US-Botschaft in Bagdad mit Raketen beschossen

Die US-Botschaft im Irak ist in der Nacht zum Freitag mit Raketen beschossen worden.
US-Außenminister Antony Blinken (r) verlässt die internationale Zone in Bagdad mit einem Helikopter.
US-Außenminister Antony Blinken (r.) verlässt die internationale Zone in Bagdad mit einem Helikopter, 5.November 2023.Foto: Jonathan Ernst/Pool REUTERS/AP/dpa
Epoch Times8. Dezember 2023

Ein „Multi-Raketenangriff“ sei auf Truppen der USA und der internationalen Militärkoalition in der Nähe des Stützpunkts „Union-III“ und des Botschaftskomplexes in der hochgesicherten Grünen Zone in Bagdad verübt worden, erklärte ein US-Vertreter. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Angriff.

Im Irak sind rund 2.500 US-Soldaten stationiert, in Syrien 900. Die von den USA angeführte Militärkoalition in diesen Ländern soll dabei helfen, ein Wiedererstarken der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zu verhindern. Zuletzt waren die Soldaten mehrfach angegriffen worden.

Die US-Botschaft erklärte, „zwei Raketensalven“ seien gegen 04:15 Uhr (Ortszeit, 02:15 Uhr MEZ) auf das Gelände der Mission abgefeuert worden. „Es gibt Hinweise, dass die Angriffe von mit dem Iran verbündeten Milizen angestoßen werden“, erklärte ein Sprecher.

Er forderte die irakische Regierung auf, Diplomaten, das Personal der internationalen Koalition und Einrichtungen zu schützen. „Wir wiederholen, dass wir uns das Recht auf Selbstverteidigung und den Schutz unseres Personals überall auf der Welt vorbehalten“, fügte der Sprecher hinzu.

Ein irakischer Sicherheitsbeamter sprach von „drei auf die US-Botschaft abzielenden Katjuscha-Raketen“, die nahe der Grünen Zone in der Nähe des Flusses Tigris eingeschlagen seien.

Der irakische Regierungschef Mohammed Schia al-Sudani warnte indes, dass Angriffe auf Botschaften die Sicherheit des Landes untergrüben. Er rief die Sicherheitskräfte auf, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Seit Mitte Oktober haben pro-iranische Gruppen Soldaten der USA oder der Militärkoalition im Irak sowie im benachbarten Syrien mehrfach mit Raketen oder Drohnen angegriffen. Laut dem US-Verteidigungsministerium gab es seit dem 17. Oktober mindestens 78 Angriffe. Es war jedoch der erste gemeldete Angriff auf die US-Botschaft in Bagdad seit dem Angriff der radikalislamischen und vom Iran unterstützten Palästinenserorganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober.

Nach dem Auslaufen der Feuerpause im Krieg zwischen Israel und der Hamas am vergangenen Freitag haben pro-iranische Gruppen ihre Angriffe mit dem Verweis auf US-Unterstützung für Israel wieder aufgenommen. Zu den Attacken im Irak bekannte sich meist der Islamische Widerstand, ein loser Zusammenschluss bewaffneter Gruppen in Verbindung mit dem pro-iranischen Hasched-al-Schaabi-Netzwerk. Dabei handelt es sich um eine Koalition ehemaliger Paramilitärs, die in Iraks reguläre Armee eingegliedert wurde. Als Reaktion griffen die USA bereits mehrfach Stellungen pro-iranischer Gruppen in Syrien und dem Irak an.

Al-Sudani erklärte am Freitag, die Angriffe seien „inakzeptabel und nicht zu rechtfertigen“. „Kein Versuch, das Land zu destabilisieren, wird toleriert werden“, gab al-Sudanis außenpolitischer Berater Farhar Alaaldin an.

Auch die UN-Mission im Irak (Unami) verurteilte den Angriff und warnte vor Konsequenzen. „Der Irak kann es sich nicht leisten, in einen größeren Konflikt hineingezogen zu werden, der die hart erkämpfte Stabilität und die bisherigen Errungenschaften gefährden würde“, erklärte Unami im Onlinedienst X, vormals Twitter.

Die  Angriffe auf US-Streitkräfte im Irak und Syrien haben die Besorgnis hinsichtlich einer Ausweitung des seit zwei Monaten andauernden Krieges zwischen Israel und der Hamas auch auf die umliegende Region verstärkt. (afp)



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