STIKO-Chef würde Corona-Impfung wieder empfehlen

Der Chef der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, sagt in einem „Phoenix“-Interview, dass er – auch mit dem Wissen von heute – keine Vorbehalte gegen die Vakzine hat und deren Verwendung erneut gutheißen würde. Statistisch sei es nicht möglich, einen Zusammenhang des komplexen und diffusen Post-Vac-Syndroms, der Impfschäden, mit der Impfung zu belegen.
STIKO-Chef Mertens: Corona ist inzwischen endemisch
STIKO-Chef Thomas Mertens hat mit der Corona-Impfung keine Probleme und würde sie wieder empfehlen.Foto: David Young/dpa
Von 11. Juli 2023

Dass der Chef der Ständigen Impfkommission (STIKO), die direkt dem Bundesministerium für Gesundheit unterstellt ist, nicht unbedingt den Pfad seines obersten Dienstherrn Karl Lauterbach verlässt, hat sich in den vergangenen drei Jahren mehrfach gezeigt.

Von anfänglichen Ausreißern wie der Aussage Mitte 2021 als Talkshowgast bei Markus Lanz, dass er seine siebenjährigen Enkelkinder selbst nicht impfen lassen würde, durch die Mertens kurzzeitig in den alternativen Medien als Hoffnungsträger hochgejubelt wurde, schwenkte er schnell wieder auf Linie ein. In der Folge hat die STIKO alle Impfempfehlungen durchgewunken, auch für die ab Fünfjährigen.

„Kein Zusammenhang mit Impfung bewiesen“

Jetzt hat der Ulmer Virologe ein achtminütiges Interview bei „Phoenix“ gegeben. Unbeeindruckt von den lauter werdenden Fragen nach den Ursachen einer inzwischen fast 20-prozentigen Übersterblichkeit – dazu gleich mehr – oder dem Run auf Hilfsangebote für Impfgeschädigte wie eine überlaufene bayerische Impfschaden-Hotline, Epoch Times berichtete, sagt Mertens in dem Interview: „[…] wir kennen ja derzeit nur die Meldungen von Verdachtsfällen, und die liegen ungefähr bei 0,3 Prozent, was die schwerwiegenden Verdachtsfälle angeht, und das ist ungefähr in der Größenordnung, die man auch bei anderen Impfungen sehen kann.“

Das Problem sei, so Mertens, dass „viele andere Dinge, von denen man derzeit glaubt, dass sie in direktem Zusammenhang mit der Impfung stehen, da ist dieser Zusammenhang durchaus nicht so gut bewiesen“.

Die Schwierigkeit liege darin, dass es für dieses Syndrom [Post-Vac] keine sogenannte Falldefinition gebe, und das mache es sehr schwierig, Zahlen zur Inzidenz zu erheben. „Denn das ist ja klar. Wenn Sie nicht wissen, genau was eigentlich gezählt werden soll, dann können Sie keine genauen Zahlen erheben”, so Mertens in dem Interview.

„Sie können auch kaum Risikofaktoren erheben, und insofern stehen wir hinsichtlich dieses sogenannten Post-Vac-Syndroms weltweit eigentlich noch am Anfang, und es muss zunächst mal definiert werden, was man darunter versteht.”

Alles eine Frage der Definition: „Statistisch nicht möglich“

Im Übrigen hätten sich sowohl die EMA, die Europäische Arzneimittel-Agentur, als auch das PEI gerade jetzt wieder festgelegt, dass es statistisch nicht möglich sei, „einen Zusammenhang mit diesem komplexen und auch diffusen Post-Vac-Syndrom zu belegen”.

Alles eine Frage der Definition also?

Mertens Logik folgend könnte man hier so zusammenfassen: Der mRNA-Stoff ist nicht ausreichend erforscht, deshalb können Symptome nach Verabreichung nicht eindeutig zugeordnet und müssen erst definiert werden, um als Impfschaden zu gelten und anerkannt zu werden.

Und weil diese Symptome oder Nebenwirkungen noch nicht als solche definiert wurden, gibt es sie quasi nicht für die Institutionen wie EMA und STIKO und das Paul-Ehrlich-Institut, die den mRNA-Stoff im verkürzten Teleskopierverfahren und damit kaum ausreichend erforscht aber zugelassen haben. Deshalb bewerten diese Institutionen den mRNA-Stoff als „sicheren Impfstoff”.

Immerhin räumt Mertens ein: Man schließe aber nicht aus,  dass es in Einzelfällen tatsächlich zu Schädigungen durch die Impfung gekommen sei.

Auf die Frage, ob er mit dem Wissen von heute eine Impfung gegen Corona genauso empfehlen würde wie damals, antwortet Mertens: „Ja, natürlich. Die Impfung ist einer der entscheidenden Faktoren, die wir gebraucht haben für die Überwindung letztendlich der Pandemie.“

„Sehr, sehr viele Todesfälle verhindert“

Das sei international „absolut anerkannt und auch richtig, […] dass die Impfung wirklich sehr, sehr viele Todesfälle verhindert hat. Man schätzt oder man hat gerechnet, dass in den Vereinigten Staaten ungefähr dreieinhalb Millionen Menschen gerettet worden sind durch die Impfung, dass die vermiedenen Todesfälle in Europa bei etwa einer Million liegen und weltweit natürlich auch sehr viel mehr.“

Worauf diese Zahlenangaben fußen, bleibt hier vom Moderator allerdings unhinterfragt.

Interessant in dem Zusammenhang ist, dass, ebenso wie langfristige Nebenwirkungen des mRNA-Präparates durch das verkürzte Zulassungsverfahren nicht geprüft werden konnten, der COVID-Impfstoff auch nie auf seine Fähigkeit, die Virusübertragung überhaupt zu verhindern, getestet wurde, wie Pfizer bei einer Anhörung vor einem EU-Ausschuss im Oktober 2022 zugab.

Wie aber ohne die verbriefte Fähigkeit der Impfstoffe, die Weitergabe des Virus zu blockieren oder sich nicht anzustecken, festgestellt werden soll, wie viele Todesfälle durch die Impfung möglicherweise verhindert wurden, wie von Professor Mertens kolportiert, bleibt an dieser Stelle offen.

Erhellender Blick in die Statistik

Während der STIKO-Chef Mertens von der Verhinderung von Millionen Toten durch die Impfung spricht, zeigt ein Blick in die Tabellen des Statistischen Bundesamts Destatis weitere Aspekte auf, die seit ihrer Veröffentlichung nun als riesiger rosa Elefant im Raum stehen.

Bei einer ernsthaften Aufarbeitung der vergangenen drei Jahre wird die Berücksichtigung des Themas Übersterblichkeit in Zukunft unabdingbar sein: Laut Statistik starben in den ersten beiden Pandemiejahren etwa 70.000 bis 100.000 Menschen mehr, als erwartbar gewesen wäre.

Für das Jahr 2022 liegen die Zahlen von Destatis noch nicht als Gesamtes vor, aber die Übersterblichkeit in einzelnen Monaten lag bei mehr als 20 Prozent über dem Median (Durchschnitt) der Vorjahre, der von Destatis als Vergleichswert bei der Berechnung der Übersterblichkeit herangezogen wird.

Noch ignoriert: Studie über Übersterblichkeit

Eine gemeinsame Untersuchung des Mathematikers Matthias Reitzner von der Universität Osnabrück und des Psychologen Prof. Christof Kuhbandner von der Universität Regensburg zeigt, dass die Zahl der Todesfälle in direktem zeitlichem Zusammenhang mit dem Start der Corona-Impfkampagne signifikant anstieg. Diese startete am 27. Dezember 2020.

Für ihre Studie haben Kuhbandner und Reitzner die prozentuale Übersterblichkeit für die Jahre 2020 bis 2022 für einzelne Altersgruppen errechnet.

Das Ergebnis: Während es im Jahr 2020, also im ersten Jahr der Pandemie, keine wirkliche Übersterblichkeit gab (+0,41 Prozent), starben 2021 etwa 34.000 mehr Menschen als erwartet und 2022 sogar 66.000. Dabei sei die hohe Übersterblichkeit vor allem auf einen Anstieg der Sterbefälle in den Altersgruppen zwischen 15 und 79 Jahren zurückzuführen.



Epoch TV
Epoch Vital
Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Dies umfasst ebenso abschweifende Kommentare, die keinen konkreten Bezug zum jeweiligen Artikel haben. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.


Ihre Epoch Times - Redaktion