Ex-Innenminister Baum kritisiert Abstimmung über TV-Film „Terror“

Titelbild
Fernsehzuschauer mit einer FernbedienungFoto: über dts Nachrichtenagentur
Epoch Times17. Oktober 2016

Der frühere Innenminister Gerhart Baum (FDP) hat die Abstimmung der Fernsehzuschauer über das Ende des TV-Films „Terror“ kritisiert. „Man kann nicht die fundamentalen Werte des Grundgesetzes einer Abstimmung mit Millionen Menschen unterwerfen“, sagte Baum den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Die Menschen würden im Kern über das Grundgesetz abstimmen.

Da das aber nicht zur beliebigen Disposition stünde, würde den Menschen etwas vorgemacht, so Baum. „Der Staat darf nicht Menschenleben gegen Menschenleben aufwiegen. Ein todgeweihtes Leben ist genauso viel Wert wie ein Leben mit Zukunft, fünf Leben sind genauso wertvoll wie 50 oder 5.000.“ In dem Gerichtsdrama von Ferdinand von Schirach entscheidet das Publikum am Ende des Prozesses, ob ein Major sich mit dem Abschuss einer entführten Passagiermaschine des 164-fachen Mordes schuldig gemacht hat. Für Baum stellt sich diese Frage nicht: „Der Mann ist auf jeden Fall Täter. Die Frage ist nur, ob man ihm das voll zurechnet“, so Baum. „Aber er ist ein Täter, er hat Menschen getötet.“ Baum hatte gemeinsam mit Burkhard Hirsch 2005 Verfassungsbeschwerde eingelegt gegen das Luftsicherheitsgesetz, das einen Abschuss in einer solchen Situation erlaubt hätte. Das Bundesverfassungsgericht kippte den entscheidenden Paragraphen. Die ARD strahlt den Film „Terror – Ihr Urteil“ am Montagabend aus. (dts)



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