Habeck befürchtet Erstarken islamistischen Terrors in Deutschland – 20.500 Evakuierte in Ramstein

Epoch Times28. August 2021 Aktualisiert: 29. August 2021 8:38
Das Neueste rund um Afghanistan hier im Ticker:

15:08 Uhr: 20.500 Evakuierte aus Afghanistan auf Air Base Ramstein

Etwa 20.500 Evakuierte aus Afghanistan sind bis Samstag auf der Air Base Ramstein in Rheinland-Pfalz gelandet.

Das teilte der weltweit größte US-Luftwaffenstützpunkt außerhalb Amerikas mit. Ramstein nahe Kaiserslautern ist seit dem 20. August ein US-Drehkreuz für Geflüchtete aus Afghanistan.

Etwa 100 Flugzeuge der United States Air Force seien auf der Air Base eingetroffen, berichtete eine Sprecherin des Stützpunkts. Mehr als 5000 Evakuierte seien von dort mit etwa 22 Flügen weitergereist. Die Flüge werden voraussichtlich über das ganze Wochenende andauern.

Schutzsuchende wie etwa ehemalige Ortskräfte der USA in Afghanistan und ihre Familien, die aus Angst vor den Taliban ihre Heimat verlassen, kommen zunächst in Zelten und Flugzeughangars der Air Base unter. Sie werden registriert und bei Bedarf medizinisch behandelt. In der US-Militäranlage Rhine Ordnance Barracks in Kaiserslautern werden Menschen aus Afghanistan ebenfalls vorübergehend beherbergt.

14:46 Uhr: Habeck befürchtet Erstarken islamistischen Terrors in Deutschland

Grünen-Chef Robert Habeck befürchtet nach dem Rückzug der NATO aus Afghanistan eine erhöhte Terrorgefahr auch in Deutschland. „Nach der Machtübernahme der Taliban dürfte der islamistische Terrorismus weltweit zu einer wieder wachsenden Gefahr werden“, sagte er der „Welt am Sonntag“. Im In- und Ausland sei deshalb „eine erhöhte Wachsamkeit der Sicherheitsbehörden und Geheimdienste“ geboten.

Darauf müsse sich jede Bundesregierung einstellen. „Bekannte Gefährder müssen engmaschig überwacht werden. Und wir müssen sehr genau hinschauen, wer in den hier ankommenden Maschinen saß und sitzt – auch im Interesse der Schutzsuchenden“, so Habeck.

14:10 Uhr: Söder will Bundesverdienstkreuz für Afghanistan-Rückkehrer

CSU-Chef Markus Söder hat gefordert, dass alle deutschen Soldaten im Afghanistan-Einsatz das Bundesverdienstkreuz erhalten sollen. „Unsere Bundeswehr hat mehr Respekt und Anerkennung verdient. Alle Soldaten, die in Afghanistan im Einsatz waren, sollten das Bundesverdienstkreuz oder eine vergleichbare Ehrung bekommen“, sagte er der „Bild am Sonntag“.

Für ihn seien die Soldaten „wahre Helden“. Am Freitag waren die letzten Bundeswehrsoldaten von ihrem Afghanistan-Einsatz zurückgekehrt. Nach eigenen Angaben hatte die Truppe in den letzten knapp zwei Wochen 5.347 Menschen aus 45 Nationen aus Kabul evakuiert, darunter über 4.100 Afghanen. Die Personen wurden zunächst nach Taschkent in Usbekistan geflogen, von da ging es mit Zivilmaschinen weiter nach Deutschland.

13:08 Uhr: Außenminister: Italien hat von den EU-Staaten die meisten Afghanen ausgeflogen

Italien hat nach eigenen Angaben mehr bedrohte afghanische Bürger aus Kabul ausgeflogen als jedes andere EU-Mitgliedsland. Mit der Ankunft von 58 Afghanen an Bord des letzten Evakuierungsflugs am Samstagmorgen habe Italien in den vergangenen Wochen rund 4900 Afghanen aus dem Land gebracht, sagte Außenminister Luigi di Maio am Flughafen Rom Fiumicino. An Bord des Flugzeugs waren auch die letzten diplomatischen Vertreter und Sicherheitskräfte.

Nach dem Ende der Luftbrücke werde sich Italien weiterhin um rasche Ausreisemöglichkeiten für bedrohte Ortskräfte aus dem Krisenland bemühen, versprach di Maio. Italien sei bereit, „gemeinsam mit den Vereinten Nationen und Afghanistans Nachbarländern“ dafür zu sorgen, dass auch diese Menschen das Land verlassen könnten.

Nun beginne die „schwierigste Phase, in der es unser Gebot sein muss, das afghanische Volk, die afghanischen Frauen, die jungen Afghanen und alle, die in den vergangenen Jahren auf den Wandel gehofft haben, nicht im Stich zu lassen“, fügte er hinzu.

Italien gehörte neben den USA, der Türkei, Großbritannien und Deutschland zu den fünf Ländern, die am stärksten an der Nato-Mission „Resolute Support“ zur Ausbildung und Unterstützung der afghanischen Sicherheitskräfte beteiligt waren. Das letzte italienische Kontingent im Rahmen der Mission hatte Ende Juni die westafghanische Provinz Herat verlassen.

10:11 Uhr: Macron warnt vor anhaltender Gefahr durch IS-Terroristen

Zwei Tage nach dem verheerenden Selbstmordanschlag am Kabuler Flughafen mit dutzenden Toten hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron vor einer fortbestehenden Gefahr durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gewarnt. Bei einem Besuch in der irakischen Hauptstadt Bagdad am Samstag mahnte Macron die internationale Gemeinschaft, im Kampf gegen den IS „nicht unachtsam“ zu werden.

„Ich weiß, dass der Kampf gegen diese Terroristengruppen eine Priorität für Ihre Regierung ist“, sagte Macron nach einem Treffen mit dem irakischen Ministerpräsidenten Mustafa al-Kadhemi. Der französische Präsident hält sich anlässlich eines Regionalgipfels in Bagdad auf, an dem auch Ägyptens Staatschef Abdel al-Fattah al-Sisi und der jordanische König Abdullah II. teilnehmen. Im Mittelpunkt der Beratungen steht der Kampf gegen den IS und andere radikalislamische Gruppen.

Zu dem Selbstmordanschlag am Flughafen der afghanischen Hauptstadt Kabul am Donnerstag hatte sich der afghanische IS-Ableger – Islamischer Staat Provinz Chorasan (IS-K) – bekannt. Bei dem Anschlag wurden mindestens 85 Menschen getötet, darunter 13 US-Soldaten. Einige Medien berichteten von fast 200 Toten. Als Vergeltung flog die US-Armee in der afghanischen Provinz Nangarhar nach eigenen Angaben einen Drohnenangriff auf einen „Planer“ des Anschlags.

9:05 Uhr: US-Regierung schließt schnelle Anerkennung von Taliban-Regierung aus

Die US-Regierung schließt eine schnelle Anerkennung einer Regierung der radikalislamischen Taliban in Afghanistan aus. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, sagte am Freitag vor Journalisten: „Um es ganz klar zu sagen: Weder die USA noch die internationalen Partner, mit denen wir gesprochen haben, haben es eilig mit irgendeiner Art von Anerkennung.“

Die Taliban hatten Mitte August die Macht in Afghanistan an sich gerissen. Die USA und andere westliche Staaten organisierten eine Luftbbrücke, um ihre Staatsangehörigen und afghanische Ortskräfte auszufliegen. Dazu wurden auch Gespräche mit den Taliban geführt. Zu ihrer geplanten Regierung haben die Taliban noch keine Angaben gemacht.

7:00 Uhr Taliban: Haben Kontrolle über Teile des Flughafens von Kabul übernommen

Die radikalislamischen Taliban haben nach eigenen Angaben die Kontrolle über Teile des Flughafens der afghanischen Hauptstadt Kabul übernommen. Am Freitag habe das US-Militär „drei wichtige Bereiche“ im militärischen Teil des Flughafens verlassen, erklärte der Taliban-Sprecher Bilal Karimi auf Twitter. Diese Bereiche seien nun „unter der Kontrolle des Islamischen Emirats“ und nur noch „ein sehr kleiner Teil“ des Airports werde von US-Soldaten kontrolliert.

Das US-Verteidigungsministerium erklärte daraufhin, die Zugänge zum Flughafengelände und der Betrieb des Flughafens würden weiter von US-Soldaten kontrolliert. „Sie haben weder die Verantwortung für irgendeines der Tore noch für den Betrieb des Flughafens“, sagte der Pentagon-Sprecher John Kirby über die Taliban. „Das steht weiter unter Kontrolle des US-Militärs.“

Nach der Machtübernahme der Taliban Mitte August hatten tausende US-Soldaten den militärischen Teil des Kabuler Flughafens gesichert. So wurde eine Luftbrücke der USA und anderer westlicher Staaten ermöglicht, über die inzwischen mehr als 105.000 Menschen außer Landes gebracht wurden

Bis zum kommenden Dienstag wollen die USA aber alle ihre Soldaten aus Afghanistan abziehen. Zahlreiche Länder, darunter auch Deutschland, haben ihre Rettungsflüge aus Kabul daher bereits eingestellt. Auf dem Flughafengelände warteten nach US-Angaben am Freitag allerdings noch rund 5400 Menschen auf eine Chance zur Ausreise. (afp/dts/dpa)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion