Stormy Daniels sagt im Schweigegeldprozess aus – Richter ermahnt Staatsanwälte

Stormy Daniels sagte als Zeugin im Schweigegeldprozess gegen Donald Trump aus. Sie wiederholte ihre früheren Behauptungen über eine angebliche Affäre.
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Stormy Daniels, mit richtigem Namen Stephanie Clifford, am 11. Mai 2022 in Los Angeles.Foto: Phillip Faraone/Getty Images
Von 8. Mai 2024

Die Pornodarstellerin Stormy Daniels trat am Dienstag, 7. Mai, in den Zeugenstand und behauptete, sie habe 2006 eine Affäre mit dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump gehabt. Trump hat kategorisch bestritten, dass die Begegnung jemals stattgefunden hat.

Die Staatsanwaltschaft von Manhattan behauptet, dass der ehemalige Anwalt von Präsident Trump, Michael Cohen, während des Wahlkampfes im Jahr 2016 130.000 US-Dollar an Daniels gezahlt hat, um sie zum Schweigen über die angebliche Affäre zu bringen. Trump soll die Zahlungen als „Rechtskosten“ verbucht und damit faktische Wahlkampffinanzierung vertuscht haben. Die Staatsanwaltschaft argumentiert, dass diese als wahlkampfbezogene Ausgaben hätten ausgewiesen werden müssen.

Der ehemalige Präsident hat in 34 Fällen der Fälschung von Geschäftsunterlagen auf nicht schuldig plädiert. Er hat argumentiert, dass der Prozess lediglich ein Versuch ist, ihn vom Wahlkampf abzuhalten.

Reality-TV-Show

In ihrer Aussage schildert Daniels, die mit bürgerlichem Namen Stephanie Clifford heißt, dass der ehemalige Präsident ihr in einem Hotelzimmer sagte, sie solle „in seiner Fernsehsendung auftreten“. Damit bezog sie sich auf die Show „The Apprentice“, die er damals moderierte und in der er die Hauptrolle spielte. „Was ist, wenn ich in der ersten Folge verliere?“, habe sie ihn gefragt.

Trumps Anwälte sagten, dass es Daniels war, die vorschlug, in seiner Reality-TV-Show aufzutreten, nicht er. Sie behauptete auch, Trump während eines Golfturniers in seinem Hotel am Lake Tahoe in Kalifornien besucht zu haben. An einem Punkt, so behauptete sie, schlug der ehemalige Präsident vor, dass sie vom Hotelzimmer aus mit einem Freund telefonieren sollte, was sie tat.

Daraufhin wurde eine Pause eingelegt und Richter Juan Merchan ermahnte die Staatsanwälte mit den Worten, dass „das Ausmaß an Details, auf das wir hier eingehen, einfach unnötig ist“, und bezog sich dabei auf ihre Aussage.

Nachdem sie in den Zeugenstand zurückgekehrt war, behauptete Daniels, die Affäre zwischen ihr und Trump habe sich in dem Hotel am Lake Tahoe abgespielt. Die Staatsanwältin Susan Hoffinger versuchte, weitere Details zu erfahren, aber der Richter gab den Einwänden der Verteidigung statt.

Keine Zeit für die Vorbereitung

Bevor Daniels als Zeugin geladen wurde, schrieb der Ex-Präsident am Dienstag, 7. Mai, auf seinem sozialen Netzwerk Truth Social, dass sein Team „keine Zeit“ gehabt habe, sich auf die Zeugin vorzubereiten, und bezeichnete die Situation als „beispiellos“.

Dieser Beitrag wurde offenbar im Laufe des Tages gelöscht, wie eine Überprüfung seines Kontos durch Epoch Times ergab. Er steht derzeit unter von Richter Merchan angeordnetem Redeverbot, der es ihm verbietet, über Zeugen und andere Personen im Zusammenhang mit dem Prozess zu sprechen.

In dem inzwischen gelöschten Beitrag beschuldigte Trump den Richter, parteiisch und voreingenommen zu sein. Er wies auch darauf hin, dass er Trump am Montag, 6. Mai, gewarnt hatte, dass er möglicherweise ins Gefängnis gehen müsse, wenn er weiter gegen das Redeverbot verstoße.

Vor ihrer Aussage gestattete Richter Merchan Daniels, über die grundlegenden Details der Begegnung auszusagen. Susan Necheles, die Verteidigerin von Trump, erhob Einspruch gegen diese Anweisung und argumentierte, die Aussage sei für einen Fall, in dem es um Finanzunterlagen geht, nebensächlich.

Staatsanwältin Hoffinger sagte jedoch, die Aussage sei notwendig, um die Geschichte zu vervollständigen und ihre Glaubwürdigkeit zu belegen, was der Richter zuließ.

„Dreckspack“

Die Anwälte von Trump bestritten die Behauptungen von Daniels über die Begegnung und argumentierten, dass sie sich um eine Rolle in Trumps ehemaliger TV-Show beworben habe.

In einem kürzlich veröffentlichten Beitrag in den sozialen Medien bezeichnete Trump Daniels und seinen ehemaligen Anwalt Michael Cohen als „Dreckspack“, wobei seine Anwälte zuvor argumentierten, dass sie mit ihren Behauptungen über ihn nur ihre jeweiligen Karrieren fördern wollten.

Vergangene Woche beschuldigte der ehemalige Präsident den Richter, Regeln aufgestellt zu haben, um den Prozess „so anzüglich wie möglich“ zu gestalten, um seiner Kandidatur für das Präsidentenamt zu schaden.

„Er versucht, den Fall so anrüchig wie möglich zu machen, indem er Zeugenaussagen zulässt, die nichts mit dem Fall zu tun haben“, sagte der ehemalige Präsident letzte Woche vor Reportern im Gericht. „Er will den Fall so anrüchig wie möglich gestalten, um Trump zu schaden. Aber es hat den gegenteiligen Effekt.“

Früherer Brief

Im Januar 2018 sagte Cohen, die angebliche Affäre sei ein Gerücht, das seit 2011 im Umlauf ist. In einem Brief aus dem Jahr 2018, den Trump letzten Monat auf seinem Social-Media-Konto veröffentlichte, schrieb Daniels, dass die Gerüchte über die Affäre falsch seien.

Aber Monate später änderte sie ihre Geschichte während eines Interviews in der Interviewsendung „60 Minutes“ von „CBS News“ und sagte, es habe eine Affäre stattgefunden. Außerdem behauptete sie vor ein paar Jahren, dass sie aufgrund rechtlicher Drohungen unter Druck gesetzt wurde, den Brief zu veröffentlichen.

Ihr ehemaliger Anwalt Michael Avenatti teilte der „New York Post“ in einem Exklusivinterview aus dem Gefängnis mit, dass er glaubt, dass sie über die Affäre lüge und in dem Prozess nur aussage, um bekannter zu werden.

Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel Stormy Daniels Takes Witness Stand in Trump Trial as Judge Scolds Prosecutors. (deutsche Übersetzung nh)



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