Ein Schüler mit Mund-Nasen-Bedeckung.Foto: INA FASSBENDER/AFP via Getty Images

Spahn offen für Laschet-Plan zu anderen Ferienzeiten – „Salami-Lockdown“ und Plexiglas-Trennwände für Schüler

Epoch Times11. November 2020 Aktualisiert: 11. November 2020 14:46

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat eine Verlängerung der Winter-Schulferien im einwohnerstärksten Bundesland wegen der Corona-Pandemie ins Spiel gebracht – und im Gegenzug zwei schulfreie Tage weniger an Karneval.

Dies sei eine „denkbare Möglichkeit“, sagte Laschet am Dienstag im WDR Fernsehen zu Überlegungen, die Winterferien zwei Tage früher beginnen zu lassen.

Laschet: „Karneval gibt es nächstes Jahr gar nicht“

Konkret würde das bedeuten, dass diese nicht erst am 23. Dezember, sondern schon am Montag, 21. Dezember, beginnen würden. Die Landesregierung werde das mit Verbänden erörtern, sagte Laschet. Hintergrund der Überlegungen ist, dass die Menschen vor Weihnachten die Kontakte möglichst beschränken sollten, damit es bei Familienfeiern zu Weihnachten nicht zu Ansteckungen kommt. „Eine Sicherheit gibt das aber auch nicht“, betonte Laschet.

Die zwei zusätzlichen Winterferientage könnten nach Plänen der Landesregierung dann Karneval wieder abgezogen werden. Normalerweise haben die Schüler in NRW rund um Rosenmontag unterrichtsfrei. Das Schulministerium denke über diese Ersatzlösung nach, sagte Laschet. „Denn eines ist klar: Karneval gibt es nächstes Jahr gar nicht.“ Und eigentlich sollte man in der Zeit auch nicht in Skiurlaub fahren, fügte er hinzu.

Spahn begrüßt Vorschlag von Laschet

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich positiv über den Vorschlag von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) geäußert, die Weihnachtsferien wegen der Corona-Pandemie früher zu starten. „Das ist sicherlich ein Teil der Debatte, auch für Montag oder auch für die Folgewochen“, sagte Spahn im RTL/n-tv-„Frühstart“. Für Eltern, Kinder und Lehrer sei Planbarkeit wichtig.

„Das wäre mit so einer Maßnahme gegeben.“ Für größere Weihnachtsfeiern sieht Spahn keinen Spielraum. Es werde in den kommenden Monaten sicher keine Veranstaltungen mit „mehr als 10, 20 Teilnehmern“ geben. „Die große Hochzeitsfeier, die große Geburtstagsfeier, auch die große Weihnachtsfeier, das muss ich jetzt ehrlicherweise sagen, das sehe ich im Dezember und auch im Winter insgesamt nicht.“

Plant Regierung Kontakt- oder Reisebeschränkungen für Weihnachten?

Der Gesundheitsminister schloss andere Lockerungen nach dem November-Lockdown aber nicht aus. Die hingen davon ab, wie sich die Infektionszahlen entwickelten. „Am Ende hängt es von uns allen ab. Passen wir aufeinander auf, reduzieren wir das Infektionsrisiko und vor allem die Kontakte“, so der CDU-Politiker.

Ob die Politik für Weihnachten bestimmte Regeln und Kontakt- oder Reisebeschränkungen plane, wollte Spahn nicht sagen. Auch zum Fest sollten die AHA-Regeln eingehalten und viel gelüftet werden. „Das braucht es nicht nur auf Arbeit, in Bus und Bahn, sondern eben auch im familiären, im privaten Bereich“, so Spahn.

Zahl der positiven Corona-Testergebnisse unter Schülern gestiegen

Die Zahl der positiven Corona-Testergebnisse bei Schülern in Deutschland seien laut einem „Bild“-Zeitungsbericht deutlich gestiegen. Die „Bild“-Zeitung (Montagsausgabe) beruft sich dabei auf den Deutschen Lehrerverband. Er berichtet, dass sich derzeit mehr als 300.000 Schüler in Corona-Quarantäne befänden. Ende September waren es demnach noch rund 50.000 gewesen. Die Zahl der Lehrer in Quarantäne liege aktuell bei bis zu 30.000.

Die Folge seien immer mehr Schulschließungen, sagte Lehrerverbandspräsident Heinz-Peter Meidinger zu „Bild“: „Wir erleben an den Schulen jetzt einen Salami-Lockdown.“

Damit meinte er die schrittweise Schließung von immer mehr Schulen. In der „Passauer Neuen Presse“ („PNP“) äußerte Meidinger die Hoffnung, dass generelle Schulschließungen noch vermieden werden könnten. Dazu müssten aber die Vorsichtsmaßnahmen hochgefahren werden, forderte er. Insgesamt gibt es in Deutschland 11 Millionen Schüler an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen.

Lehrerverbandspräsident: Maskenpflicht und Abstandsregel besser als Vollschließung

Als Beispiele von Vorsichtsmaßnahmen nannte der Verbandspräsident eine Maskenpflicht wie auch die vorübergehende Wiedereinführung der Abstandsregel, was halbierte Klassen und Wechselbetrieb bedeute. „Das wäre aber immer noch besser als eine Vollschließung“, betonte Meidinger.

Den politisch Verantwortlichen warf der Verbandschef schwere Versäumnisse beim Schutz der Schulen vor dem neuartigen Coronavirus vor. „Schulen sollen auf Biegen und Brechen offen bleiben“, kritisierte er. Dabei solle nicht mehr präventiv gehandelt, „sondern nur noch auf konkrete Infektionsfälle an Schulen im Nachhinein reagiert werden“. Dies sei „ein Fehler und nichts anderes als die Kapitulation der Schulen vor der Pandemie“.

Politiker: Belüftungsanlagen, Plexiglas-Trennwände und Maskenpflicht für Schüler

Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete und Hamburger CDU-Landeschef Christoph Ploß forderte die Landesregierungen zu mehr Sicherheitsvorkehrungen an Schulen auf. Er sagte zu „Bild“: „Einen fortwährenden Salami-Lockdown, der zu großen Unsicherheiten für Familien führt, darf es nicht geben.“

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Deswegen müssten alle Klassenräume schnellstmöglich mit Belüftungsanlagen und Plexiglas-Trennwänden ausgestattet werden.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hatte am Dienstag für eine allgemeine Maskenpflicht im Unterricht an allen Schulen plädiert. Diese Maßnahme halte sie in der aktuellen Phase hoher Infektionszahlen für „zumutbar“, auch an den Grundschulen, sagte Karliczek der Düsseldorfer „Rheinischen Post“.

Aktuelle Zahlen zu Corona-Testergebnissen und belegten Intensivbetten

Die nachfolgenden Tabellen zeigen die offiziellen Zahlen des DIVI-Intensivregisters zur Belegung der Intensivbetten und den aktuellen Tagesbericht des RKI zu den gemeldeten positiven Testergebnissen. Bei der Angabe von Todesfällen im RKI-Bericht ist zu berücksichtigen das nicht unterschieden wird, ob der Patient an oder mit dem neuartigen Coronavirus verstorben ist.

(dts/dpa/afp/er)