Friedlicher Widerstand live in Berlin: Gegen 20 Jahre brutale Verfolgung von Falun Gong in China

Von 8. August 2019 Aktualisiert: 13. August 2019 9:44
Drachen, chinesischer Trommeltanz dazu Marschmusik und Banner auf denen über Menschenrechtsverletzungen in China berichtet wird. So präsentieren sich – leuchtend gelb gekleidet – die Anhänger der buddhistischen Kultivierungsschule Falun Gong am 10. August in Berlin.

Heute sind sie wieder – auffallend blau und gelb gekleidet – im Zentrum Berlins zu sehen: Anhänger der in China verfolgten buddhistischen Kultivierungsschule „Falun Gong“ (auch Falun Dafa genannt) unterstützt durch die europäische „Tian Guo Marching Band“.

Denn bereits zum 20. mal jährte sich am 20. Juli der Beginn der bisher teuersten, umfangreichsten und von ihrer Bösartigkeit beispiellosen staatlichen Verfolgungskampagne der Kommunistischen Partei Chinas.

Denn bei der Verfolgungskampagne sind das Ziel friedliche Menschen, die ihr Leben nach universellen und tief in der jahrtausendealten chinesischen Kultur verwurzelten Werten – Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit, Nachsicht – ausrichten.

Teil 1: erster Teil der Parade

Teil 2: Kundgebung am Brandenburger Tor

Teil 3: zweiter Teil der Parade

Teil 4: Kundgebung am Wittenbergplatz

 

„Ruiniert sie finanziell, zerstört ihren Ruf und vernichtet sie physisch!“

Die 1992 durch Herrn Li Hongzhi, den Begründer von Falun Gong, der Öffentlichkeit in China erstmals vorgestellte Praxis, verbreitete sich aufgrund seiner positiven Wirkung auf Körper und Geist – wie Berichte zeigen – rasch landesweit. Nach staatlichen Schätzungen praktizierten Ende 1998 bereits 70 bis 100 Mio. Chinesen diese Qigong-Praktik.

Seine große Popularität und Verbreitung in der gesamtem chinesischen Gesellschaft bis hin in die höchsten Kreise von Regierung und Millitär lösten, wie interne Quellen zeigten, Angst und Neid beim damaligen Staatspräsidenten und Parteivorsitzenden Jiang Zemin aus.

Er stellte Falun Gong als politische Kraft gegenüber seinen Parteigenossen dar, die den Machtanspruch der Kommunistischen Partei Chinas gefährde. Gegen den aufkommenden Widerstand – zu einem Vorgehen gegen Falun Gong – in den eigenen Reihen der Partei, erzwang er Verbot und Verfolgung, der im Volk beliebten Praktik. Seine drei Anweisungen an den chinesischen Sicherheitsapparat lauteten:

Ruiniert sie finanziell, zerstört ihren Ruf und vernichtet sie physisch!“ (Jiang Zemin, Staats- und Parteichef, 1989 – 2002)

Mehr als 4.000 Foltertote in China

Jiang Zemin fand Parteimitglieder, die willig seine Pläne umsetzten, um wie es sich zeigte, ihre eigenen Karrieren zu fördern. Sie ersannen perfide Formen der Unterdrückung und bereicherten sich an den Habseligkeiten, der von ihnen verfolgten Anhänger.

Für die Verfolgung von Falun Gong richtete Jiang Zemin eigens eine Behörde ein – das „Büro 610“ – das gestapo-ähnlich über dem Staatsapparat stand und besondere finanzielle und personelle Ressourcen hatte. Zudem besaß es ministerienübergreifende Befugnisse.

Laut der Internetseite „Minghui.org“, haben seit dem Beginn der Verfolgung im Jahr 1999 mindestens 4.316 Anhänger von Falun Gong (Stand: August 2019) in Polizeigewahrsam oder im Arbeitslager durch Folter oder Misshandlung ihr Leben verloren. Doch die Dunkelziffer dürfte um einiges höher liegen.

Viele Angehörige von Falun Gong Anhängern in China vermissen Familienmitglieder, welche durch die Polizei mitgenommen und vermutlich inhaftiert wurden – schon seit Jahren ohne, dass es ein Lebenszeichen gibt.

Bundesregierung fordert Untersuchung zum Organraub an Anhängern von Falun Gong

Die langjährige Verfolgung von Falun Gong ist auch der Bundesregierung bekannt. Frau Dr. Bärbel Kofler, Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik, nahm nun erstmalig offiziell seitens der deutschen Regierung Stellung zu diesem Verbrechen des chinesischen Regimes.

In einer Pressemitteilung vom 20. Juli 2019 erklärt sie:

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Seit 20 Jahren geht die chinesische Regierung mit äußerster Härte gegen die spirituelle Meditationsbewegung Falun Gong vor, Falun-Gong-Praktizierende werden verfolgt und ohne gerichtliche Verfahren inhaftiert.“

Und sie sagt weiter:

Es liegen zahlreiche Berichte vor, wonach Betroffene gefoltert wurden oder gar die Haft nicht überlebt haben. Mit großer Sorge sehe ich anlässlich des 20. Jahrestags des Beginns der Kampagne gegen Falun Gong die noch immer prekäre Situation ihrer Anhänger.“

Sie fordert daher, „die chinesische Regierung auf, die Menschenrechte auch der Falun Gong-Praktizierenden gemäß internationaler Standards und nationalen Rechts zu wahren.“

Zudem geht sie auf den sich immer konkreter abzeichnenden Organraub in China an Falun Gong-Praktizierenden ein:

Ich appelliere zudem an die chinesische Regierung, auch zu dem seit Jahren erhobenen ernsten Vorwurf, dass inhaftierten Falun Gong-Anhängern systematisch Organe entnommen werden, Stellung zu nehmen.“

Sie fordert von der chinesische Regierung mehr Transparenz bei der Organbeschaffung und freien Zugang von „unabhängigen Beobachtern zu Haft- und Internierungsanstalten“, um den Anschuldigungen begegnen zu können.

China Tribunal:  Anhänger von Falun Gong „Hauptquelle für den Organnachschub“

Wie ernst die Situation im kommunistischen China ist, beweist das Urteil eines unabhängigen China Tribunals bestehend aus internationalen Menschenrechtsanwälten und anderen Experten unter der Leitung von Kronanwalt Sir Geoffrey Nice in London. Sir Geoffrey Nice war der ehemalige Chefankläger des Serbenführers Slobodan Milošević beim damaligen UN-Kriegsverbrechertribunal.

Am 17. Juni 2019 kam dieses Gremium einstimmig zu dem Schluss, dass in China Glaubensgefangene in großem Ausmaß ihrer Organe wegen getötet werden. Sir Geoffrey Nice geht davon aus, dass besonders Falun Gong-Praktizierende als „Hauptquelle für den Organnachschub“ dienen.

Dem finalen Urteil ist eine 12-monatige Analyse aller verfügbaren Beweise und Befragung von über 50 Zeugen, Experten, Ermittlern und Analysten vorausgegangen. Das Londoner Tribunal schätzt die Anzahl der Transplantationen in China insgesamt auf 60.000 bis 90.000 pro Jahr. Die staatlichen Angaben aus China sprechen hingegen, beispielsweise 2018, von rund 15.000 Transplantationen die in China stattfanden.

COHRC-Untersuchungsbericht deckt Organraub-System bestehend aus staatlichen, militärischen und zivilen Institutionen auf

Umfangreiche und sehr detaillierte Informationen zum Organraub in China finden sich in dem Untersuchungsbericht des „China Organ Harvest Research Center“.

Der Untersuchungsbericht basiert auf den Ergebnissen von zehn Jahren Forschung, wie die Autoren erklären. Dazu untersuchten die Ermittler Hunderte von Transplantationskrankenhäusern in China ihre Einnahmen, Bettenzahlen, Bettenauslastung, chirurgisches Fachwissen, Trainingsprogramme, staatliche Mittel und mehr.

Zu ihren Quellen gehörten auch Medienberichte zu den Krankenhäusern, offizielle Stellungnahmen, medizinische Fachzeitschriften, Krankenhaus-Websites und Webarchive.

Untersuchungsbericht enthält Zeugenaussagen

Diese Quellen wurden ergänzt durch Zeugenaussagen aus erster Hand (Angehörige von Opfern der Organentnahme, vermisste Personen und Überlebende, die wegen ihres religiösen Glaubens festgehalten und gefoltert wurden, aber der Organentnahme entkamen), zuvor veröffentlichte Interviews mit chinesischem medizinischem Personal und Hinweisgebern.

Bei ihrer Untersuchung stießen die Ermittler auf ein System aus staatlichen, militärischen und zivilen Institutionen in China, die in der Durchführung dieses medizinischen Völkermords und der damit verbundenen Milliarden-Dollar-Transplantationsindustrie involviert sind.

Falun Gong-Parade zum Brandenburger Tor

Mit einer Parade entlang der Flaniermeile „Unter den Linden“ zum Brandenburger Tor und einer dortigen Kundgebung wollen die Anhänger von Falun Gong aus Deutschland der 20-jährigen Verfolgung gedenken und die Aufmerksamkeit auf die Menschenrechtsverletzungen in China lenken.

Demonstrationszug und Kundgebung am Samstag, 10. August

10:45 – Beginn des ersten Teils der Parade auf dem Gendarmenmarkt

12:00 – Ankunft am Brandenburger Tor

13:30 – Fortsetzung vom Brandenburger Tor

14:00 – Ende des ersten Teils der Parade am Potsdamer Platz

16:00 – Beginn des zweiten Teils der Parade am Wittenbergplatz

16:45 – Gedächtniskirche

17:30 – Abschlusskundgebung Wittenbergplatz (Südseite neben dem KDW)

18:30 – Ende des zweiten Teils der Parade am Wittenbergplatz

20:00 Uhr – Lichtermahnwache am Brandenburger Tor und Filme zum Organraub

22:00 Uhr – Ende der Lichtermahnwache

 

Mahnwache am Brandenburger Tor am Sonntag, 11. August

11:00 – 15:00 Mahnwache – Informationen – Übungen

Der Veranstalter kündigte an, dass vor Ort Unterschriften für eine Petition an die deutsche Bundesregierung gesammelt werden.