbetrieb kann es demnach 120.000 Haushalte mit Strom versorgen. Der Anteil erneuerbarer Energie zur Stromversorgung soll damit deutlich gesteigert werden.

Gerade im Tagesverlauf steigt der Strombedarf der Region durch den Gebrauch von Klimaanlagen – genau dann erzeugen Photovoltaik-Anlagen den meisten Strom. Doch auch am Abend, wenn der Wirkungsgrad der PV sinkt, benötigen die Menschen Strom. Das Auge des Sauron liefert auch dann Strom.

Vorteil gegenüber Photovoltaik

Während Photovoltaik-Kraftwerke nur dann Strom liefern, wenn die Sonne scheint, heizt die Sonne in Negev einen Salz-Wärmespeicher in der Turmspitze. Dieser Wärmespeicher treibt über einen Dampferzeuger eine Gas- und Dampfturbine an, die wiederum einen Generator antreibt.

Ist die Wärme des Speichers aufgebraucht, kann im Kraftwerk mittels Gas zugeheizt werden. Ergänzt wird das Kraftwerk durch eine klassische Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 70 MW.

Das Kraftwerk ging im April 2019 in Betrieb und speist bereits Strom in das israelische Stromnetz ein. 28.000 Tonnen Stahl wurde für das Kraftwerk verbaut, damit hätte man beispielsweise viermal den Eiffelturm nachbauen können – inmitten der Wüste.

Arbeitsplatz für Beduinen

Beim Bau des Solarkraftwerks wurden auch die lokalen Beduinen mit einbezogen. In der Bauphase bekamen etwa 300 Bewohner des Beduinendorfes „Bir Hadaj“ zumindest temporär Arbeit. (cs)


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion