Eine Aktivistin der "Letzten Generation" wird unweit von Breydin (Brandenburg) von Sicherheitskräften am Betreten einer Betriebsanlage der PCK Raffinerie GmbH gehindert.
Eine Aktivistin der "Letzten Generation" wird unweit von Breydin (Brandenburg) von Sicherheitskräften am Betreten einer Betriebsanlage der PCK Raffinerie GmbH gehindert.Foto: Paul Zinken/dpa

Klimaaktivisten wollten Ölhahn selbst zudrehen

Epoch Times27. April 2022 Aktualisiert: 28. April 2022 19:03
Während viele befürchten, dass Russland den Öl- und Gashahn zudreht, wollen das Umweltaktivisten selbst in die Hand nehmen. Ihr rabiater Protest richtet sich gegen den Import fossiler Energien.

Bei Protestaktionen gegen Öl- und Gasimporte haben Klimaaktivisten am Mittwoch versucht, die Versorgung über Pipelines in Brandenburg und im Rheinland zu unterbrechen.

An der Ölleitung Druschba in der Nähe von Schwedt an der Oder hätten Aktivisten ein Sperrventil per Hand geschlossen, teilte die Gruppe „Letzte Generation“ mit, die seit Jahresbeginn auch Autobahnblockaden organisierte.

Die für Schwedt zuständige Polizei in Frankfurt (Oder) bestätigte den Vorfall. Beteiligt seien ein Mann und eine Frau, die sich an die Anlage festgekettet oder festgeklebt habe, sagte Sprecher Roland Kamenz. Ob der Ölfluss tatsächlich unterbrochen wurde, blieb zunächst offen.

Weitere Aktion in Rheinland-Pfalz

Eine ähnliche Aktion gab es laut Polizei in Bad Neuenahr-Ahrweiler im nördlichen Rheinland-Pfalz: Zwei Männer „hatten sich an der dortigen Gas-Pumpstation festgekettet beziehungsweise mit Klebstoff angeklebt“. Ein Bolzenschneider sei eingesetzt worden. Gas sei nicht abgedreht worden. Schaden sei nicht entstanden. Es werde ein Strafverfahren wegen mutmaßlichen Hausfriedensbruchs eingeleitet. Ein weiterer ähnlicher Versuch bei Breydin in Brandenburg wurde durch Wachpersonal unterbunden, wie ein dpa-Fotograf beobachtete.

Der Protest richtet sich gegen den Import fossiler Energie wie Öl und Gas, weil ihre Verbrennung das Klima belastet. Die Aktivisten verlangten von Wirtschaftsminister Robert Habeck eine Erklärung, keine neue fossile Infrastruktur zu errichten und nicht in der Nordsee nach Öl zu bohren.

Wegen des Kriegs in der Ukraine sucht Habeck nach Alternativen zu Gas- und Ölimporten aus Russland. Unter anderem sind neue Anlandestellen für Flüssiggas geplant. International war die Lage am Mittwoch gespannt, da Russland einen Stopp der Gaslieferungen an Polen und Bulgarien angekündigt hat. (dpa/mf)



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